2026-10-28 14:42:00 Automobile

GWM Haval H7: Grenzgänger zwischen Geländewagen und Familienauto

Carzoom.de
Fotos: GWM via Autoren-Union Mobilität

Chinesische Hersteller eint eine Leidenschaft. Statt die einzelnen Baureihen unter einem Dach anzubieten, gründen sie gerne eigenständige Marken für die unterschiedlichen Segmente, was für die europäische Kundschaft nicht immer auf Anhieb durchschaubar ist. Auch Great Wall Motors (GWM), seit 2006 in Europa unterwegs, begann mit verschiedenen Marken, hat sich aber inzwischen für einen Kurswechsel entschlossen und diese nun unter Konzernnamen vereint, sodass die Auswahl für den potenziellen Kunden deutlich übersichtlicher wird. Jüngster Zugang ist der GWM Haval H7.

Der H7 ist ein SUV, der sich mit seinem Auftritt allerdings deutlich von dem in diesem Segment üblichen glatt gebügelten Design unterscheidet. Mit seiner robusten Form „wollten wir die Eigenschaften eines Geländegängers mit den Eigenschaften eines Familienwagens verbinden“, erklärt Chefdesigner Arturo Peralta. Der H7 ist so zu einem SUV mutiert, das den aufrechten Gang gelernt hat. „Wir haben uns beim Design ganz bewusst an Elementen der chinesischen Architektur orientiert“, beschreibt Peralta die Designentwicklung.

Der 4,68 Meter lange H7 wird seiner Rolle als „Familien-SUV“ durchaus gerecht. Im Innenraum herrschen großzügige Platzverhältnisse, die Materialien sind hochwertig, und mehr als 40 Ablagen laden zum fröhlichen Suchspiel ein. Das Gepäckabteil hinter der wuchtigen Hecktür mit dem aufgesetzten Reserverad fasst familientauglich mindestens 584 Liter, was sich auf 1404 Liter vergrößern lässt. Natürlich besitzt der H7 die digitalen Bedienelemente über den zentralen, 12,3 Zoll messenden Bildschirm, doch gleichzeitig zeigen die Schalter unterhalb des Monitors, dass die analoge Welt auch ihre guten Seiten hat.

Als Antrieb kommen drei Antriebsformen zum Einsatz. Neben einem klassischen Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner ohne elektrische Unterstützung, der 215 PS (158 kW) leistet und die vier Räder antreibt, stehen Hybridversionen im Angebot. Topmodell ist der Haval H7 Hi4 mit Allrad- oder Frontantrieb und Plug-in-Hybridtechnik. Zusammen mit einem 1,5-Liter-Benziner und einem Elektromotor kommt die Antriebseinheit auf eine Systemleistung von 435 PS (320 kW), die den Wagen in 4,9 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt. Die Endgeschwindigkeit ist bei 190 km/h erreicht. Die 33,7 kWh LFP-Batterie kommt in der Variante mit Frontantrieb auf eine elektrische Reichweite von 150 Kilometern, und als Verbrauch verspricht GWM 1,5 Liter, der Allradler verlangt nach 129 Kilometern nach einer neuen Ladung, wobei am Schnelllader 18 Minuten vergehen, um den Akku von 30 auf 80 Prozent zu laden. Außerdem schickt GWM den Vollhybrid Hi2 mit einer Leistung von 247 PS (182 kW) an den Start.

Der Haval 7 kommt in zwei Ausstattungslinien, Premium und Business auf den Markt. Zum Serienumfang gehören in beiden Varianten unter anderem Ledersitze, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, LED-Scheinwerfer und 20 Assistenzsysteme sowie sieben Airbags, beheizte und belüftete Frontsitze, beheizbares Lenkrad und eine Audioanlage mit zehn Lautsprechern. Die Preise für den GWM Haval 7 stehen noch nicht fest, doch Europa-Produktmanager Thomas Schemera verspricht „einen Preis, der für die Verbrenner- und Hybridversionen bei deutlich unter 40.000 Euro beginnen wird. Das Topmodell mit Plug-in-Hybrid- und Allradantrieb wird bei weniger als 50.000 Euro starten.“ In Italien wird der H7 bereits angeboten, und dort wechseln für den GWM H7 mit Hybrid- und Allradantrieb 37.000 Euro den Besitzer.

Für den H7 entwickelten die GWM-Ingenieure mit Hilfe der künstlichen Intelligenz die „Guiyan-Plattform“, die für alle Antriebsarten eingesetzt werden kann. Eine batterieelektrische Variante des H7 wird im Laufe des kommenden Jahres nachgereicht werden. Die Mannschaft des 2021 eröffneten europäischen Entwicklungszentrum in München hat das SUV mit ausführlichen Testfahrten für den europäischen Markt überarbeitet. In Deutschland ist GWM derzeit mit rund 120 Händlern vertreten.

Neben dem Entwicklungs- und Forschungszentrum in München startet GWM im kommenden Jahr die Produktion des Ora 5 in Bulgarien. Die geplante Kapazität der Fabrik liegt bei 50.000 Einheiten – nicht viel im Vergleich zu den Plänen anderer chinesischer Hersteller, „doch wir wollen Schritt für Schritt wachsen und können bei Bedarf die Produktion steigern“, erklärt Nicole Wu, Chief Technology Officer bei GWM. Und: „Wir wollen nicht einfach Autos in Europa verkaufen, wir wollen ein Teil von Europa werden.“ (aum)

Veröffentlicht am 28.10.2026

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