Praxistest Citroën C5 Aircross Hybrid: Komfortabler Familienfreund
Gleichzeitig verabschieden sich die Kreativen in Paris von den rundlichen Formen des Vorgängers und schufen ein neues Design für die Neuauflage des SUV, bei dem sie bewusst auf Kante setzen, die dem C5 Aircross einen markanteren Auftritt vermittelt und die neue Designsprache der Marke, die bereits mit dem kleineren C3 Aircross begonnen hat, fortsetzt.
In der Lyrik der Marketingexperten ist der C5 Aircross allerdings mehr als ein weiterer SUV. Dank des als „C-Zen-Lounge“ getauften Innenraums soll das Modell ein Raumgefühl wie in einem Wohnzimmer ausstrahlen. Um diesen Effekt zu erreichen, spendierten die Entwickler dem Flaggschiff der Marke die neuen „Advanced Comfort Sitze“, die in der Tat zu den komfortableren Sitzgelegenheiten gehören und doch gleichzeitig ausreichend Seitenhalt mitbringen. Mit der „Advanced Comfort Federung“ erinnert der C5 Aircross an die vor vielen Jahren aufgegebenen hydropneumatische Federung. Diese Kombination macht ihn zu einem der angenehmsten Vertreter seiner Gattung – wenigstens für Zeitgenossen, die der französischen Auslegung der Automobilität zugeneigt sind. Unebenheiten in der Fahrbahn werden dank der „mitdenkenden Stoßdämpfer“ weitgehend geschluckt, und lediglich bösartige Bodenwellen machen sich dezent bemerkbar.
Der C5 Aircross nutzt die STLA-Medium-Plattform des Stellantis-Konzern, die dank ihrer Flexibilität einen verlängerten Radstand ermöglicht, der den Menschen im Innenraum zugutekommt. Im Vergleich zum Vorgänger wuchs die Außenlänge auf 4,65 Meter und der Radstand auf 2,78 Meter. Vor allem die Passagiere im Fond profitieren von diesem Wachstum. Der Mensch hinter dem abgeflachten Lenkrad blickt auf eine aufgeräumte Informationszentrale, und über den sogenannten, 13 Zoll messenden eleganten Waterfall-Bildschirm (der größte bisher von Citroën eingesetzte), wird das Infotainment samt Navigation gesteuert. Auf analoge Tasten verzichteten die Designer – allerdings können die Klimatisierung und andere Funktionen über eine Symbolleiste am unteren Rand des Bildschirms eingestellt werden. Als Ersatz für haptische Tasten kommt die Sprachsteuerung „Hello Citroën“ ins Spiel, und außerdem ist Chat GPT integriert. Zudem hilft das in der Topausstattung Max serienmäßige Head-up-Display als Informationsquelle.
Die Materialien im Innenraum sind sauber verarbeitet, und dank der Feinarbeit der Aerodynamiker herrschen angenehme akustische Verhältnisse. Allerdings könnten die Materialien für ein Marken-Flaggschiff durchaus hochwertiger sein. Offensichtlich hat der Rotstift bei der Auswahl eine entscheidende Rolle gespielt.
Als Antrieb für die Hybridversion wählten die Verantwortlichen die „motorische Allzweckwaffe“ des Konzerns. Der 1,2-Liter-Dreizylinder leistet 136 PS (100 kW) und ist mit einem 21 kW (12 PS) leistenden Elektromotor verbunden, was eine Systemleistung von 145 PS (107 kW) ergibt. Diese Kombination arbeitet auch im kleineren C3 Aircross und vielen anderen Konzernmodellen. Die elektrische Energie spendet eine 0,9 kWh starke Batterie unter dem Fahrersitz. Im Stadtverkehr wechselt der C5 Aircross immer wieder in den Elektromodus, so dass die meisten Fahrten dort elektrisch absolviert werden. Citroën verspricht einen Verbrauch von 5,4 Litern auf 100 Kilometern. In der Realität sind es etwas mehr als sechs Liter, aber auch damit gehört der C5 Aircross zu den sparsamen Modellen Die Kraftübertragung übernimmt das neue und präzise im Hintergrund wirkende e-DCS6-Doppelkupplunggetriebe. Citroën verspricht eine Reichweite von 900 Kilometern, tatsächlich sind bei entsprechender Fahrweise rund 800 Kilometer erreichbar.
Einmal in Fahrt spielt der Dreizylinder zunächst sein Trommelspiel ab, hält sich aber bald deutlich zurück und bringt den immerhin 1,7 Tonnen wiegenden C5 Aircross auf Trab. Nach 11,2 Sekunden ist aus dem Stand Tempo 100 erreicht, und bei 201 km/h endet der Vortrieb. Diese Daten zeigen, dass der Citroën nicht für eine dynamische Fahrweise ausgelegt ist und eher als komfortabler Familientransporter entwickelt wurde. Dafür spricht auch der Gepäckraum, der für 565 Liter Feriengepäck ausgelegt ist. Der C5 Aircross ist ein typischer Vertreter der Marke. Das Fahrwerk ist eindeutig auf Komfort ausgelegt, ohne allzu stark zu schaukeln. Die Lenkung arbeitet genau, die Leistung entfaltet sich harmonisch, und die akustische Begleitung der Assistenzsysteme lässt sich einfach mittels eines Schalters abstellen.
Der C5 Aircross ist kein Dynamiker und eher ein gelassener Cruiser. Der Dreizylinder reagiert auf hektisches Beschleunigen mit unüberhörbarem Missfallen und überzeugt den Menschen hinter dem Lenkrad schnell, wieder zu einer ruhigeren Fahrweise zu wechseln.
Die Preisliste für den C5 Aircross Hybrid beginnt bei 33.990 Euro. Die Ausstattungsversion Max kostet 39.990 Euro.
Daten Citroën CX 5 Aircross Hybrid
Länge x Breite x Höhe (m): 4,65 x 1,87 x 1,69
Radstand (m): 2,78
Antrieb: R3-Benziner, 1199 ccm, MHD, FWD, 6-Gang-DSC
Gesamtleistung: 107 kW / 145 PS
Max. Drehmoment: 230 Nm
Höchstgeschwindigkeit: 201 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 11,1 Sek.
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 5,4-5,6 Liter
CO2-Emissionen: 121-126 g/km (WLTP)
Leergewicht / Zuladung: min. 1772 kg / max. 471 kg
Basispreis: 33.990
Testwagenpreis: 39.900 (Ausführung Max)
Veröffentlicht am 28.07.2026
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