Fahrbericht Toyota Hilux: Fit für die Zukunft
Der globale Bestseller tritt antriebsseitig so breit aufgestellt wie nie an. Darüber hinaus mit geschärftem Design und deutlich mehr Digitalisierung. Seit 1968 wurde der Hilux über 27 Millionen Mal verkauft und steht weltweit wie kaum ein anderes Modell für Unverwüstlichkeit, Zuverlässigkeit und Dauerhaltbarkeit.
Optisch wirkt der 5,32 Meter lange Hilux deutlich moderner und dynamischer als bisher. Die markante Frontpartie, die neue Lichtsignatur mit den weit oben positionierten Scheinwerfern und der riesige Kühlergrill lassen den Pick-up präsenter auftreten, ohne dass er seine Geländegene verleugnet. Der Hilux wird ausschließlich als viertürige Doppelkabine angeboten. Allerdings verliert er seinen Ruf als günstiges Arbeitstier.
Wer auf ein Schnäppchen hofft, wird bei der neuen Generation des Pick-ups enttäuscht. Der Einstieg in die Welt des japanischen Dauerbrenners ist spürbar teurer geworden. Für das Basismodell „Duty” mit Doppelkabine verlangt Toyota inklusive Mehrwertsteuer nun 53.490 Euro. Zuvor lag der Einstiegspreis noch bei 47.469 Euro. Auch in den höheren Ausstattungslinien müssen Kunden tiefer in die Tasche greifen und wer elektrisch fahren will, muss mindestens 70.210 Euro investieren. Damit verabschiedet sich der Hilux endgültig von seinem Image als günstiger Lastesel.
Im Gegenzug legt Toyota beim Komfort im Innenraum deutlich nach. Ein neu entwickeltes Cockpit, große Displays und eine höherwertige Materialanmutung sollen den Hilux in puncto Komfort näher an moderne SUV heranführen. Auch die Sitzposition vorne ähnelt nun der in einem Pkw. In puncto Assistenzsysteme und Konnektivität ist der Hilux jetzt auf dem neuesten Stand: Das Toyota Safety Sense der dritten Generation wurde um digitale Services und Over-the-Air-Updates ergänzt. Damit verbindet der robuste Pritschenwagen seinen Nutzwert mit einem modernen Technikpaket. Praktische Lösungen sind dennoch Teil des Konzepts: Integrierte Trittstufen erleichtern den Zugang zur Ladefläche, die weiterhin mit einer für einen Pick-up niedrigen Ladekante punktet.
Elektroversion mit Einschränkung
Der Mildhybrid leistet 204 PS (150 kW), liefert ein maximales Drehmoment von 500 Newtonmetern und bleibt mit einer Nutzlast von bis zu 990 Kilogramm und einer Anhängelast von bis zu 3,5 Tonnen Anhängelast sowie zuschaltbarem Allradantrieb der klassische Schwerarbeiter im Programm.
Anders sieht es beim Hilux BEV aus. Der Vollzeitelektriker fährt mit einer 59,2-kWh-Batterie vor und hat im Gegensatz zum Diesel einen permanenten Allradantrieb. Die beiden Elektromotoren verfügen über eine Leistung von 144 kW (196 PS) und erreichen ein maximales Drehmoment von 206 Newtonmetern an der Vorder- und 269 Nm an der Hinterachse. Toyota nennt für den Stromer eine Anhängelast von 1600 Kilogramm und eine Nutzlast von 715 Kilogramm. Damit liegt die Zugkraft der Elektroversion deutlich unter der des Mildhybrid-Diesels.
Gerade dieser Punkt dürfte für viele gewerbliche Nutzer entscheidend sein: Die vollelektrische Variante bietet zwar emissionsfreien Betrieb, muss bei der Anhängelast aber klar zurückstecken. Mit 1,6 Tonnen Anhängelast eignet sich der BEV eher für leichtere Zugaufgaben, während der Diesel-Mildhybrid die robuste Transportlösung bleibt. Bei der Reichweite nennt Toyota bis zu 257 Kilometer nach EAER beziehungsweise bis zu 380 Kilometer innerorts. Das dürfte für die meisten Nutzer in einem urbanen Umfeld ausreichen. Das Nachladen an einem Schnellader geschieht mit 125 kW. So sollen die Akkus in 30 Minuten von 10 wieder auf 80 Prozent gefüllt sein.
Der Elektriker überzeugt auch im Gelände
Auch als Elektroauto ist der Hilux ein echter Geländewagen für harte Offroad-Abenteuer. Er verfügt über einen stabilen Leiterrahmen, wie er auch beim Diesel zum Einsatz kommt. Mit 20,7 Zentimetern Bodenfreiheit und großer Achsverschränkung fährt er mühelos durch tiefes Gelände. Sogar bis zu 70 Zentimeter tiefe Flussbetten stellen kein Hindernis dar. Die wassergeschützte Batterie sitzt dabei sicher im Rahmen. Das elektrische Allradsystem regelt die Kraft perfekt für jeden Untergrund, selbst in unwegsamem Gelände. Der einzige Unterschied zum Diesel ist, dass die Bodenfreiheit durch die Batterien um zehn Zentimeter geringer ist, was in den meisten Fällen jedoch noch vollkommen ausreicht.
Letztendlich bleibt der Hilux, was er immer war – nur zeitgemäßer denn je: ein charakterstarkes Werkzeug, das sich dem Wandel stellt, ohne seine Seele zu verlieren. (aum)
Veröffentlicht am 12.06.2026





























