Fahranfänger sollten es erst einmal ruhig angehen
Fahranfänger sollten gezielt Zeiten und Orte mit wenig Verkehr wählen – etwa am frühen Morgen, am Wochenende oder in ruhigen Wohngebieten. Das Fahren im dichten Feierabendverkehr durch enge Innenstädte sorgt eher für Anspannung und Unsicherheit.
Auch gilt es, sich mit dem eigenen Fahrzeug vertraut zu machen. Autos von Fahranfängern oder der Familie sind nicht selten schon etwas älter und haben weniger Assistenzsysteme als der Fahrschulwagen, etwa Spurhalteassistent, Notbremsassistent und Berganfahrhilfe. Gerade das Anfahren am Berg mit Schaltgetriebe ohne technische Helferlein will geübt sein, zum Beispiel unter gezieltem Einsatz der Handbremse. Die GTÜ empfiehlt Fahranfängern, zunächst einige behutsame Runden auf bekannten Strecken oder einem Supermarkt-Parkplatz außerhalb der Öffnungszeiten zu drehen, um sich an das Auto zu gewöhnen.
Wichtig ist auch, sich im Straßenverkehr nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Das ist manchmal leichter gesagt als getan, wenn andere Autofahrer von hinten drängeln. Dennoch ist es wichtig, sich kein Tempo aufzwingen zu lassen. Entscheidend für die stressfreie Fahrt ist eine Geschwindigkeit, bei der man sich als Anfänger wohlfühlt. Auch alle anderen haben Autofahrer haben irgendwann einmal angefangen und sind nicht gleich routiniert unterwegs gewesen.
Schlechtes Wetter meiden: Nebel und Starkregen fordern selbst erfahrene Autofahrer heraus. Sofern möglich, sollten Anfänger daher kritische Straßenverhältnisse meiden, rät die GTÜ. Schlechte Sicht oder gar schneebedeckte Fahrbahnen können viel Stress verursachen oder den Neuling sogar schlimmstenfalls überfordern. Da kann der Spaß am Fahren nicht nur rasch verloren gehen, sondern steigt auch die Unfallgefahr.
Gerade in der Anfangsphase ist es in den meisten Fällen hilfreich, wenn ein Autofahrer mit viel Praxis auf dem Beifahrersitz dabei ist. Er kann wertvolle Tipps geben – etwa zum richtigen Einschätzen von Verkehrssituationen. Wichtig ist, dass der Beifahrer stets ruhig bleibt, konstruktiv unterstützt und keinen zusätzlichen Druck aufbaut. Zu viele Ratschläge, Druck oder gar Besserwisserei wirken kontraproduktiv.
Hohe Konzentration über längere Zeit ermüdet. Weil manchen Fahranfängern Routine fehlt, sind zunächst kürzere Strecken sinnvoll. Falls das nicht möglich ist, sind Pausen empfehlenswert, bevor Anspannung, Unsicherheit oder Müdigkeit zu groß werden. Schon wenige Minuten an der frischen Luft oder ein kurzer Spaziergang machen den Kopf wieder frei werden.
Manche Fahranfänger grübeln nach der Fahrt über Unsicherheiten oder Fehler. Zielführender ist, positive Momente wahrzunehmen, meint die GTÜ. Denn jede erfolgreich gemeisterte Fahrt bringt Routine und Sicherheit. (aum)
Veröffentlicht am 15.05.2026

