Praxistest Mitsubishi Eclipse Cross: Ausdauernder Elektriker mit souveränem Komfort
Mit dem früheren Eclipse, einem aus Amerika stammenden Sportcoupés, das der damalige Importeur unter dem Druck der Importbeschränkungen der EU für in Japan gefertigte Autos über den Atlantik schippern ließ, hat der heutige Eclipse Cross aber gar nichts mehr gemein. Auch vom direkten und namensgleichen Vorgänger, der dann in den 2020er Jahren immerhin schon im SUV-Segment siedelte, sind keine Gene zu entdecken.
Dafür hat der neue Eclipse Cross einige Überraschungen in petto, so etwa die versenkten Türgriffe, die aus den Buchten im Türblech hervorspringen, sobald sich jemand mit dem Schlüssel des Fahrzeugs nähert. Eine Schrecksekunde droht allen, die sich nur oberflächlich mit der Bedienungsanleitung auseinandergesetzt haben. Auch wenn der elektronische Schlüssel im Innenraum bleibt und die Türen geschlossen werden, verschwinden die Türgriffe nach ein paar Sekunden wieder in ihren Versenkungen. Um sie wieder hervorzuziehen, Bedarf es des Öffnens einer kleinen Verkleidung, durch die der Griff wieder einsatzbereit wird. Ein wirklicher Nachteil ist dies jedoch nicht.
Ein großer Vorteil findet sich dagegen im wohlgestalteten, eher in dunklen Farben gehaltenen Innenraum. Wer nach dem lautlosen Start des Antriebssystems auf eine kleine, unscheinbar mit einem Kreise gekennzeichneten Taste links an der Schalttafel drückt, versetzt die beiden nervigsten aller Assistenten in tiefen Schlaf. Der Spurhaltewächter und die Tempolimitwarnung geben so zumindest bis zum nächsten Start erholsame Ruhe. Die Bedienung fällt leicht, viele Funktionen lassen sich über Direkttasten steuern, für andere ist der Weg durch die Menüs des leicht zum Fahrer geneigten Touchscreen bereitet. Eine passende Sitzposition ist schnell gefunden, die charmant bezogenen Sessel lassen sich elektrisch in die richtigen Stellungen bringen und bieten guten Langstreckenkomfort, zumal der Fahrersitz mit einer Massagefunktion ausgestattet ist.
Das ist auch gut so, denn mit seiner 87 kWh speichernden Batterie schafft der Eclipse ordentliche Reichweiten bis zum nächsten Aufladen. Bis zu 615 Kilometer sind theoretisch möglich und auch wenn in der Praxis dann eher 480 bis 520 Kilometer daraus werden, ist das in den meisten Fällen ausreichend. Zumal der Mitsubishi an der Schnellladesäule keine Zeit vertrödelt. Er lädt mit bis zu 150 kW und kommt in etwa 35 Minuten Ladung von 20 auf 80 Prozent der Akkukapazität. Alternativ gibt es die AC-Bestromung mit 11 kW, bei der allerdings einige Stunden vergehen. Zwei rund sechs Meter lange Ladekabel Mode 2 mit 10 Ah und Mode 3 für 32 Ah sind serienmäßig an Bord.
Unterwegs gibt der kompakte Mitsubishi ganz die Komfortsänfte und lässt sich von kaum einer Fahrbahnverwerfung aus der Ruhe bringen. Und doch hält er dank einer Leistung von 160 kW (218 PS) das Versprechen sportlicher Gene. In 7,9 Sekunden sprintet das unbeladen fast zwei Tonnen wiegende Elektro-SUV von 0 auf 100 km/h. Das Spitzentempo wird auf 170 km/h begrenzt, auch damit freundet sich selbst der eilige Chauffeur schnell an. Dank kräftiger und stufenweise einstellbarer Rekuperationsstärken gelingt das Fahren mit einem Pedal, wer vor der roten Ampel den Fuß zum rechten Zeitpunkt vom Strom nimmt, bringt den frontgetriebenen Mitsubishi ohne zu bremsen punktgenau zum Stillstand. Das vermittelt viel Agilität, auch wenn die Lenkung vielleicht ein wenig zu leichtgängig ist.
Das Raumangebot ist vorzüglich, vorne herrscht ohnehin kein Mangel, und die Passagier im Fond sitzen auf einer gut gepolsterten, dreigeteilten Bank und können sich nicht über zu wenig Kopf- oder Beinfreiheit beschweren. Großes Gepäck kommt ebenfalls unter, in den Kofferraum passen mindestens 545 Liter, wer die Rückbank umklappt steigert das Transportvolumen auf bis zu 1670 Liter. Der doppelte Laderaumboden erleichtert es, Koffer und Taschen an Bord zu hieven. Darüber hinaus gestattet der Hersteller dem Elektro-SUV eine, wenn auch kleine Anhängelast. 1100 Kilogramm darf der Eclipse Cross ins Schlepp nehmen, das reicht zwar kaum für einen Caravan, aber leichte Transportanhänger oder Bootstrailer dürfen gezogen werden.
In der Spitzenausstattung Diamant Top Luxury gibt es außer der teuren Metalliclackierung tatsächlich keine Optionen. 20-Zoll-Leichtmetallräder, Google-Internetdienste, das Keyless-Go-System, Gesichtserkennung des Fahrers, eine Einparkautomatik und viele andere exklusive Ausstattungsposten sind an Bord. Eines der Highlights ist das elektrochrome Glasdach, das sich fast über den gesamten Innenraum spannt. Ändert sich auf Knopfdruck die anliegende Spannung, wird es entweder durchsichtig oder bleibt blickdicht. Das entpuppt sich als wirklich wirksamer Sonnenschutz. Auch das Premiumsoundsystem von Harmann Kardon erfreut über neun Lautsprecher mit glasklarem Audiogenuss. Mehr geht also wirklich nicht, was den stolzen Preis von 55.140 Euro dann am Ende doch wieder relativiert. (aum)
Daten Mitsubishi Eclipse Cross Diamant Top Luxury
Länge x Breite x Höhe (m): 4,49 x 1,91 x 1,57
Radstand (m): 2,78
Antrieb: elektr., FWD, Reduktionsgetriebe
Systemleistung: 160 kW / 218 PS
Drehmoment: 300 Nm
Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 7,9 Sek.
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 17,1 kWh
Testverbrauch: 18,3 kWh
Batteriekapazität: 87 kWh
Ladeleistung: AC 7,4 / 22 kW, DC 150 kW
Leergewicht / Zuladung: min. 1950 kg / max. 385 kg
Kofferraumvolumen: 545 - 1670 Liter
Max. Anhängelast: 1100 kg
Basispreis: 47.990 Euro (Diamant plus)
Testwagenpreis: 55.140 Euro
Veröffentlicht am 07.05.2026
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