Erstmals in Deutschland: Renault Espace F1
Der Espace F1 ist ein Prototyp, der von Renault gemeinsam mit dem Hersteller Matra und dem Formel-1-Partner Williams entwickelt wurde. Das Fahrzeug wurde 1994 auf dem Pariser Autosalon zum zehnjährigen Jubiläum des Espace vorgestellt und kombiniert die Grundform der zweiten Modellgeneration mit einem V10-Motor aus der Formel 1. Das Triebwerk kam auch im Formel-1-Rennwagen zum Einsatz, mit dem Williams-Renault 1993 die Konstrukteurs Weltmeisterschaft gewann. Zwei Exemplare des Espace F1 wurden gefertigt: ein fahrbereites Fahrzeug und ein Standmodell.
Während das statische Modell auf dem Pariser Salon im Herbst 1994 enthüllt wurde, feierte die fahrbereite Version im Jahr darauf auf der Rennstrecke in Magny-Cours ihr Debüt. Am Steuer: Formel-1-Weltmeister Alain Prost. Der knapp 800 PS starke V10 von Renault beschleunigte den Van in nur 2,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ermöglichte eine Höchstgeschwindigkeit von rund 310 km/h. Gebaut wurde der Espace F1 vom französischen Hersteller Matra, der bis Herbst 2002 auch die Serienversion des Espace fertigte.
In markentypischem Gelb lackiert, verfügt der Espace F1 innen über vier ebenfalls in Gelb gehaltene Schalensitze. Eine transparente Abdeckung gibt den Blick auf den zwischen den hinteren Sitzen platzierten V10 frei. Armaturenbrett, Mittelkonsole und die Türverkleidungen sind aus Kohlefaser gefertigt. Die Instrumententafel entspricht dem des Formel-1-Rennwagens von Williams, auch das Lenkrad mit integrierten Schaltknöpfen ist ein modifiziertes Original.
Außen zeigt der V10-Van spezielle Schürzen und Lufteinlässe sowie einen markanten Heckflügel. Die seitlich am Flügel angebrachten Blinklichter erinnern daran, dass der Espace F1 zwischenzeitlich für einen Einsatz als Safety-Car in der Formel 1 vorgesehen war.
Zusätzliche Popularität erlangte das Modell mit der Rennsimulation Gran Turismo 2 für die Playstation. Auch in der aktuellen Version Gran Turismo 7 kann das Fahrzeug seit einem Update aus dem Dezember 2025 gefahren werden.
Das statische Modell des Espace F1 ist Teil der Renault-Sammlung in Flins in der Nähe von Paris. Für Jean Pierre Kraemer vom Tuning-Unternehmen JP Performance GmbH, das Automuseum betreibt, geht mit der Deutschland-Premiere des High-Performance-Vans „ein Traum in Erfüllung“.
Bei seinem Debüt im Frühjahr 1984 setzte der Espace mit seinem einzigartigen Raumkonzept sowie der Kunststoffkarosserie und bis zu sieben Sitzen – fünf davon einzeln herausnehmbar – Maßstäbe auf dem Automobilmarkt und prägte anschließend über mehrere Generationen hinweg das Segment der Mittelklasse-Vans. Mit der fünften Generation wandelte sich die Großraumlimousine zum Crossover, heute ist der Espace ein SUV.
Das PACE Automobil Museum ist eines der meistbesuchten Automobilmuseen in Deutschland. Es befindet sich am Westfalendamm 106-108 in Dortmund und ist mittwochs bis sonntags von 10.30 bis 18.30 Uhr geöffnet. Der Espace F1 wird bis Ende Juni ausgestellt. (aum)
Veröffentlicht am 09.01.2026


































