2026-05-02 11:21:00 Automobile

Farizon SV und V7E: Geely nimmt die letzte Meile ins Visier

Carzoom.de
Fotos: Geely via Autoren-Union Mobilität

Nachdem sich die chinesischen Anbieter bisher vor allem auf den Markt der Personenwagen konzentriert haben, geraten jetzt auch die leichten Nutzfahrzeuge in das Visier der Hersteller aus der Volksrepublik. In Raunheim stellte jetzt Farizon, der Transporter-Ableger des Geely-Konzerns, sein Angebot für Logistiker vor. Mit den beiden Transportern Farizon SV und V7E fährt die Marke nun in das Segment der elektrischen leichten Nutzfahrzeuge, das bisher von europäischen Herstellern beherrscht. Im vergangenen Jahr erlebte das E-Segment auch hier einen deutlichen Aufschwung verzeichnen und steigerte seinen Marktanteil von 6,1 auf 11,2 Prozent.

Zwar beherrschen noch immer Diesel-Transporter mit einem Anteil von 80 Prozent die Zulassungen, doch der Trend zu CO2-neutralen Fahrzeugen nimmt Fahrt auf, und von dieser Situation will nun auch Geely profitieren. Vor allem Paket-Logistiker stellen ihre Flotten zunehmend auf elektrische Modelle um. Der vor 40 Jahren gegründete Konzern hat neben seinen Pkw-Marken eine komplette Nutzfahrzeug-Palette von Transportern für die „letzte Meile“ bis zu Bussen und schweren Lastwagen im Portfolio.

Farizon, im Jahr 2014 gegründet, folgt bei der Markteinführung einem bekannten Muster: Nachdem das Unternehmen zunächst auf Märkten rund um Deutschland gestartet ist, kommen die Transporter nun auch hierzulande in den Handel. Bisher hat Farizon 500.000 Nutzfahrzeuge weltweit verkauft und plant für das Jahr 2030 die Produktion von einer Million elektrischer Nutzfahrzeuge. Als Entwicklungspartner hat sich Farizon die Dienste von Bosch und ZF gesichert.
Zum Start stehen zwei Transporter im mit 15 Stützpunkten aktuell noch überschaubaren Händlernetz. Dennoch plant Farizon-Vertriebschef Leon Reiff in diesem Jahr mit einem Absatz von 1000 Fahrzeugen. Erreichen sollen dies der Farizon SV, der beim Euro NCAP-Test fünf Sterne erhielt und der V7E. Insgesamt 30 Assistenzsysteme, die sich während der Fahrt recht nervig bemerkbar machen, trugen zu diesem Abschneiden bei.

Der V7E kommt in einer Version mit einer Länge von 4,99 Meter auf den Markt und wird von einem 110 kW (150 PS) starken Motor angetrieben, der seine Energie von einem 66 kWh starken Akku bezieht und so eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h erreicht. Als Reichweite verspricht Farizon 328 Kilometer (475 km in der Stadt). Als Verbrauch gibt Farizon 22,4 kWh auf 100 Kilometer an. Am Schnelllader vergehen nach Werksangaben 18 Minuten, um den Akku von 20 auf 80 Prozent zu laden. Bei einer kurzen Ausfahrt rund um Frankfurt zeigte sich das Fahrwerk von seiner informativen Seite, so dass die Unebenheiten der Fahrbahn deutlich an den Menschen hinter dem Lenkrad weitergereicht werden. Das Transportvolumen beim SV liegt bei 6,95 Kubikmetern. Die Preisliste beginnt bei 32.600 Euro (ohne Mehrwertsteuer).

Der größere und komfortablere SV kommt in drei Längen (4,99, 5,49 und 5,99 Meter) zu den Kunden. Die Reichweiten liegen zwischen 303 und 398 Kilometern. Zur Wahl stehen zwei Energielieferanten mit 83 kWh oder 106 kWh. Das Transportvolumen reicht von 9,39 bis 11,2 Kubikmetern. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 135 km/h erreicht. Die Preisliste (ohne Mehrwertsteuer) beginnt bei 44.900 Euro und reicht bis 55.500 Euro für die Variante mit dem großen Akku. Die Batterien stammen vom Weltmarktführer CATL, mit dem Farizon seit zehn Jahren zusammenarbeitet.

Bei den Absatzgebieten konzentriert sich Farizon zum Start vor allem auf die westdeutschen Bundesländer (mit Ausnahme von Rheinland-Pfalz und dem Saarland). Für die Versorgung mit Ersatzteilen hat Farizon ein Lager in Baden-Württemberg aufgebaut, um die Händler innerhalb von 48 Stunden mit Teilen zu versorgen. (aum)

Veröffentlicht am 02.05.2026

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