2026-07-17 09:16:00 Automobile

E-Scooter-Unfälle explodieren: TÜV verlangt härtere Eingriffe

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Fotos: Autoren-Union Mobilität/Unsplash

Die Zahl der E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden ist nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Vergleich zum Vorjahr um 38 Prozent von 11.944 auf 16.496 Unfälle im Jahr 2025 gestiegen. Im vergangenen Jahr kamen dabei 38 Menschen ums Leben. Seit Beginn der amtlichen Statistik im Jahr 2021 hat sich die Zahl der Unfälle mehr als verdreifacht (2021: 5535 Unfälle mit Personenschaden). Aus Sicht des TÜV-Verbands zeigt die Entwicklung, dass Verkehrssicherheit und Infrastruktur mit der wachsenden Nutzung nicht Schritt halten.

Zu den häufigsten Ursachen zählen falsche Straßennutzung wie das Fahren zu zweit, auf Gehwegen oder unter Alkoholeinfluss. „Dass der Gesetzgeber höhere Bußgelder und strengere Haftungsregelungen beschlossen hat, ist richtig“, sagt Robin Zalwert, Referent New Mobility beim TÜV-Verband. Es komme jetzt darauf an, diese Regeln auch wirksam durchzusetzen. Darüber hinaus schlägt der Verband weitere Maßnahmen vor.

Gerade weil junge Menschen überdurchschnittlich häufig in E-Scooter-Unfälle verwickelt sind, sollten E-Scooter fester Bestandteil der Verkehrserziehung werden. „Fahrsicherheitstrainings, ähnlich der Radfahrausbildung, während der Schulzeit könnten insbesondere jungen Nutzerinnen und Nutzern helfen, Risiken besser einzuschätzen und ihr Fahrzeug sicher zu beherrschen“, so Zalwert.

E-Scooter werden allerdings längst nicht mehr nur ausgeliehen, sondern gehören zunehmend auch zum privaten Fuhrpark. Nach Angaben des statistischen Bundesamts gab es im Jahr 2023 bereits rund 1,4 Millionen E-Scooter in deutschen Haushalten. Mit der wachsenden Zahl privater Fahrzeuge beobachtet der TÜV-Verband einen besorgniserregenden Trend: E-Scooter werden per App, Software oder technischen Umbauten manipuliert und erreichen statt der zulässigen 20 km/h Geschwindigkeiten von 40 km/h oder mehr. Für solche Geschwindigkeiten seien die Fahrzeuge aber weder konstruktiv ausgelegt noch gelte eine Helm- oder Führerscheinpflicht, was das Risiko schwerer Unfälle erheblich erhöht. „Illegale Manipulationen müssen deshalb konsequent aufgedeckt und geahndet werden", fordert Zalwert. Dafür sollte die Polizei gezielt punktuelle Straßenkontrollen durchführen, ähnlich den Schwerpunktkontrollen, die beispielsweise zur Überprüfung von Fahrradbeleuchtungen stattfinden.

Als Baustein für eine klimafreundliche Mobilität bieten E-Scooter gerade in Städten eine flexible Alternative zum Auto. Hier brauche es allerdings auch Straßen, auf denen sich die verschiedenen Verkehrsarten sicher begegnen können, hat sich jeder zweite verunglückte E-Scooter-Fahrende doch bei einem Zusammenstoß mit einem Pkw verletzt. Deshalb fordert Robin Zalwert eine „fehlerverzeihende Infrastruktur“ mit baulich getrennten und durchgängigen Wegen für Fahrräder und motorisierte Kleinstfahrzeuge. Verkehrssicherheit lasse sich nur erreichen, „wenn die Infrastruktur alle Verkehrsmittel gleichermaßen berücksichtigt und Konflikte im Straßenraum reduziert“. (aum)

Veröffentlicht am 17.07.2026

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