2026-07-15 14:51:00 Automobile

Im Tunnel die Ruhe bewahren

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Fotos: GTÜ via Autoren-Union Mobilität

Viele Autofahrer sind angespannt, wenn sie durch einen Tunnel fahren. Weit über 400 Straßentunnel gibt es hierzulande, allein im Fernstraßennetz sind es mehr als 270. Als Tunnel gilt eine mindestens 80 Meter lange Unterführung. Erst Anfang des Jahres hat eine Umfrage des Fernstraßen-Bundesamts bestätigt, dass rund ein Drittel der Verkehrsteilnehmer mit einem mulmigen Gefühl durch längere Unterführungen fährt. Gründe dafür sind unter anderem der enge Raum, künstliches Licht und intensivere Verkehrsgeräusche. Das steigert auch die Angst vor einer Panne oder einem Unfall in der Röhre. Besonders groß kann der Stress für Fahrer sein, die nur selten längere unterirdische Passagen benutzen – beispielsweise bei Urlaubsfahrten. Die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) gibt einige Tipps.

Aktuelle Studien zeigen, dass viele Verkehrsteilnehmer den Stress bei Tunnelfahrten bereits im Übergangsbereich zum Tunnel spüren. Deshalb empfiehlt die GTÜ, sich rechtzeitig vor der Einfahrt darauf einzustellen und eine klare Routine zu entwickeln: Tempo reduzieren, Abblendlicht einschalten und ausreichend Abstand halten. Wer eine Sonnenbrille trägt, sollte sie abnehmen, damit sich die Augen schnell an die Lichtverhältnisse gewöhnen können. Das entspannt die Fahrsituation und hilft beim Umgang mit den veränderten Bedingungen im Tunnel. Zugleich entsteht ein beherrschbarer Ablauf statt eines Stressmoments.

Und wenn es doch einmal zu einer Panne oder einem Unfall kommt? Dann gilt die wichtigste Regel: Ruhe bewahren und umsichtig handeln. Bei einer Panne wird zunächst der Warnblinker eingeschaltet und das Fahrzeug möglichst weit rechts angehalten. Lässt sich das Auto noch fahren, bringt man es am besten aus dem Tunnel oder zumindest bis zur nächsten Pannenbucht. Anschließend wird der Motor ausgeschaltet und die Pannen- oder Unfallstelle mit dem Warndreieck abgesichert. Die GTÜ erinnert daran, dabei stets eine Warnweste zu tragen und auf die eigene Sicherheit zu achten. Bei einem Unfall sollte sofort ein Notruf abgesetzt und bei Bedarf Erste Hilfe geleistet werden. Sollte es zu einem Brand kommen, sollte dieser möglichst selbst gelöscht werden – allerdings nur, wenn dies ohne Eigengefährdung möglich ist.

Notrufe im Tunnel setzt man am besten über die nächstgelegene Notrufstation ab. Solche Stationen gehören zur Sicherheitsausstattung und verfügen über eine Direktverbindung zur Leitzentrale. Die Disponenten erhalten dadurch eine präzise Standortbestimmung und können umgehend die richtigen Maßnahmen einleiten – vom Alarmieren der Rettungskräfte bis zum Sperren von Fahrstreifen. Moderne Verkehrstunnel in Deutschland sind auf Zwischenfälle gut vorbereitet. Sie gehören zu den am besten überwachten und technisch ausgerüsteten Verkehrswegen und verfügen häufig über Videoüberwachung und Lautsprecher.

Grüne Rettungszeichen mit dem Piktogramm eines laufenden Menschen weisen in deutschen Straßentunneln den kürzesten Weg zum nächsten Notausgang. In modernen Tunneln ist dieser höchstens 150 Meter entfernt. In den Nachbarländern gelten ähnliche Standards. Die auffällig markierten Notausgänge führen in einen sicheren Bereich. Bei Tunneln mit zwei Hauptröhren dienen meist Querstollen als Fluchtweg in die benachbarte Röhre.

Grundsätzlich sollte im Tunnel, so die Gesellschaft für Technische Überwachung, mit erhöhter Aufmerksamkeit gefahren werden. Dazu gehört beispielsweise, auf Anzeigen wie Fahrstreifensignale zu achten, das Radio für Verkehrsdurchsagen eingeschaltet zu lassen, sich die Position von Notrufstationen und Fluchtwegen einzuprägen und bei beginnendem Stau umgehend eine Rettungsgasse zu bilden. (aum)

Veröffentlicht am 15.07.2026

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