40 Jahre La Strada: Mit Augenmaß und eigenen Ideen
Begonnen hat die Geschichte 1986 mit einem Volkswagen T3, der als HD 60 und HD 85 mit einem Hochdach aus glasfaserverstärktem Kunststoff Stehhöhe bot. Von 1986 bis 1990 baute La Strada 73 Stück. 1989 ergänzten die Modelle Pronto und Primavera auf Basis des Ford Transit die Modellpalette, bis 1995 verließen 160 Fahrzeuge der Baureihe das Werk. Im gleichen Zeitraum entwickelten sich die Camper Siena und Torino auf Basis des Mercedes MB 100 mit 480 Exemplaren zu Bestsellern. Auch das heutige Allrad-Engagement begann mit vorsichtigen Schritten, das Sondermodell Dolomiti auf Basis des VW T3 Syncro feierte 1989 Premiere.
In den 90er Jahren startete der heutige Besteller der Marke: Der Avanti auf Basis des Fiat Ducato ist heute noch das Volumenmodell der hessischen Manufaktur und wird derzeit in acht Grundriss-Varianten angeboten. Zum Caravan-Salon im August soll eine weitere hinzukommen. Mit dem Modellwechsel bei Mercedes verschwanden die MB 100-Modelle auch bei La Strada und wurden durch den Sprinter ersetzt, der die neue Baureihe Regent begründete. Dem Mangel an Basisfahrzeugen begegnete La Strada in den 90er Jahre mit ungewöhnlichen Lösungen. Gebrauchte MB 208 wurden generalüberholt und zum Modell Magellan ausgebaut. Damit konnte ein Preis von 42.800 D-Mark realisiert werden, der rund 15.000 DM unter dem damals günstigsten Mercedes-Neufahrzeug der Marke lag. Es folgten Modelle auf Citroën Berlingo, Ford Transit, Renault Master und Mercedes Vito, eher Exoten blieben die Modelle Due auf Basis des LDV Convoy, von dem 1997 gerade einmal acht Stück gebaut wurden, ebenso wie das Kia-Mobil auf Basis des Kia Pregio, das immerhin 91 Käufer fand.
Zur Zäsur kam es 2000 mit der Einführung des Nova, der jenseits des klassischen Kastenwagen-Ausbaus antrat. Der Camper auf Sprinter-Basis war klar im Premiumsegment angesiedelt, heute noch wird er in dritter Generation als teilintegriertes Reisemobil mit Monocoque-Aufbau angeboten. Versuche mit dem Ford Transit oder dem Renault Master als Basisfahrzeuge waren ein vorübergehendes Angebot, heute bleibt La Strada konsequent bei Fiat und Mercedes Benz.
Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 50 Mitarbeiter, die etwa 300 Fahrzeuge im Jahr bauen. Zum 40-jährigen Bestehen blickt La Strada mit der „Edition 40“ in die Zukunft, die nach Meinung der Wohnmobilbauer im hessischen Echzell gasfrei ist. Induktionsherd, Wechselrichter, großer Akku und ein starkes Ladegerät finden sich in diesem Geburtagspaket. Zusammen mit Dieselheizung, Kompressor-Kühlschrank und Solarpanelen auf dem Dach wird die Gasanlage überflüssig. Die Ideen für sinnvolle Neuerungen bei kompakten Reisemobilen in solider handwerklicher Qualität mit zuverlässiger und komfortabler Technik gehen La Strada wohl noch lange nicht aus. (aum)
Veröffentlicht am 04.06.2026








