Carvaning-Markt: Der Absatz sinkt, die Stimmung steigt
Die geringe Nachfrage sieht ein Drittel aller Händler als Herausforderung an. Ihre Geschäfte belasten außerdem höhere Einkaufspreise und gestiegene Ansprüche der Kunden, die zunehmend auch nachhaltiger und digitaler denken. Viele sind zudem mit dem Kaufprozess unzufrieden, hohe Fixkosten beim Unterhalt des Freizeitfahrzeugs und hohe Zinsen lassen das Konsumklima stagnieren. Der von Miios und GSR erhobene Caravaning Markt Index (CMX) ist nach seinem Rückgang von 100 auf 85 Punkte im Mai 2024 dennoch im November 2025 wieder auf 95 gestiegen.
Mit ihrem Absatz waren so rund 80 Prozent der Händler zufrieden, drei Prozent mehr als noch im Mai. Viele gehen von einer weiteren Marktentspannung aus. 26 Prozent der Befragten rechnen mit einer Verbesserung beim Absatz. Dabei spielt das Vermietgeschäft weiter eine wichtige Rolle. Zwei Drittel der Betriebe äußern sich hierzu zufrieden. Das liegt an der zunehmenden Gewohnheit der Kunden, vor einer Neuanschaffung das fragliche Modell auszuleihen und während einer Urlaubsfahrt zu testen. Die dafür anfallenden Kosten sind wesentlich geringer als ein kurzfristiger Wiederverkauf, wenn sich Grundriss und Technik als nicht erwartungsgemäß erweisen.
Bei der Nachfrage haben Campingbusse und Kastenwagen leicht an Beliebtheit verloren, Spitzenreiter sind nun wieder teilintegrierte Modelle, deren Bestand auch bei Gebrauchtfahrzeugen zunimmt. Für sie wird mit Preissteigerungen gerechnet. Teurer geworden sind unterdessen die Stundenverrechnungssätze. Arbeiten an der Karosserie und am Lack sind aktuell auf bis zu 165 Euro gestiegen. Bezogen auf 2021 entspricht das einem Anstieg um 36 Prozent. Die hohen Reparaturkosten in den Werkstätten erzeugen zunehmend Unzufriedenheit beim Endverbraucher ebenso wie die langen Wartezeiten für einen Servicetermin.
Das Interesse an der Freizeitform Caravaning ist derweil nicht erloschen. Das sieht Alexander Ege, Direktor der Messe Stuttgart, die vom 17. bis 25. Januar Gastgeber der ersten Branchenmesse des Jahres, der CMT sein wird. Nicht nur die dortige Buchungssituation, auch die gestiegene Besucherzahl der gerade zu Ende gegangenen Freizeitmesse in Leipzig ließen diese Einschätzung zu. 60.000 Besucher konnten in Leipzig gezählt werden, fünf Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auch wurden wie bereits beim Caravan-Salon in Düsseldorf mehr Neufahrzeuge verkauft als erwartet.
Ein interessanter Punkt stellt auch die hohe Auslastung der Fachwerkstätten durch Garantiefälle dar. Das heißt, die von den Werken ausgelieferte Qualität lässt trotz aller Versprechen seitens der Hersteller nach.
Rund 1,5 Millionen Freizeitfahrzeuge sind aktuell auf Deutschlands Straßen zugelassen. Da steht die Branche vor der Herausforderung, trotz der in den vergangenen Monaten durch Insolvenzen verlorengegangenen Händler und Werkstätten dem Kunden eine akzeptable Wartezeit für Service- oder Reparaturarbeiten zu bieten. (aum)
Veröffentlicht am 27.11.2025




