Audi A2 e-Tron: Neuauflage einer Ikone
Jetzt stand abermals die Entscheidung für ein kompaktes Premium-Modell an – vollelektrisch, mit klarem Fokus auf dem europäischen Markt. Audi-Chef Gernot Döllner ließ sich die Pläne vorlegen – und bestand auf Effizienz-Rekordwerten. Das Team lieferte. Im Gegensatz zum ursprünglichen A2 lag das Augenmerk dabei auf Leichtlauf-Komponenten und Aerodynamik: Der neue A2 e-Tron weist einen cW-Wert von gerade mal 0,24 auf.
Unter den vorliegenden Entwürfen entschied sich Audi für einen retrofuturistischen Ansatz, zukunftsweisend, aber mit deutlichen Anleihen an den historischen A2. Dies manifestiert sich vor allem in der schwungvollen Dachlinie und in der geteilten Heckscheibe. Der A2 e-Tron ist das letzte Modell, das noch in der Ära Marc Lichte gestaltet wurde, aber Massimo Fraschella musste kaum noch Hand anlegen. Der Viertürer wirkt kompakt, reduziert und modern. Vor allem die Audi-Ringe wurden veredelt: Nicht mehr beleuchtet und damit aus Kunststoff, sondern aus Metall. Übrigens glänzt auch das Felgenprogramm. Die Größen liegen zwischen 18 und 20 Zoll – mit Reminiszenzen an die 5- und 6-Arm-Räder aus der Audi-Historie. Die piezoelektronisch aktivierten Türgriffe dürften polarisieren. Uns gefallen sie.
Das Interieur wird geprägt durch den Instrumententräger aus dem Q3 mit Bediensatelliten und wirkt damit deutlich erwachsener als andere Modelle im Segment. Die Türverkleidungen aus Rezyklat oder Mikrofaser sind “produktig” gestaltet, es gibt optional ein Panoramadach, die Mittelkonsole verfügt über ein sehr praktisches Tablett, auf dem Mobilgeräte abgelegt und aufgeladen werden können. Ein modulares System von Cupholdern und verschiedenen Zusatzelementen betont die Praktikabilität des Fahrzeugkonzepts. Das optionale Sonos-Audiosystem mit 14 Lautsprechern unterstreicht den Premium-Anspruch des A2.
Unter der Karosserie, die im Gegensatz zum historischen A2 aus Stahl besteht, sitzt die konzerneigene MEB-Plattform, die hier ausschließlich mit Heckmotoren in den Leistungsstufen 125 kW/170 PS, 140 kW/190 PS, 170 kW/231 PS und 240 kW/326 PS ausgerüstet wird. Abgeregelt wird bei 160 km/h, nur die stärkste Variante läuft bis zu 200 km/h. Auf einen zusätzlichen Frontmotor verzichtet Audi - nicht zuletzt weil eine solche Variante dem Q4 zu nahe käme. Bemerkenswert: Der A2 e-Tron kann bis zu 1600 Kilogramm ziehen, es gibt eine elektronische Dämpferregelung.
Es gibt drei Batteriegrößen mit 51, 61 und 82 kWh. Dabei kommen die kleineren Batterien aus dem Konzernverbund, die Top-Batterie wird von CATL zugeliefert. Optional gibt es Vehicle-to-home und Vehicle-to-Grid-Funktionen. Je nach Variante soll der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent 24 oder 28 Minuten dauern, die sparsamste Variante im WLTP-Zyklus nur 12,8 kWh pro 100 Kilometer verbrauchen und die Reichweite der 170-kW-Version mit der großen Batterie stolze 646 Kilometer betragen. Geladen wird je nach Akku mit bis zu 183 kW.
Die Produktion des kleinen e-Tron beginnt noch diese Woche im Stammwerk Ingolstadt, ab Mitte Oktober wird ausgeliefert. Und auch wenn der Fokus auf Europa liegt, kommt der Audi unter anderem auch nach Japan, Singapur und Korea. Die Preise beginnen übrigens bei 38.200 Euro. Und damit unterscheidet sich der neue A2 von seinem historischen Vorgänger: Der war damals nämlich ausgesprochen teuer. (aum)
Veröffentlicht am 07.09.2026





























