2026-02-04 14:46:00 Automobile

Hannes denkt den Herd im Camper neu

Carzoom.de
Fotos: Robert Meschede via Autoren-Union Mobilität

Das Start-up Hannes Camper hat sich in kurzer Zeit eine treue Fangemeinschaft erobert. Den nahezu komplett ausgestatteten Kastenwagen auf Basis des Citroën Jumper oder Fiat Ducato ist dies durch ein frisches Design und attraktive Preise gelungen. Zum neuen Modelljahr ändert sich der Auftritt und es gibt eine kurze Version der Tochtermarke Viica-Camper mit nur 5,40 Metern Länge. Vor allem aber die neue Küchentechnik kann begeistern.

Von der saloppen Bezeichnung „Großer Hannes“ für die Camper-Vans mit 6,40 Metern Länge haben sich Geschäftsführer Robert Meschede und seine Mitstreiter verabschiedet. Künftig lassen die Zahlen 54, 60 oder 64 Rückschlüsse auf die Fahrzeuglänge zu. Innen haben die Ausstattungselemente in der Küche die Farbe gewechselt, Armatur und Spülbecken sind schwarz. Dazu kommt eine neue Herdtechnik. Statt der üblichen Brenner und Roste des Gaskochers ist eine dunkle Keramikplatte bündig in die Küchenoberfläche integriert. Das wirkt auf den ersten Blick wie ein Induktionskochfeld, ist es aber nicht. Denn unter der Glaskeramik wird Gas verbrannt, welches die beiden Kochzonen in mehreren Stufen erhitzt.

Die Vorteile: Die Hitze wird nicht seitlich abgestrahlt, sondern ausschließlich an die Böden von Töpfen und Pfannen weitergegeben. Wenn etwas überkocht, lässt sie die ebene, gläserne Fläche mühelos reinigen. Die edle Anmutung ist eine gern genommene Dreingabe. Im Bad bleibt es beim weißen Waschbecken, dessen Form jedoch künftig oval statt rund ist, die Mischarmatur ist wiederum dem Zeitgeist folgend schwarz.

Bei der Energieversorgung sollte der Viica-Camper aber nachschärfen. Da der Kompressor-Kühlschrank ausschließlich mit elektrischer Energie betrieben werden kann und auch das Gebläse der Dieselheizung ordentlich Strom verlangt, ist es mit der Unabhängigkeit vom Landstrom nicht weit her. Serienmäßig wird eine konventionelle Blei-Gel-Batterie mit nur 92 Ah Kapazität eingebaut, die dürfte eine Nacht, unter günstigen Bedingungen auch zwei Nächte ohne Nachladen schaffen. Wer unabhängiger von bestromten Stellplätzen sein will, sollte den optionalen Lithiumakku mit 100 Ah für 1400 Euro oder gleich das Autark-Paket mit Solaranlage, Wechselrichter und je nach Bedarf 100 oder 200 Ah starker Lithiumbatterie für 3500 oder 5500 Euro wählen.

Der Innenraum des kurzen Viica Vans zeigt im Heck eine interessante Lösung. Dort ist eine Sitzgruppe mit zwei seitlichen Längsbänken und mittlerem Tisch zu finden, die nachts zum Bett für zwei umgebaut werden kann. Auf Wunsch wird zusätzlich ein Hubbett (1900 Euro) installiert, das den Verzicht auf den abendlichen Umbau erlaubt oder auch zwei zusätzliche Schlafplätze an Bord bringt. Wer zu viert noch komfortabler auf Reisen gehen möchte, bestellt das Aufstelldach mit einer 204 mal 130 Zentimetern großen Liegefläche für 7200 Euro. Mehr als vier Camper sollten nicht auf Reisen gehen, denn es gibt an Bord nur vier zugelassene Sitzplätze während der Fahrt und ebenso viele für das abendliche Dinner an der Halbdinette in Wagenmitte, wenn die Sitze im Fahrerbereich gedreht und so integriert werden.

Die Ausstattung des Viica 54 ist anständig, Leichtmetallräder gehören ebenso dazu wie eine Anhängerkupplung, das Infotainmentsystem mit Navigation, eine Markise, Druckwasserpumpe, isolierter Abwassertank und der 140 PS (103 kW) starke Dieselmotor des Citroën Jumper. Die Preisliste beginnt bei 74.900 Euro. Wer eine Automatik wünscht, zahlt satte 4000 Euro Aufpreis, der Fiat Ducato als Basis ist nur mit dieser zu haben und kostet dann gleich 6000 Euro mehr. Papiere und Fracht müssen grundsätzlich immer mit 1400 Euro bezahlt werden. (aum)

Veröffentlicht am 04.02.2026

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