2026-06-09 10:01:00 Automobile

Der ADAC geht von bis zu einer Milliarde Handyverstößen im Jahr aus

Carzoom.de
Fotos: ADAC via Autoren-Union Mobilität

Handyverstöße am Steuer sind nach einer aktuellen Untersuchung des ADAC trotz der hohen Unfallgefahr weiterhin stark verbreitet. Während jährlich rund 400.000 Fälle registriert werden, muss davon ausgegangen werden, dass die Dunkelziffer weit höher liegt. In einer aktuellen Verkehrsbeobachtung mit Fokus auf den fließenden Verkehr in fünf deutschen Großstädten wurden bei 2,7 Prozent der Kfz-Fahrer Handyverstöße festgestellt. Rechnet man dieses Ergebnis auf das gesamte Kfz-Verkehrsaufkommen in Deutschland im Jahr hoch, ergibt sich daraus die Zahl von rund einer Milliarde Verstöße – und damit ein hohes Risiko für die Verkehrssicherheit.

Die Beobachtungen ergeben, dass Radfahrer mit 1,4 Prozent seltener Handyverstöße begehen und dass unabhängig vom Verkehrsmittel bei einem Großteil der Verstöße das Handy in der Hand und nicht am Ohr gehalten wird. Wer tippt oder etwas auf dem Smartphone sucht, wendet den Blick und die Aufmerksamkeit von der Straße ab, mit potenziell gravierenden Folgen, warnt der ADAC. Denn wer bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h nur zwei Sekunden auf sein Handy schaut, fährt 28 Meter ohne Blick auf die Straße und riskiert so, einen Unfall zu verursachen.

Mehr als jeder zweite Autofahrer gibt in einer ADAC-Umfrage an, das Smartphone schon einmal während der Fahrt genutzt zu haben. 41 Prozent berichten zudem von gefährlichen Situationen im Straßenverkehr im Zusammenhang mit der Handynutzung anderer Verkehrsteilnehmer. Gleichzeitig besteht in der Bevölkerung eine breite Zustimmung für konsequentere Maßnahmen: Rund 70 Prozent sprechen sich für den Einsatz sogenannter Handy-Blitzer aus, die Verstöße automatisiert erfassen können.

Aus Sicht des ADAC ist deshalb kurzfristig eine deutliche Ausweitung der Kontrollen ein wichtiger Schritt. Mittelfristig fordert der Automobilclub, die rechtlichen Voraussetzungen für den flächendeckenden Einsatz von Handy-Blitzern zu schaffen.

Die Verkehrsbeobachtung fand in fünf deutschen Großstädten (Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln und München) an viel befahrenen Straßen statt. Dabei wurden bei 9573 Kraftfahrern 262 Handyverstöße registriert und bei 9239 Radfahrern 125 Vorfälle gezählt. (aum)

Veröffentlicht am 09.06.2026

UnternehmenADACSicherheit & VerkehrHandynutzung


 
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