Auch Markenwerkstätten zeigen Preisunterschiede
Außerdem zeigt die Stichprobe: Wer beim Kundendienst sparen will, sollte auch Werkstätten im Umland um ein Angebot bitten. Werkstätten im Radius von 60 Kilometern um die drei Großstädte veranschlagten zum Teil deutlich niedrigere Preise als die gleichen Markenwerkstätten in der Stadt. Kunden können hier laut ADAC teilweise mehrere hundert Euro sparen. Auch zwischen Anbietern zeigen sich Unterschiede: Besonders bei Volkswagen fielen die städtischen Preise durchgängig höher aus. Mercedes-Benz zeigte hingegen ein gleichmäßiges Preisniveau über alle Standorte hinweg. Im Durchschnitt waren die Kostenvoranschläge in Köln etwas niedriger als in Hamburg oder München.
Die Anfragen, die vereidigte Kfz-Sachverständige im Auftrag des ADAC stellten, zeigten, dass die Kostenvoranschläge für Elektroautos generell geringer ausfielen als die für vergleichbare Verbrenner. Über alle drei Städte und ihre Umlandgemeinden hinweg waren die Wartungskosten für Verbrenner um mindestens ein Drittel höher als für die vergleichbaren Stromer. Das entspricht dem realen Aufwand, da E-Autos insgesamt wartungsärmer sind als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Sie haben weniger mechanische Bauteile und damit weniger Verschleißerscheinungen, denn es fehlen viele Teile wie Motoröl, Ölfilter oder Zündkerzen, die bei Verbrennern regelmäßig gewechselt werden müssen.
Mehr als jede fünfte Werkstatt (26 von 120) hat auf die Anfrage der ADAC-Experten nicht geantwortet – auch nicht nach mehrmaliger Nachfrage. In 56 Fällen erhielten die Tester einen kalkulierten Kostenvoranschlag, davon waren nur 39 Angebote detailliert und nachvollziehbar aufgeschlüsselt. In 38 Fällen erhielt der ADAC lediglich Pauschalbeträge. Vor allem BMW sowie Volkswagen legten detaillierte Kostenvoranschläge vor. Viele Pauschalangebote waren preislich vergleichbar, einige blieben aber intransparent, da die Leistungen nicht im Detail aufgelistet waren.
Bei fast der Hälfte der Werkstätten, die eine detaillierte Kostenaufstellung für Stromer und Verbrenner lieferten, lagen die kalkulierten Stundensätze für Arbeiten an Elektrofahrzeugen höher als bei Verbrennern. Im Durchschnitt betrug dieser „Elektro-Aufschlag“ circa 17 Prozent. Der ADAC betont, dass sich das technisch nicht begründen lässt. Somit müssten Kundendienstkosten bei Stromern sogar noch niedriger sein. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe hatte erst kürzlich die höheren Stundensätze in diesem Bereich mit den Investitionen, der komplexeren Technik und den Schulungen als zusätzlichen Kostenfaktoren begründet.
Der ADAC empfiehlt Autofahrern für Inspektionen Vergleichsangebote einzuholen. Hilfreich ist ein schriftlicher und möglichst detaillierter Kostenvoranschlag, um später Angebot und Rechnung vergleichen zu können. Unklarheiten sollten im Vorfeld angesprochen werden. Ratsam ist es auch, eine Kostengrenze zu vereinbaren und um Rückmeldung bitten, falls Zusatzkosten anfallen bzw. die Abweichung mehr als zehn Prozent beträgt. (aum)
Veröffentlicht am 03.02.2026

