2026-01-09 09:41:00 Automobile

Kia EV2: Kleiner Stromer mit großen Ambitionen

Carzoom.de
Fotos: Kia via Autoren-Union Mobilität

Einer der prägenden Trends des europäischen Autojahres 2026 werden kleine, kompakte und bezahlbare Elektroautos sein. Kia als einer der Pioniere im Stromer-Markt will auf dem perspektivisch zweitgrößten Segment in Europa kräftig mitmischen und hat dafür heute auf der Brüsseler Motor Show sein neues Elektro-Einstiegsmodell EV2 präsentiert. Das speziell für Europa entwickelte und hier produzierte B-SUV misst 4,06 Meter in der Länge und positioniert sich gegen Wettbewerber wie Jeep Avenger, Fiat Grande Panda oder Citroën e-C3 aus dem Stellantis-Konzern, den Renault 4, den Mini Aceman sowie gegen kommende Modelle wie VW ID Polo und Skoda Epiq.

Optisch ordnet sich der EV2 sichtbar in Kias EV-Familie ein. Die kastige Box-SUV-Silhouette, der hoch bauende Vorderwagen und die kantigen, schwarz eingefassten Radläufe zitieren klar den großen EV9. Besonders prägnant wirkt die fast senkrechte Front mit ihrer klammerförmig-vertikalen Lichtsignatur. In der sportlich angehauchten GT-Line-Version sorgen schwarze Hochglanzakzente an Frontgrill, Stoßfängern und Nebelscheinwerferabdeckungen für einen edleren Auftritt.

Im Innenraum bleibt Kia seiner neuen Design-DNA treu. Soll heißen, das Cockpit wird von einem durchgehenden Infotainment-Panel geprägt, bestehend aus einem 12,3-Zoll-Fahrerdisplay, einem gleich großen zentralen Touchscreen sowie einem 5,3-Zoll-Monitor für die Klimasteuerung dazwischen. Over-the-Air-Updates und spätere Funktionsupgrades sind vorgesehen. Ambientebeleuchtung und nachhaltige Materialien sollen zusätzlich eine moderne, wohnliche Atmosphäre schaffen.

Besonderen Wert legt Kia auf Variabilität und Alltagstauglichkeit, die den EV2 zum potenziellen „Hauptfahrzeug des Haushalts“ machen sollen. Grundlage ist eine spezielle Elektroplattform mit 2,57 Metern Radstand. Kunden können zwischen einer Vier- und einer Fünfsitzer-Konfiguration wählen, jeweils mit unabhängig verschieb- und neigbaren Rücksitzen. So entstehen im Fond bis zu 958 Millimeter Beinfreiheit, die Kopffreiheit beträgt in beiden Sitzvarianten 973 Millimeter. Beim Gepäckraum bietet der EV2 als Viersitzer bis zu 403 Liter, als Fünfsitzer 362 Liter Volumen, ergänzt um einen 15-Liter-Frunk unter der Fronthaube.

Für den Antrieb des EV2 sorgt ein 108 kW starker Elektromotor, der mit zwei Batteriegrößen kombiniert wird: 42,2 kWh für die Standardversion und 61,0 kWh für die „Langstreckenvariante“. Kia stellt eine elektrische Reichweite von bis zu 317 Kilometern beziehungsweise bis zu 448 Kilometern in Aussicht, die finale WLTP-Zertifizierung steht aber noch aus. Beide Varianten verfügen über eine 400-Volt-Architektur und ermöglichen Gleichstrom-Schnellladen. Beim Standardmodell soll der Akku an entsprechenden DC-Ladestationen von 10 auf 80 Prozent in 29 Minuten, die größere in „etwa 30 Minuten“ gefüllt sein. Wechselstromladen ist vom Start weg mit 11 kW und optional mit 22 kW möglich, was den Fokus auf die in Europa dominante AC-Infrastruktur widerspiegelt.

Zur Technikoffensive gehört auch ein vollständig vernetztes EV-Erlebnis: Ein integrierter Routenplaner arbeitet mit Charge- und Plug-&-Charge-Funktionen zusammen und ermöglicht nahtloses Laden ohne Karten oder Apps. Hinzu kommen bidirektionale Ladefunktionen über V2L und V2G, mit denen externe Geräte betrieben oder Strom ins Netz zurückgespeist werden kann. Abgerundet wird das Paket durch eine umfangreiche Auswahl an Assistenzsystemen, darunter Autobahn-Assistent, Frontkollisionswarner, intelligenter Tempomat, Toter-Winkel- und Rundumsicht-Monitor sowie moderne Parkassistenten. Darunter auch der „Remote Smart Parking Assist Entry“, mit dem der Wagen von außen mit dem Smart-Key-Fahrzeugschlüssel manövriert werden kann, was es in diesem Segment bislang noch nicht gibt.

Der EV2 ist nach dem EV4 das zweite rein elektrische Modell aus dem Kia-Werk Žilina. Die Produktion startet zweistufig: Ab Februar 2026 läuft die Version mit Standardreichweite vom Band, ab Juni folgen die Langstreckenvarianten und die GT-Line. Somit werden die ersten Modelle voraussichtlich im Frühjahr beim Händler stehen. Preise und Ausstattungsdetails nennt Kia erst zum Marktstart. Angesichts der Konkurrenz dürften (und sollten) die sich unterhalb der Marke von 25.000 Euro bewegen. (aum)

Veröffentlicht am 09.01.2026

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