2026-04-23 14:06:00 Automobile

Autoindustrie braucht robustes, resilientes Technologieportfolio

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Fotos: ÖVK/Ranger via Autoren-Union Mobilität

Zu einer neutralen und gesamthaften Antriebsdiskussion rief heute der Vorsitzende des Österreichischen Vereins für Kraftfahrzeugtechnik (ÖVK), Prof. Dr. Bernhard Geringer bei der Eröffnung des 47. Internationalen Wiener Motorensymposiums auf. Die müsse sowohl die Energieverfügbarkeit als auch deren gesamten Treibhausgasausstoß berücksichtigen – und nicht nur die des Antriebs allein.

Rund 100 Vortragende sowie 1000 Gäste aus mehr als 20 großen „Auto-Nationen“ wie China, Deutschland, Frankreich, Indien, Italien, Japan, Korea oder USA geben in der Wiener Hofburg drei Tage lang einen Überblick über die neuesten Entwicklungen bei Antriebstechnologien für Personenkraft-, Nutz- und Schienenfahrzeuge, aber auch für Schiffe und Flugzeuge.

Bereits am Tag vor der offiziellen Eröffnung des Symposiums fand gestern unter dem Titel „Forum on Powertrain for Sustainable Mobility“ eine eigenständige Fachveranstaltung des ÖVK in Kooperation mit der chinesischen Organisation der „Society of Automotive Engineers“ (SAE) in Wien statt.

China: „Roadmap 3.0“ für Kernbereiche

Extra aus China angereist kam Ruiping Wang, Senior Vice President Geely Auto. Sie gewährte Einblicke in den chinesischen Markt: „Als weltweit größter Automobilmarkt steht Chinas Automobilindustrie an der Spitze der groß angelegten Elektrifizierungsentwicklung. Die Top-Managerin berichtete: „China veröffentlichte im Vorjahr eine ‚Roadmap 3.0 für energiesparende neue Kraftfahrzeug-Technologien‘, die die künftigen technologischen Wege des Landes im Bereich der neuen Energien definiert. Wir fokussieren somit künftig vor allem auf Kernbereiche wie hocheffiziente Antriebsstränge, Batterien, Elektromotoren, elektronische Steuerungen und Anwendungen künstlicher Intelligenz.“

Pischinger: Keine binäre Entscheidung

Der Institutsleiter des Lehrstuhls für Thermodynamik mobiler Energieumwandlungssysteme der RWTH Aachen sowie Aufsichtsratsvorsitzende von FEV, Prof. Stefan Pischinger mahnte: „Die Diskussion über Antriebstechnologien wird noch zu häufig als ‚Entweder-oder‘ geführt. Die Realität der globalen Transformation ist jedoch keine binäre Entscheidung, sondern ein komplexes Zusammenspiel aus Regulierung, Marktanforderungen, technologischer Reife und industrieller Umsetzungsgeschwindigkeit.“ Die Konsequenz für die Industrie sei daher eindeutig: „Wir sollten nicht über ‚den‘ Antrieb der Zukunft sprechen, sondern über ein robustes, resilientes Technologieportfolio.“

Hyundai: Kultur der Bescheidenheit

Aus der Republik Korea kam Donghee Han, Executive Vice President der Hyundai Motor Company, nach Wien. Er erläuterte: „Hyundais Weg im Bereich der Antriebstechnik ist nicht nur von technologischen Meilensteinen geprägt, sondern auch von einer Kultur der Bescheidenheit. Wir folgen dabei der Erkenntnis, dass wir am stärksten wachsen, wenn wir von der Welt um uns herum lernen. Die auffordernde Frage unseres Gründers ‚Habt ihr es überhaupt versucht?‘, inspiriert uns weiterhin bei unserem Streben nach Elektro-Antriebs- und Range-Extender-Technologien der nächsten Generation, während wir eine zukunftssichere Vision für Mobilität gestalten.“

Traton: Modulare, skalierbare Architektur

Über die „Zukunft des Antriebsstrangs“ bei Nutzfahrzeugen sprach Niklas Klingenberg, Vorstandsmitglied der Traton Group, zu der die Marken Scania, MAN, International Auto sowie Volkswagen Truck & Bus gehören: „Unter dem Dach der Taton Group R&D mit 12.000 Mitarbeitern entsteht das Traton Modular System für unsere vier Marken. Es vereint batterieelektrische, konventionelle und alternative Antriebsstränge in einer modularen, skalierbaren Architektur. Das ermöglicht die Nutzung technologischer Synergien und eine effiziente Bündelung der Entwicklungsarbeit. Zugleich erlaubt die Modularität eine flexible Anpassung an geopolitische und technologische Veränderungen.“ (aum)

Veröffentlicht am 23.04.2026

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