Ahorn Camp 2026: Kompakt und doch geräumig
Ahorn Camp ist in der Nibelungenstadt Speyer zu hause, aber im Grunde kein Reisemobilhersteller, sondern ein Händler. Denn die Modellpalette von 12 verschiedenen Fahrzeugen kommt in der Toskana zur Welt, wird dort im modernen Laika-Werk gebaut, das zur Erwin-Hymer-Gruppe gehört. Von dort aus kommen die Mobile nach Deutschland und werden im Vermietgeschäft oder bei den Händlern der Marke feilgeboten. Um es vorwegzunehmen: Der Herstellerwechsel im vergangenen Jahr hat zur Qualitätssteigerung beigetragen, bis 2025 wurden die Fahrzeuge zwar ebenfalls in Italien gebaut, aber unter der Regie der französischen Trigano-Gruppe.
Mit Spannung wurde nun die Erneuerung des Portfolios erwartet, wobei auch die Preisgestaltung der als günstig geltenden Marke eine wesentliche Rolle spielen soll. Tatsächlich finden sich zwei Mobile, der T 590 und der A 595, als Einsteigermodelle für rund 60.000 Euro im Programm. Beide sind 2,32 Meter breit und nur 5,99 Meter lang, trotzdem gibt es bis zu vier Schlafplätze an Bord. Der teilintegrierte T 590 (59,900 Euro) hat im vorderen Wohnbereich die übliche Halbdinette an Bord, nach hinten folgen ein 1,93 mal 1,34 Meter großes französisches Bett, nebenan ist der Waschraum mit Schwenkbad, Kassettentoilette und Dusche installiert. Ein weiterer Schlafplatz kommt für 1790 Euro mit dem 2,1 mal 1,00 Meter großen, elektrischen Hubbett über der Dinette dazu, die allerdings bei abgesenkter Liegefläche nicht mehr nutzbar ist.
Beim Alkovenmobil A 595 (60.400 Euro) gibt es neben der 1,30 mal 2,10 Meter großen Liegefläche im Alkoven ein Querbett im Heck, das mit 1,50 mal 2,10 Meter Größe zur erholsamen Übernachtung einlädt. Der Waschraum mit Schwenkwand, WC und Dusche hat seinen Platz im mittleren Wohnbereich, gegenüber ist die Küche mit einem 90-Liter-Absorberkühlschrank Zweiflammen-Gaskocher und Spüle angeordnet. Der Möbelbau macht mit soliden Scharnieren und belastbaren Schubladen einen guten Eindruck, das Leergewicht wird davon kaum beeinflusst. Mit einer Masse von weniger als 3000 Kilogramm bleibt bis zum erlaubten Gesamtgewicht ordentlich Spielraum für Ausrüstung, Gepäck und nicht zuletzt Sonderausstattung.
Denn die bietet Ahorn Camp in großer Vielfalt an, die Optionen reichen vom Chassis-Pack (LED-Scheinwerfer, Klimaanlage im Fahrerhaus, Regensensor und DAB-Antenne) für 1900 Euro, rund 1000 Euro sind für das Multimedia-Pack fällig. Wem die Serienmotorisierung mit dem 130 PS (96 kW) starken Zweiliter-Diesel nicht genügt oder wer ein automatisches Getriebe statt der manuellen Sechsgangschaltung wünscht, muss sich für die stärkeren Selbstzünder mit 150 PS (110 kW) für 1290 Euro mehr oder die 170-PS-Version (125 kW) für 1990 Euro entscheiden, denn nur mit diesen beiden Maschinen ist die Neungangautomatik kombinierbar. Sie kostet dann zusätzlich 2490 Euro Aufpreis.
Autarkie bietet Ahorn mit einen Lithium-Pack an, das für 4990 Euro eine Solaranlage mit 120 Watt, einen 320 Ah-LiFe-Akku und einen 2000 Watt starken Wechselrichter an Bord bringt. Richtig happig jedoch sind die Preise für zusätzliche Steckdosen im Aufbau. Ob USB-,12 Volt- oder 230 Volt Anschluss, 300 Euro werden für jeden zusätzlich eingebauten gefordert. Obligatorisch ist obendrein die Zahlung von 2450 Euro für Abwicklung und Transport. Die üblichen Assistenten der gerade in Kraft getretenen GSR-II-Anforderungen, wozu unter anderem Tempomat, Verkehrszeichenerkennung, Notbremsassistent, Spurwächter, Rückfahrkamera und Reifendruckkontrolle gehören, sind serienmäßig dabei.
Neu bei Ahorn ist die Eclipse-Ausstattung (4490 Euro), die vornehmlich für die größeren Grundriss-Versionen angeboten wird. Dabei wird das Fahrerhaus in schwarzer Farbe lackiert, der Aufbau erhält einen grauen Anstrich. Leichtmetallräder und eine Spurverbreiterung der Hinterachse zählen ebenso wie die Polsterung mit schwarzem abgesteppten Eco-Leder und einer speziellen Aufbaubeklebung dazu. Insgesamt ist die Einrichtung der Ahorn-Mobile ist im neuen Modelljahr hell und luftig gehalten, Holzdekors an den weißen Innenwänden setzen farbliche Kontrapunkte.
Die übrigen sechs Teilintegrierten haben Aufbaulängen von 6,5 bis 7,5 Meter, ihre Preisspanne reicht von 61.400 bis 65.900 Euro. Drei Alkovenfahrzeuge sind im Programm, die beiden größeren Versionen messen 7 bis 7,2 Meter und kosten 63.900 und 65.400 Euro. Zwei Campervans runden das Modellangebot ab, den CV 560 mit Heckquerbett gibt es bei 5,7 Meter Länge ab 54.300 Euro, den 6,3 Meter langen CV 630 ab 55.900 Euro. Beide sind mit hochwertigen, seitlichen Rahmenfenster ausgestattet und bekommen serienmäßig einen Kompressor-Kühlschrank mit 70 Liter Volumen. Angenehm sind ebenso das zusätzlich zur Dachluke klimaverbessernde Seitenfenster im Bad, weniger gefällt, dass für die unverzichtbare elektrische Einstiegsstufe bei den Campervans 490 Euro fällig werden.
Das Handelsunternehmen aus Speyer hat mit guter Qualität und schickem Design beim neuen Jahrgang ordentlich vorgelegt. Die vergleichsweise niedrigen Einstiegspreise sind hingegen Augenwischerei, denn wer seinen Ahorn Camper wirklich reisetauglich ausstatten will, muss mit mindestens 10.000 Euro Extrakosten rechnen. (aum/mk)
Veröffentlicht am 14.07.2026
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