Alfa Romeo geht in die Luft
„Als wir fertig waren, haben wir eigentlich auf einen Brief der Alfa-Rechtsabteilung gewartet, doch da kam nichts“, berichtet Paul Ressle. „Im Gegenteil“. Bei der Giornata Alfa Romeo auf dem Testgelände Pferdsfeld im Hunsrück gehörte der leichte Hubschrauber zu den Attraktionen der Veranstaltung. Veit Liebling, Marketingleiter von Alfa Romeo Deutschland: „Dass sich im Helikopter so viele Details der Giulia Quadrifoglio wiederfinden, hat uns von Anfang an begeistert, und deshalb war es für uns naheliegend, den Quadrifoglio-Hubschrauber zu unserem jährlichen Alfisti-Treffen einzuladen.“
Im Gegensatz zu seinen Mitbewerbern wählte Ressle einen klassischen Flugzeugmotor von Lycoming (0-360) als Antrieb, der 145 PS leistet und das Fluggerät auf maximal 185 km/h beschleunigt. Die Reisegeschwindigkeit liegt bei 130 bis 150 km/h. Ressle entschied sich für den Antrieb, weil der für den Betrieb im Hubschrauber abgestimmten Motor „die Rotortdrehzahl auch unter extremen Bedingungen im sicheren Bereich hält.“ Mit dem Einsatz der Karbonteile erreichte der Unternehmer bei seinem Ultraleicht-Helikopter ClassiX am Ende ein Gewicht von 367 Kilogramm. ClassiX wird in der Nähe von München produziert und kostet mindestens 290.000 Euro plus Mehrwertsteuer.
Schneller als der Heli
Als landgebundene Alternative zum Himmelsstürmer aus Bayern steht der Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio bereit. Angetrieben von einem 520 PS (382 kW) starken V6-Zylinder (2,9 Liter) erreicht die Sportlimousine maximal 307 km/h und ist damit deutlich schneller als der Hubschrauber im Alfa-Design. Zwischen null und 100 km/h vergehen überschaubare 3,9 Sekunden. Als Kraftübertragung arbeitet eine Ach-Gang-Automatik, die in der Fahreinstellung „Race“ die Gänge innerhalb von 150 Millisekunden wechselt. Das Kraftpaket kostet mindestens 100.700 Euro.
Dass Totgesagte doch noch länger leben können, beweisen bei Alfa Romeo die beiden Dieselversionen des SUV Stelvio und der Sportlimousine Giulia. Nachdem die beiden Modellreihen aus dem Programm genommen werden mussten, weil sie die Abgasvorschriften der EU nicht mehr erfüllten, machten sich die Alfa-Entwickler ans Werk und bereiteten die Diesel-Ableger für die zweite Laufbahn vor.
Die Preisliste für die Giulia beginnt bei 56.000 Euro, der Stelvio kostet mindestens 60.600 Euro. Die beiden Modelle werden von einem 2,2-Liter-Diesel mit 210 PS (207 kW) angetrieben.
Alfa Romeo deutlich im Plus
In den ersten sechs Monaten hat Alfa Romeo in Deutschland 2511 Automobile abgesetzt, was sich in einen Zuwachs von 87 Prozent gegenüber dem Vorjahr übersetzt. Bestseller ist dabei der Junior, der als „Milano“ auf die Straßen rollen sollte und nach dem Veto der italienischen Regierung, weil der „Milano“ nicht in Italien produziert wird, in aller Eile den traditionsreichen Namen „Junior“ bekam.
Zur Wahl stehen zwei Antriebe. Zum einen die Allrad-Hybrid-Version (34.950 Euro) mit dem bewährten 1,2-Liter-Dreizylinderturbo mit 145 PS (107 kW) und die vollelektrische Variante Eletricca, die in der Basisvariante von einem 115 kW (156 PS) starken E-Werk angetrieben wird. Wesentlich mehr Fahrspaß entwickelt allerdings die Version Veloce mit 207 kW (280 PS), die den dynamischen Werten der Marke deutlich näherkommt. Die Preisliste beginnt bei 34.950 Euro für den Hybrid und 39.500 Euro für die elektrische Variante. Veloce steht für mindestens 48.500 Euro beim Alfa-Händler.
Und wie geht es mit Alfa Romeo weiter? Neben der Aktualisierung der vier Modellreihen entsteht in der Entwicklungsabteilung in Mailand ein Modell, dass wahrscheinlich zwischen Junior und Tonale angesiedelt sein wird und gegen Ende des kommenden Jahres zu den Alfisti kommen wird. (aum)
Veröffentlicht am 31.08.2026
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