2026-08-21 11:38:00 Automobile

Dodge Charger: Muscle-Car zwischen Strom und Sixpack

Carzoom.de
Fotos: Dodge via Autoren-Union Mobilität

Sein Name steht für sechs Jahrzehnte amerikanische Autogeschichte. Nun startet der Dodge Charger in Europa in eine neue Ära: Erstmals ist er als vollelektrischer Daytona und als Benziner mit Reihensechszylinder erhältlich. Beide Varianten setzen auf eine markante Optik, extreme Fahrleistungen und natürlich eine gehörige Portion Provokation.

Der Dodge Charger war noch nie ein Auto für die leisen Töne. Das gilt auch für die neue Generation, die die amerikanische Muscle-Car-Idee jedoch auf eine breitere technische Basis stellt. Erstmals ist der Charger in Europa mit zwei unterschiedlichen Antriebskonzepten erhältlich: vollelektrisch als Daytona oder mit dem neuen 3,0-Liter-Hurricane-Reihensechszylinder samt Biturbo-Aufladung.

Optisch bleibt der Charger seiner Rolle treu. Breite Schultern, eine lange Motorhaube, kurze Überhänge und die markante Widebody-Anmutung verleihen ihm jene Präsenz, die man von einem amerikanischen Performance-Modell erwartet. Der R-Wing-Luftkanal an der Front verbessert dabei nicht nur die Aerodynamik, sondern wird zum charakteristischen Erkennungszeichen der neuen Generation.

Das ikonische Muscle Car ist als zweitüriges Coupé und als viertürige Limousine lieferbar. Technisch basiert der Charger auf der Multi-Energy-Plattform STLA Large des Stellantis-Konzerns, auf der auch der Jeep Wagoneer S und der Maserati Grecale stehen. Dieses Konzept ermöglicht es Dodge, Elektro- und Verbrennertechnik in einem gemeinsamen Karosseriekonzept zu vereinen.

Die spektakulärste Interpretation ist der Charger Daytona Scat Pack. Zwei Elektromotoren – jeweils einer pro Achse – treiben alle vier Räder an und mobilisieren zusammen 500 kW beziehungsweise 670 PS. Den Sprint von 0 auf 96 km/h absolviert der Elektro-Charger laut Hersteller in 3,3 Sekunden, die Viertelmeile in 11,5 Sekunden. Eine Klasse darunter rangiert der Daytona R/T mit 400 kW (536 PS). Er benötigt 4,2 Sekunden für den Standardsprint und bewältigt die Viertelmeile in 12,4 Sekunden. Beide Varianten verfügen über eine 400-Volt-Architektur und eine 100,5 kWh große Batterie.

Für zusätzliche Dramatik sorgt die PowerShot-Funktion. Ein Druck auf die entsprechende Taste am Lenkrad aktiviert für kurze Zeit zusätzliche 40 PS. Das soll den ohnehin vehementen Vortrieb bei Überholmanövern noch einmal verschärfen. Auch akustisch will Dodge den Charakter des Muscle Cars bewahren. Der sogenannte Fratzonic Chambered Exhaust erzeugt einen künstlichen, aber bewusst emotional inszenierten Performance-Sound.

Trotz aller Show soll der Daytona nicht nur auf der Viertelmeile überzeugen. Laut Dodge kann die Batterie an einer DC-Schnellladestation mit bis zu 350 kW geladen werden. Unter optimalen Bedingungen soll sich der Ladezustand innerhalb von rund 27 Minuten von 20 auf 80 Prozent erhöhen lassen. Zehn Minuten Ladezeit sollen für bis zu 110 Kilometer zusätzliche Reichweite genügen.

Für den Daytona Scat Pack bietet Dodge außerdem ein Track-Package an. Dieses umfasst unter anderem ein adaptives Fahrwerk, Brembo-Bremsen mit roten Festsätteln sowie 20-Zoll-Räder mit 305er-Reifen an der Vorder- und 325er-Reifen an der Hinterachse. Der sogenannte Drive Experience Recorder zeichnet Fahrten auf der Rennstrecke auf und macht sie anschließend analysierbar.

Wer beim Begriff „Charger” unweigerlich an klassische Verbrennungsmotoren und Auspuffklang denkt, muss ebenfalls nicht umdenken. Der Charger Sixpack ist mit dem neuen Hurricane-Sechszylinder mit drei Litern Hubraum und zwei Turboladern ausgestattet. Als Scat Pack leistet der Reihensechszylinder 550 PS. Damit soll der Benziner in 3,9 Sekunden von 0 auf 96 km/h beschleunigen und die Viertelmeile in 12,2 Sekunden absolvieren. Die schwächere R/T-Variante kommt auf 420 PS und benötigt 4,6 Sekunden für den Sprint. Beide Varianten verfügen serienmäßig über Allradantrieb, können die Kraft aber auf Knopfdruck auch vollständig an die Hinterräder schicken.

Die Bestellphase für den neuen Dodge Charger ist in Europa eröffnet. Kunden können den Daytona sowie die SIXPACK-Modelle in den Varianten R/T und Scat Pack über den offiziellen Importeur KWA und dessen autorisiertes Händlernetz ordern. Die Preise beginnen bei 66.000 Euro. Die ersten Auslieferungen sind ab September 2026 vorgesehen.

Für den europäischen Markt wird der Charger in einer Plus-Konfiguration angeboten. Serienmäßig an Bord sind unter anderem 20-Zoll-Räder, elektrisch verstellbare Vordersitze, Premium-LED-Scheinwerfer, eine durchgehende LED-Lichtsignatur, ein 16-Zoll-Digitalinstrument, ein Head-up-Display und ein 360-Grad-Kamerasystem mit Bordsteinansicht. Hinzu kommen das beleuchtete Fratzog-Logo und ein fahrerorientiertes Cockpit mit Performance-Sitzen, abgeflachtem Lenkrad und 64-farbiger Ambientebeleuchtung. Optional stehen unter anderem ein Panorama-Glasdach, ein Alpine-Pro-Audiosystem mit 18 Lautsprechern sowie High-Back-Performance-Sitze zur Verfügung.

Zum Kauf gehören außerdem ein von Dodge-CEO Matt McAlear unterzeichnetes Echtheitszertifikat und ein Welcome-Kit. Käufer des vollelektrischen Daytona sollen zum Marktstart zudem von einem Angebot für eine Heimladestation inklusive Installation profitieren. Ob als lautlos losschießender Daytona oder als biturbo-befeuerter Sixpack – der Charger bleibt vor allem eines: ein Auto, das nicht um Aufmerksamkeit bittet, sondern sie einfordert. (aum)

Veröffentlicht am 21.08.2026

Auto & MobilesMarken & ModelleNeue ModelleDodgeChargerMuscle Car


 
Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzbedingungen, sowie kontaktiert zu werden.Mit (*) markierte Felder sind Pflichtfelder.