Hilfe bei der Stellplatzplanung: Weilburg macht es vor
Der Caravan-Salon 2026 ist Geschichte, die Zahl der Neuheiten und durchaus innovativen Zubehörangebote war groß, die der Besucher im Vergleich zu den Vorjahren leicht rückläufig. 259.000 Caravaninginteressierte strömten vom 28. August bis zum 6. September auf das Messegelände in Düsseldorf, ein Drittel von ihnen waren Neueinsteiger und die Hälfte kam mit einer konkreten Kaufabsicht zur größten Caravaning-Messe der Welt. Das wiegt schwer, denn in der jüngeren Vergangenheit hatte der Aufwärtstrend beim Absatz von Freizeitfahrzeugen eine kleine Pause eingelegt.
Ebenso wichtig ist die Hilfestellung der Messe und des Caravaning Industrie Verbands (CIVD) bei der Errichtung der passenden Infrastruktur. Denn während die Zahl der Reisemobile ständig zugelegt hat, ist das Angebot an passenden Stellplätzen nicht angemessen mitgewachsen. Beim 6. Deutschen Stellplatz-Tag, einer Konferenz für Projektverantwortliche in Städten und Gemeinden, wurden deshalb erneut praxisnahe Unterstützungsangebote zur Verfügung gestellt. Die Broschüre „Planungshilfe Reisemobilstellplatz“ ermöglicht eine strukturierte Orientierung zu Planung, Genehmigung und Betrieb von Stellplätzen als Arbeitsgrundlage für Kommunen, Investoren und Betreiber.
Dies hat die malerische Stadt Weilburg, hoch auf einem Felsen über der Lahnschleife thronend, zur Verbesserung der örtlichen Wohnmobilstation bewogen. Bis Ende des Jahres sollen auf dem Gelände des Festplatzes Hainallee insgesamt 45 neue moderne Wohnmobilstellplätze in unterschiedlichen Größen entstehen. Bürgermeister Johannes Hanisch will damit die touristische Infrastruktur der Residenzstadt nachhaltig stärken. Mobile Baumbepflanzungen sollen für eine parkähnliche Atmosphäre sorgen und können bei drohendem Hochwasser rechtzeitig versetzt werden.
Die neue Wohnmobilstation in Weilburg bietet künftig einen deutlich höheren Ausstattungsstandard. Drei Sanitärcontainer mit getrennten Duschen und Toiletten für Damen und Herren sowie eine barrierefreie Dusche mit WC, die über eine Rampenanlage erreichbar ist, verbessern das Komfortangebot für die mobilen Gäste. Frischwasser-Ver- und Grauwasser-Entsorgung, Stromanschlüsse und eine Müllsammelstation können genutzt werden, ebenso eine Reinigungsstation für Kassetten-Toiletten. Eine Schrankenanlage mit Kennzeichenerkennung ermöglicht eine komfortable Ein- und Ausfahrt. Die Stellplatzbuchung erfolgt automatisiert über einen Kassenautomaten in Verbindung mit dem jeweiligen Fahrzeugkennzeichen.
Die hohe Gesamtinvestition von rund 780.000 Euro muss die Stadt nicht alleine aufbringen. Die Informationen vom Stellplatztag haben zu einer Förderung des Projekts im Rahmen des LEADER-Programms 2023–2027 mit einem Zuschuss in Höhe bis zu 347.896 Euro aus Landes- und EU-Mitteln geführt. Von der Investition profitieren nicht nur die beteiligten Bauunternehmen, auch die Stadt gewinnt zusätzlich an Attraktivität. „Mit der neuen Wohnmobilstation investieren wir gezielt in die touristische Zukunft Weilburgs. Wir schaffen ein modernes und attraktives Angebot für Reisemobilisten und stärken gleichzeitig unsere Innenstadt, die Gastronomie, den Einzelhandel sowie unsere kulturellen Einrichtungen. Die Wohnmobilstation ist ein wichtiger Baustein, um Weilburg als Reiseziel noch attraktiver zu machen“, so Bürgermeister Johannes Hanisch beim Start der Bauarbeiten.
Der Stellplatz liegt nahe der Innenstadt in attraktiver Lage mit Aussicht auf die historische und pittoreske Altstadt. In Weilburg starten außerdem die beliebten Kanufahrten auf der Lahn, die unter anderem durch den 195 Meter langen, ältesten und heute noch befahrenen Schiffstunnel Deutschlands die Stadt unterqueren. Sehenswert ist außerdem das Schloss mit dem Bergbau- und Stadtmuseum sowie einem äußerst gepflegtem Park. Ebenfalls besuchenswert: die 200 Meter lange und bis zu 30 Meter hohe Kristallhöhle im Stadtteil Kubach. Große Teile der Wände dieser Klufthöhle sind mit unzähligen Kalkspatkristallen und Perlsinter besetzt. Der Kristallschmuck der Wände gilt in dieser Form als einzigartig in Deutschland. (aum/mk)
Veröffentlicht am 07.09.2026
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