2026-07-08 06:21:00 Automobile

Dacia Striker: Kombi-Angriff in der Kompaktklasse

Carzoom.de
Fotos: Dacia/Adrien Cortesi via Autoren-Union Mobilität

Die rumänische Marke Dacia hat sich mit günstigen Fahrzeugen auf dem Markt etabliert. Nun zielt die Renault-Tochter auf ein gerade in Deutschland gefragtes Segment. Das neue Modell Striker soll auf dem beliebten Markt der kompakten Kombis für Furore sorgen.

Dacia wächst weiter. Im vergangenen Jahr verkaufte die rumänische Marke in Deutschland 73.644 Fahrzeuge – so viele wie nie zuvor. Nur wenige hätten vor gut 20 Jahren mit dieser Entwicklung gerechnet, damals, 2005, als Dacia mit dem Modell Logan erstmals ein Fahrzeug in Deutschland anbot. Doch es ging stetig bergauf, vor allem Dank Fahrzeugen wie dem günstigen Kleinwagen Sandero und dem erschwinglichen SUV Duster. Dacia punktet insbesondere mit dem Preis-Leistungsverhältnis der Modelle. Und tut weiterhin alles, um anhaltend zu wachsen. Schon mit dem SUV-Modell Bigster zielte die Marke auf das in Deutschland traditionell gefragte Kompakt-Segment. Und auch das neue Kombi-Modell Striker visiert nun diese Klasse an.

Es ist eine Entscheidung, die insbesondere hierzulande bei Käuferinnen und Käufern gut ankommen dürfte. Denn einerseits sind SUV längst die beliebteste Karosserieform. Doch nach wie vor gilt Deutschland auch als Kombi-Nation. Fahrzeuge wie der Skoda Octavia Combi, der VW Golf Variant oder der Opel Astra ST sorgen regelmäßig für stabile Absatzzahlen. Es sind also namhafte Konkurrenten, mit denen sich Dacia künftig messen muss. Der Name, mit dem die Rumänen nun in den Kombi-Konkurrenzkampf einsteigen, wirkt schon einmal wie eine Kampfansage: Striker. Mit dem Wagen wolle man „ins Ziel treffen“, wie der Hersteller erklärt.

Der Striker bietet Platz für bis zu fünf Personen, misst in der Länge 4,62 Meter und in der Höhe 1,53 Meter. Damit ist er etwas kürzer, dafür jedoch auch etwas höher als zum Beispiel der Skoda Octavia Combi, eines der in Deutschland beliebtesten Kombi-Modelle. Und damit zu der wahrscheinlich interessantesten und für den Erfolg maßgeblichen Angabe: dem Kofferraumvolumen. Dacia gibt diesen Wert für den Striker mit bis zu 600 Litern an. Das ist für diese Klasse ein ordentliches, konkurrenzfähiges Fassungsvermögen. Es ist zwar weniger als zum Beispiel beim aktuellen Octavia (640 Liter), es ist jedoch zugleich mehr, als beispielsweise in einen aktuellen BMW 5er Touring (570 Liter) eingeladen werden kann.

Und an Komfort fehlt es auch nicht. Serienmäßig öffnet die Heckklappe beim Striker elektrisch, der Kofferraum ist mit einer zweigeteilten Hutablage ausgestattet und optional gibt es – erstmals bei Dacia – einen dreiteiligen, modularen Ladeboden. In den beiden Top-Ausstattungsvarianten Journey und Extreme ist dieser ab Werk an Bord. Dann ist es auch möglich, den Ladeboden so zu justieren, dass sich eine ebene Fläche auch bei umgeklappter Rücksitzbank bildet. Das maximale Ladevolumen, das sich dann ergibt, hat Dacia bislang aber noch nicht kommuniziert.

Was beim Blick auf den Striker ebenfalls klar wird: Dacia will sich vom Image der „Billig-Marke“ lösen. Das zeigt sich im Design des Wagens. Bereits die Einführung des neuen Dacia-Markenlogos im Jahr 2021 leitete diese Entwicklung ein. Der Marktstart des Bigster im vergangenen Jahr im umkämpften Kompakt-SUV-Segment war dann ein weiterer wichtiger Meilenstein. Und nun setzt Dacia diesen Kurs fort. Der Striker trägt als erstes Fahrzeug der Marke die neue LED-Lichtsignatur in T-Form. Die flachen Lichtschlitze vorne und hinten sorgen für einen markanten Auftritt. Die durchgezogene, straffe Schulterlinie in Kombination mit der hohen Bodenfreiheit (bis zu 20 Zentimeter) ergibt einen Look, der durchaus auch SUV-Merkmale aufweist. Betont wird das zusätzlich durch wuchtige Räder. In der Basisausführung Essential rollt der Wagen zwar noch auf 17-Zoll-Stahlrädern. Doch schon bei der nächsthöheren Expression-Ausführung wird der Striker ab Werk auf Leichtmetallrädern ausgeliefert. Optional sind zudem Leichtmetallfelgen in 18 und 19 Zoll erhältlich. Und Dacia hat sogar zwei neue Farbtöne für den Striker kreiert: Frost-Grün und Cosmic-Blau.

Bei der Innenraumgestaltung orientiert sich Dacia stärker an der Konkurrenz. Nachdem die Marke in der jüngeren Vergangenheit bei Modellen wie Sandero, Duster und Logan in den Einstiegsvarianten noch keinen Touchscreen zur Bedienung des Infotainments vorsah, ist beim Striker ein 10,1-Zoll-Zentral-Bildschirm serienmäßig an Bord. Bei den Oberflächen setzt die Marke auf eine Mischung aus Textilien und Hartplastik, zudem gibt es zahlreiche haptische Tasten am Lenkrad sowie unterhalb des Infotainmentbildschirms und optional ein großes Panorama-Glasdach. Insgesamt ergibt sich so ein Innenraumeindruck, der durchaus wertig erscheint – insbesondere vor dem Hintergrund des Preises.

Dacia gibt an, dass der Striker für weniger als 25.000 Euro in den Verkauf gehen wird. Das Preis-Leistungsverhältnis dürfte also auch bei diesem Auto eines der stärksten Verkaufsargumente sein. Denn die Konkurrenz ist teurer: Der Skoda Octavia startet bei knapp 30.000 Euro, den VW Golf Variant gibt es ab etwa 33.000 Euro und für den VW Passat müssen sogar mehr als 42.000 Euro hingelegt werden.

Bei Dacia ist man sich sicher, mit den beiden neuen Modellen Bigster und Striker einen Nerv zu treffen. Bis 2035 sollen die beiden Fahrzeuge mit dafür sorgen, den Anteil der Kompaktautos am Gesamtabsatz der Marke auf 33 Prozent zu steigern.

Zum Marktstart, der voraussichtlich Ende des Jahres erfolgt, setzt Dacia ausschließlich auf elektrifizierte Antriebe. Zur Wahl stehen ein Mildhybrid mit Autogas-Antrieb und 140 PS (103 kW), ein Vollhybrid mit 155 PS (114 kW) sowie ein Hybrid-Allradler mit 150 PS (110 kW). Eine rein elektrische Version ist hingegen nicht vorgesehen. Möglicherweise eine vertane Chance, denn gerade im Kombisegment wagen sich auch die etablierten Hersteller erst seit kurzem mit batterieelektrischen Modellen auf den Markt. (aum)

Veröffentlicht am 08.07.2026

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