2026-05-18 09:57:00 Automobile

BMW Vision Alpina: Von Buchloe nach München

Carzoom.de
Fotos: BMW via Autoren-Union Mobilität

Er ist einer der großen Events im Kalender der internationalen Auto-Szene: Der Concorso d’Eleganza am Comer See. Dort treffen sich jedes Jahr Designer, Sammler und Klassik-Experten, um ein Wochenende lang das Automobil zu feiern. Obwohl viele Marken vertreten sind, dominiert seit vielen Jahren BMW die Veranstaltung. Kein Zufall, dass gerade hier ein Ausblick gewährt wird auf die Zukunft der Marke Alpina, die sich seit 1971 ausschließlich mit BMW beschäftigt hat und Anfang 2026 zur hundertprozentigen Unternehmenstochter avancierte.

Üppige 5,20 Meter misst das zweitürige Coupé, das die Alpina-Formensprache der nächsten Jahre prägen soll. Doch es handelt sich nicht um ein 7er-Coupé: Viele Elemente setzen die Studie von gewöhnlichen BMW-Typen ab, zum Beispiel der gepfeilte Bug mit den zwei Nieren, die nicht verbunden, sondern getrennt ausgeführt sind, und zwar hier mit geschlossenen Einsätzen, die man sich aber – je nach Kühlbedarf – auch offen vorstellen kann.

Eine scharfe Kante zieht sich in gerader Linie seitlich von der Frontschürze bis ins Heck durch. Die Seitenscheiben sind rahmenlos ausgeführt, die Rückleuchten bestehen aus zwei übereinanderliegenden Lichtstreifen. Das Dach ist durchgehend verglast, und die Vertiefung an der Fronthaube wird spiegelbildlich reflektiert durch ein angehobenes Element am Heck, zwischen den Rückleuchten und an der Scheibenunterkante.

Die Vielspeichenräder sind ein etabliertes Designelement der Marke, und ein sehr dezenter Streifen unterhalb der Seitenscheiben nimmt das klassische Motiv der Alpina-Streifen auf, das sich Markengründer Burkard Bovensiepen einst beim zeitgenössischen Fischer-Ski abgeschaut hatte. Das Element taucht auch an der Umrahmung der Front-Nieren auf. Vier voluminöse Endrohre zerstreuen die Befürchtungen, das Nobelcoupé sei womöglich von einem Elektroantrieb ausgestattet.

Das Interieur nimmt die ansteigende Kante des Exterieurs auf, es präsentiert sich zweifarbig, mit sehr dezent eingestreuten Nähten in den klassischen Alpina-Farben Grün und Blau. Ein hübsches Element sind die spezifischen Gläser, die mit Magnetböden in den Halterungen fixiert werden und dann von unten beleuchtet sind. Alpina-Chefdesigner Max Missoni hat sich dieses Feature aus dem Yachtbau abgeschaut.

Armaturentafel und Bedienkonzept orientieren sich vollständig am neuen BMW-Stil, wie er zuerst in den Elektroautos der „Neuen Klasse” ausgerollt wird. Dazu zählt auch das ungewöhnliche Lenkrad mit Vertikalspeichen, in dessen Zentrum allerdings nicht das BMW-Signet, sondern das neue Alpina-Logo sitzt. Die einzeln ausgeformten Rücksitze werden optisch in die Hutablage weitergezogen – vielleicht eine Anspielung auf den BMW 6er der Baureihe E24, auf dem die Alpina-Ikone B7 Turbo Coupé basierte.

Ob das zweitürige Coupé in dieser Form in Serie geht, ist keineswegs ausgemacht: Der Markt für große Coupés ist stark geschrumpft, wenngleich die koreanische Luxusmarke Genesis an einer Kleinserie des Coupé X arbeitet. Die Positionierung von Alpina liegt irgendwo zwischen BMW und Rolls-Royce, man wird mit Mercedes-Maybach konkurrieren, aber mit deutlich sportlicherem Akzent.

Ableitungen der kompakten Baureihen wird es nicht mehr geben. So etwas gibt es inzwischen übrigens von der Alpina-Gründerfamilie Bovensiepen – sie hat vor genau einem Jahr ein von Zagato gezeichnetes Coupé auf Basis der 4er-Reihe präsentiert. (aum)

Veröffentlicht am 18.05.2026

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