2026-05-29 12:49:00 Automobile

Fahrbericht Kia K4 Sportswagon: Familienfreund für Verbrennerfans

Carzoom.de
Fotos: Kia via Autoren-Union Mobilität

Die sportlichen „Nutzfahrzeuge“ beherrschen den internationalen Automobilmarkt, doch ein einst ebenso dominantes Segment will einfach nicht abtreten und hat sich zu einer Art automobilem gallischen Dorf entwickelt, das dem SUV-Trend die Stirn bietet. Die Rede ist von den Kombis, die vor allem in Deutschland noch immer eine treue Gefolgschaft haben. Mit dem Kia K4 Sportswagon rollt nun ein Neuzugang in diese automobile Klasse und überrascht zugleich mit seiner Antriebstechnik, denn der Neuzugang kommt mit klassischen Turbo-Verbrennungsmotoren zu den Kunden.

Der 4,69 Meter lange Kia K4 Sportswagon ist das Schwestermodell der bereits im vergangenen Jahr präsentierten und 25 Zentimeter kürzeren Schrägheckversion, auf neudeutsch auch Hatchback genannt, und tritt im C-Segment an, der nach wie vor wichtigsten automobilen Klasse. Kombis sind vor allem bei Familien beliebt, und deshalb gilt der erste Blick dem Kofferraum, der sich hinter der elegant geformten Heckklappe verbirgt. Dort wartet ein bis zu 604 Liter großes Volumen auf das Familiengepäck und bei umgeklappter die Rücksitzlehne entsteht ein maximal 1439 Liter großer Stauraum, der für einen Besuch im schwedischen Möbelhaus allemal ausreicht.

Im Innenraum blickt der Mensch hinter dem Lenkrad auf eine aufgeräumte digitale Informationszentrale, und über den benachbarten Bildschirm wird das Infotainment gesteuert. Das funktioniert auf Anhieb, und zum Glück wird die Klimatisierung über analoge Tasten gesteuert. Neben dem digitalen Tacho platzierten die Kia-Entwickler einen ebenfalls digitalen Drehzahlmesser. Die eingesetzten Materialien sind hochwertig, sauber verarbeitet und verbreiten so eine angenehme Atmosphäre. Die Frontsitze sind angenehm konturiert, bieten guten Seitenhalt und erreichen gute Komfortwerte. Im Fond herrschen angenehme Platzverhältnisse, so dass der Kia K4 seinem Anspruch als klassischer Familientransporter auf Anhieb gerecht wird.

Die Designer wählten für den K4 Kombi einen selbstbewussten Auftritt und übernahmen vom Schrägheckmodell die Lichtsignatur an der Front. Die starken horizontalen Linien vorne und am Heck verstärken den markanten Auftritt. In der Seitenansicht übernimmt der K4 Sportwagon die klassischen Kombilinien. Die Dachlinie mit einem Spoiler geht ohne Unterbrechung in die Heckklappe über und verstärkt den harmonischen Eindruck.

Wie beim Schrägheckmodell arbeitet in der Einstiegsvariante des Sportswagon ein Ein-Liter-Dreizylinder-Turbo (85 kW / 115 PS), bei dem die Leistung über ein manuelles Sechs-Gang-Schaltgetriebe an die Vorderräder übertragen wird. Das Triebwerk ist auch mit einem 48-Volt-Mildhybrid und einem Sieben-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe lieferbar. Der alternative 1,6-Liter-Vierzylinder leistet 150 PS (110 kW) oder 180 PS (132 kW). Bei beiden übernimmt ein Siebenstufen-DCT die Kraftübertragung. Mit der Topmotorisierung beschleunigt der Sportswagon in 8,4 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h, und bei 210 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht.

Einmal in Fahrt zeigt der K4 durchaus dynamische Eigenschaften. Das für den Einsatz in Europa vom Rüsselsheimer Entwicklungszentrum modifizierte Fahrwerk ist eine gelungene Mischung aus straff und komfortabel. Die schlimmsten Sünden der vernachlässigten Infrastruktur werden zumeist souverän geschluckt. Das DCT-Getriebe findet unauffällig im Hintergrund stets die passende Übersetzung, so dass sich der Sportswagon, wenn die Familie mal nicht an Bord ist, durchaus sportlich bewegen lässt. Dabei helfen die präzise Lenkung und die gut dosierbaren Bremsen. Dank der guten Aerodynamik gehört der K4 zu den Leisetretern. Erst jenseits von 150 km/h macht sich der Hüter der Winde Aeolus deutlicher bemerkbar, ohne allerdings allzu störend einzugreifen. Als Verbrauch verspricht Kia 7,1 Liter. Am Ende einer ersten Ausfahrt meldete der Bordrechner acht Liter.

Für die Unterhaltung bietet Kia seinen Kunden drei Pakete an. Das Basis-Entertainment kommt mit Streamingdiensten wie Amazon Music an Bord. Entertainment Plus erweitert den Zugang zu Apps und Videostreamingangeboten, und bei Entertainment Plus Wifi kommt die Wifi-Hotspotfunktion hinzu. In der Abteilung Assistenzsysteme sind unter anderem je nach Ausstattung ein aktiver Totwinkelassistent, ein elektronischer Helfer zur Vermeidung von Kollisionen beim Ausparken, ein Ausstiegswarner, der sich nähernde Fußgänger oder Radfahrer meldet und ein Autobahnassistent an Bord.

Die Preisliste für den Sportswagon beginnt bei 29.890 Euro für die Einstiegsversion Core, das sind 1000 Euro Kombi-Aufschlag. Die Variante Vision kostet mindestens 31.890 Euro, die wahrscheinlich beliebteste Ausstattung Spirit liegt bei 37.490, und für das Topmodell GT-Line wechseln mindestens 38.890 Euro den Besitzer. Eine Voll-Hybridvariante des in Mexiko für den europäischen Markt produzierten K4 steht bereits in den Startlöchern und wird bis Ende des Jahres nachgereicht. (aum)

Daten Kia K4 Sportswagon 1.6 T-GDI

Länge x Breite x Höhe (m): 4,69 x 1,85 x 1,43
Radstand: 2,72 m
Antrieb: R4-Benziner 1598 ccm, FWD, 7-Gang-DCT
Gesamtleistung: 110 kW / 150 PS
Max. Drehmoment: 250 Nm
Höchstgeschwindigkeit: 205 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 9,1 Sek.
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 7,1 Liter
CO2-Emissionen: 161 g/km
Leergewicht / Zuladung: min. 1526 kg / 455 kg
Preis: 35.390 Euro

Veröffentlicht am 29.05.2026

Marken & ModelleKiaK4FahrberichtKia K4 Sportswagon


 
Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzbedingungen, sowie kontaktiert zu werden.Mit (*) markierte Felder sind Pflichtfelder.