2026-05-28 11:09:00 Automobile

KTM wehrt sich gegen Vorwürfe

Carzoom.de
Fotos: KTM/F. Kastinger via Autoren-Union Mobilität

KTM sieht sich derzeit mit Vorwürfen konfrontiert, Sportenduros ohne gültige Straßenzulassung als reguläre Motorräder zu verkaufen. Der Hersteller weist diese Anschuldigungen zurück. Ein Recherchekollektiv hatte berichtet, dass Händler europaweit Wettbewerbsmaschinen der Marke entdrosseln und ohne Katalysator, jedoch mit offiziellen Papieren für den Straßenverkehr anbieten.

Der österreichische Hersteller erklärt dazu: „Enduro-Modelle sind in ihrem Kern Sportgeräte, die jedoch im homologierten Auslieferungszustand auch auf öffentlichen Straßen gefahren werden dürfen. Diese duale Nutzbarkeit ist gewollt, notwendig und branchenüblich: Damit Enduro-Maschinen an offiziellen Wettbewerben teilnehmen können, müssen sie nach den Regularien des Motorrad-Weltverbands FIM zuvor in homologiertem Zustand ausgeliefert werden.“ Die Fahrzeuge verließen das Werk „ausschließlich in straßenzulassungsfähigem, homologiertem Zustand“. Dies sei branchenüblich und keine Besonderheit von KTM.

Auf Kundenwunsch könnten die gedrosselten Maschinen anschließend für den Wettbewerbs- oder Geländeeinsatz auf Privatgelände mit voller Leistung und ohne Abgasnachbehandlung umgerüstet werden. In diesem Fall erlischt die Straßenzulassung, da das Fahrzeug dann ausschließlich als Sportgerät gilt. Dies bestätigte zumindest ein Händler in einem Fernsehbeitrag des ZDF-Magazins „Frontal“ gegenüber einem Käufer. „Käufer unserer Enduro-Maschinen werden ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Straßenzulassung mit dem Umbau für den Wettbewerb erlischt und das Fahrzeug nicht mehr im öffentlichen Straßenverkehr verwendet werden darf“, betont KTM.

Nach Angaben des Unternehmens machen die in Europa vertriebenen Sportenduro-Modelle rund drei Prozent des weltweiten KTM-Absatzes aus. Zu den in den Berichten angesprochenen Emissionsfragen erklärt der Hersteller: „Motorräder verursachen in Deutschland laut Umweltbundesamt rund 0,3 Prozent der gesamten CO₂-Emissionen. Enduro-Wettbewerbsmodelle stellen davon nur einen sehr geringen Anteil dar. Ihre Laufleistung liegt deutlich unter der von Straßenmotorrädern, da sie nur wenige Stunden pro Jahr im Sport- und Trainingsbetrieb eingesetzt werden.“ (aum)

Veröffentlicht am 28.05.2026

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