Fahrbericht Citroën ë-C3 Urban Range: Fährt vertraut, lädt begrenzt
Technisch bleibt vieles beim Bekannten. Der bekannte Elektromotor mit 83 kW (113 PS) bleibt an Bord, sodass sich gegenüber der größeren Akkuversion beim Losfahren, Einfädeln und Mitschwimmen im Stadtverkehr kaum ein gefühlter Nachteil ergibt. Der Antrieb reagiert spontan, das Auto kommt gleichmäßig in Bewegung und wirkt ausreichend präsent. Auch auf Landstraßen und kürzeren Überlandetappen bleibt der ë-C3 Urban Range gut einschätzbar. Er fährt unaufgeregt, rollt leise und ist mit seinem kompakten Format leicht zu manövrieren. Die Federungsabstimmung ist weiterhin auf Komfort getrimmt. Gleichzeitig zeigt die Höchstgeschwindigkeit von 125 km/h recht eindeutig, wo sich der Einsatzschwerpunkt befindet: nicht auf langen Autobahnetappen, sondern im überschaubaren Bewegungsradius.
Der entscheidende Unterschied steckt in der Batterie. Statt des 44-kWh-Akkus der Standard-Range-Version arbeitet der Urban Range mit rund 30 kWh brutto beziehungsweise 29,3 kWh netto. Die Reichweite liegt damit bei gut 200 Kilometern nach WLTP. Für viele typische Wege reicht das aus, etwa für Pendelstrecken, Einkaufsfahrten oder Besuche im näheren Umfeld, für flexiblere Fahrprofile wächst mit dieser Variante aber automatisch die Bedeutung von Ladepausen und -planung.
Und es gibt noch eine kleine Nickeligkeit. Citroën reduziert nicht nur die Batteriekapazität, sondern auch die Ladeoptionen. Serienmäßig ist ein einphasiger 7,4-kW-Onboard-Charger verbaut. Das klingt zwar zunächst brauchbar, in Deutschland stößt diese Lösung im Alltag aber schnell an praktische Grenzen, weil an vielen privaten 11-kW-Wallboxen einphasig effektiv nur 3,7 kW anliegen. Dann verlängern sich die Ladezeiten deutlich. Ein dreiphasiger 11-kW-Onboard-Charger ist zwar erhältlich, kostet aber 400 Euro extra. Ebenfalls optional ist der DC-Schnelllader, für den Citroën weitere 500 Euro aufruft. Damit relativiert sich der günstige Einstiegspreis, weil Funktionen, die zur Alltagsausstattung eines E-Autos gehören, nicht serienmäßig an Bord sind.
Hinzu kommt, dass die Ladeleistung selbst überschaubar bleibt. Mit dem DC-Lader sind maximal 30 kW (Standard Range 100 kW) möglich. Citroën rechnet für den Ladehub von 20 auf 80 Prozent unter Idealbedingungen dennoch nur rund 36 Minuten. Das ist für ein Fahrzeug mit kleiner Batterie eher lang. Der Urban Range macht also am meisten Sinn, wenn er vor allem dort unterwegs ist, wo seine Reichweite und Ladecharakteristik gut zum Nutzungsprofil passen. Das ist keine grundsätzliche Schwäche, aber eine klare Rahmenbedingung.
Ähnlich verhält es sich bei der Ausstattung. Die Urban-Range-Version ist nur als You und Plus zu haben. Dabei ist die Basis zwar kein nacktes Auto, aber schon sichtbar auf Vereinfachung getrimmt. In der You-Version etwa fehlt der zentrale Bildschirm, stattdessen übernimmt das Smartphone einen Teil der Infotainment-Aufgaben. Positiv bleibt, dass sich der Nutzwert nicht verändert hat. Der Citroën ë-C3 Urban Range ist weiterhin ein vollwertiger Fünfsitzer, der für seine Klasse ein ordentliches Raumgefühl bietet und im Alltag ein unkompliziertes Auto bleibt. Unterm Strich ist es aber kein günstiger Alleskönner, sondern ein bezahlbarer Spezialist für Menschen mit berechenbarem Fahrprofil und möglichst unkomplizierter Lademöglichkeit. (aum)
Daten Citroën e-C3 Urban Range
Länge x Breite x Höhe (m): 4,02 x 1,81 x 1,58
Radstand (m): 2,77
Antrieb: Elektrisch, 83 kW (113 PS), Frontantrieb, Eingang-Automatik
Max. Drehmoment: 125 Nm
Höchstgeschwindigkeit: 125 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 12,0 Sek.
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 16,5-17,2 kWh
Batteriekapazität, brutto/netto: 30,3/29,3 kWh
Reichweite (WLTP): 205-215 km
Max. Ladeleistung: 11 kW AC/ 30 kW DC
Leergewicht / Zuladung: 1413 kg / 472 kg
Kofferraumvolumen: 310 Liter
Anhängelast: k.A.
Preis: ab 20.140 Euro
Veröffentlicht am 28.04.2026
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