Rastplätze kommen noch schlechter weg als vor vier Jahren
Die größten Defizite zeigen sich bei den Toilettenanlagen: 62 Prozent der Rastplätze erhalten in der Kategorie „Sanitäre Anlagen“ die Bewertung „mangelhaft“ oder „sehr mangelhaft“. Auf sechs Anlagen waren WC-Anlagen gesperrt. Oft sind aber auch schon grundlegende Funktionen nicht zuverlässig gewährleistet. So fehlen Seifenspender oder sind defekt, Handtrockner funktionieren nicht, Toilettenpapier ist (teilweise) nicht vorhanden und die Sauberkeit lässt vielfach zu wünschen übrig. Auch der bauliche Zustand und die Ausstattung der barrierefreien Toiletten entsprechen oft nicht den Erwartungen. Damit erweisen sich die Sanitäranlagen als zentrale Schwachstelle unbewirtschafteter Rastplätze, sind aber gleichzeitig der häufigste Grund für deren Nutzung, betont der ADAC.
Die Kategorie „Verkehr und Parken“ schneidet dagegen erneut vergleichsweise gut ab. Mit „gut“ erzielt sie das beste Kategorieergebnis im Test. Die meisten Rastplätze sind verkehrssicher angelegt. Verbesserungsbedarf besteht jedoch bei den Stellplätzen für Pkw mit Anhängern, Gespanne und Wohnmobile: Auf 38 Prozent der Anlagen fehlen entsprechende Parkmöglichkeiten. Nicht in der Wertung, aber eine auffällige Entwicklung: Auf acht der 50 Rastplätze waren Schrottautos abgestellt.
Die „Außenanlagen“ erreichen insgesamt nur ein mittleres Niveau. Zwar sind die grundlegenden Einrichtungen vorhanden, es mangelt jedoch häufig an Aufenthaltsqualität. Spazierwege, Bewegungs- oder Spielflächen sowie ausreichender Lärmschutz fehlen auf vielen Anlagen. Nur zwei der 50 getesteten Rastplätze verfügen über einen Spielplatz und keine der in Augenschein genommen Anlagen bietet eine Frischwasserversorgung für Wohnmobile.
Auch beim Sicherheitsgefühl besteht aus Sicht des Automobilclubs Optimierungsbedarf. Insgesamt erreicht die Kategorie „Persönliche Sicherheit“ lediglich ein ausreichendes Ergebnis. Defizite zeigen sich vor allem bei der Beleuchtung der Parkflächen, der Einsehbarkeit der Toilettengebäude und der Notrufeinrichtungen. Auf jedem fünften Rastplatz fehlt ein Notruf vollständig. Positiv bewertet der ADAC hingegen, dass auf allen Anlagen Handyempfang vorhanden ist und alle Toilettengebäude nachts beleuchtet werden.
Eine begleitende Nutzerbefragung bestätigt die Testergebnisse: Für die Befragten ist Sauberkeit der mit Abstand wichtigste Aspekt eines Rastplatzes. Gleichzeitig wird sie als größtes Problem wahrgenommen. 61 Prozent der Befragten nutzen Rastplätze vor allem deshalb, weil sie die nächstgelegene Möglichkeit zum Anhalten sind. Entsprechend verhalten fällt die Zufriedenheit aus: 42 Prozent der Befragten sind mit den Gegebenheiten (sehr) unzufrieden, nur 28 Prozent sind (sehr) zufrieden.
Der ADAC dokumentierte darüber hinaus auf 96 Prozent der getesteten Rastplätze unterschiedliche Formen von Vandalismus: von Graffiti über die Zerstörung von Inventar bis hin zum Anbringen von Stickern – letzteres oft so exzessiv, dass Wegbeschilderungen nicht mehr lesbar waren.
Unbewirtschaftete Rastplätze erfüllen ihre grundlegende Funktion als Ort für eine Pause während der Fahrt. Die Ergebnisse zeigen jedoch deutlichen Handlungsbedarf, insbesondere bei den Sanitäranlagen. Saubere und funktionierende Toiletten, eine sichere Gestaltung und eine angemessene Ausstattung gehören aus Sicht des ADAC zur Grundversorgung von Rastplätzen und sollten auf allen Anlagen zuverlässig gewährleistet sein. Zuständig für die Rastplätze an Autobahnen sind die Niederlassungen der Autobahn GmbH des Bundes. (aum)
Veröffentlicht am 14.07.2026








