Babyschalen schneiden im Test gut ab
Unter allen Sitzen haben die Tester nur in einem Produkt (Britax Römer Baby-Safe Pro) keine schädlichen Stoffe für Mensch und Natur nachgewiesen. In den meisten anderen Fällen wurden aber nur geringfügige Spuren bestimmter Chemikalien gefunden, es gab aber auch Ausreißer: Beim Avionaut Aerofix Smart mit IQ Orbit war die Konzentration der sogenannten PFAS erhöht. Sie können von der Natur fast gar nicht abgebaut werden und bis in den Nahrungskreislauf gelangen. Die Sitze von Lionelo und Axkid wiesen erhöhte Konzentrationen von Mitteln auf, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Beim Lionelo wurde der Grenzwert noch eingehalten. Der Axkid lag deutlich darüber und kann auch aus einem anderen Grund nicht empfohlen werden: Schon vor der Veröffentlichung warnten die Testpartner vor dem Axkid und dem Britax Römer Baby-Safe Pro mit der Vario Base 5Z, da beide Sitze im Frontalcrash versagten und bei Unfällen schwere Verletzungen für das darin sitzende Kind drohen. Beide Hersteller haben reagiert und nehmen die Sitze zurück.
Die Testpartner prüften neben den in Deutschland zugelassenen Sitzen auch noch drei Produkte, die aus dem europäischen Ausland über Lieferdienste nach Deutschland bestellt werden können: Zwei Gurtsysteme aus Stoff, die als Auflage am Autositz befestigt werden, sollen laut Beschreibung wie eine Art Kindersitz funktionieren. Abgesehen von der fehlenden Zulassung rät der ADAC von diesen Produkten auch deshalb dringend ab, da sie das Kind beim Frontalcrash nicht festhalten können – es drohen lebensgefährliche Verletzungen. Gleiches gilt für einen Kindersitz ohne Markennamen, der zwar einen Zulassungsaufkleber nach aktueller Norm besitzt, in seiner Optik aber an ein älteres und nicht mehr zulassungsfähiges Produkt erinnert. Beim seitlichen Crashtest wird der Kopf des Kindes fast gar nicht geschützt und prallt gegen die Tür, was ebenfalls schwerste Verletzungen nach sich ziehen kann.
Der ADAC empfiehlt, dass Eltern bei der Auswahl eines Kindersitzes unabhängige Testergebnisse vergleichen sollten. Fährt man mit dem eigenen Auto und Kind in ein Fachgeschäft, können verschiedene Modelle direkt ausprobiert werden. Wenn ein Sitz mit dem Fahrzeuggurt befestigt wird, sollte immer auf die richtige Gurtführung in der Anleitung geachtet werden, da ein falsch angeschnallter Sitz seine Schutzwirkung verlieren kann, warnt der Automobilclub. (aum)
Veröffentlicht am 20.10.2026
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