2026-06-02 15:45:00 Automobile

Ratgeber: Gegenstände gehören gut gesichert

Carzoom.de
Fotos: Skoda via Autoren-Union Mobilität

Egal ob Wochenendeinkauf oder Urlaubsgepäck, Getränkekisten oder Werkzeug, Sportausrüstung oder der spontane Transport aus dem Möbelhaus: Wer seinen Pkw belädt, sollte darauf achten, dass alles gut gesichert ist. Denn bei einer Vollbremsung oder einem abrupten Ausweichmanöver kann es schnell gefährlich werden. Lose Gegenstände entwickeln aufgrund ihres Gewichts bereits bei vergleichsweise niedrigen Geschwindigkeiten erhebliche Kräfte, warnt die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ).

Ein Werkzeugkoffer, eine Getränkekiste oder ein Laptop auf der Rückbank können bei starkem Bremsen zum Geschoss werden. Sind die Gegenstände nicht gesichert, bewegen sie sich aufgrund ihrer Trägheit in Fahrtrichtung und können Fahrzeuginsassen verletzen oder den Fahrer ablenken. Ähnlich verhält es sich bei starken Querbewegungen, etwa beim Ausweichen oder in schnell gefahrenen Kurven. Dann kann die Ladung plötzlich seitlich verrutschen, kippen oder sich anderweitig bewegen.

Die rechtliche Grundlage ist eindeutig: Paragraf 22 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) schreibt vor, dass Ladung so zu verstauen und zu sichern ist, „dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm verursachen kann“. Das gilt für gewerbliche Transporte ebenso wie für den privaten Pkw. Wer Ladung unzureichend sichert, riskiert ein Verwarn- oder Bußgeld. Kommt eine Gefährdung oder ein Unfall hinzu, kann das weitere Folgen haben.

Die GTÜ empfiehlt, im Innenraum möglichst keine Gegenstände lose abzulegen. Das gilt auch für Alltagsgegenstände wie Flaschen, Dosen, Mobiltelefone oder Regenschirme. Taschen, Kartons oder Rucksäcke auf der Rückbank sollten mindestens mit dem Sicherheitsgurt fixiert oder besser im Fußraum hinter den Vordersitzen verstaut werden. Kleine Gegenstände gehören in geschlossene Fächer, Taschen oder Boxen.

Für den Kofferraum lautet die wichtigste Regel: Schwere Gegenstände gehören nach unten und möglichst weit nach vorn, also direkt hinter die Rücksitzlehne oder an eine Trennwand. Dann hat die Ladung bei einer Bremsung den geringsten Beschleunigungsweg. Leichtere Gegenstände kommen darüber oder dahinter. Lücken sollten vermieden werden: Je weniger Platz die Ladung zum Verrutschen hat, desto besser. Fachleute sprechen von formschlüssigem Beladen – die Ladung liegt dabei möglichst eng an festen Fahrzeugstrukturen oder anderen stabilen Gepäckstücken an.

Zusätzliche Sicherheit bieten geeignete Hilfsmittel. Für viele Alltagssituationen hilft ein kleines Sicherungsset im Fahrzeug: zwei geeignete Zurrgurte, eine Antirutschmatte, ein Gepäcknetz, eine stabile Klappbox und eine Decke. Damit lassen sich Einkäufe, Gepäck, Werkzeug und andere Gegenstände sichern. Solches Zubehör muss nicht teuer sein; solide Qualität ist online oder auch beim Discounter günstig erhältlich.

Diese einfachen Maßnahmen kosten wenig Zeit und erhöhen die Sicherheit für alle Insassen bereits deutlich. Viele Pkw verfügen im Kofferraum ab Werk über stabile Zurrösen zur Befestigung von Ladung. Sie sollten auch genutzt werden. Wichtig ist, dass die Gurte straff sitzen, nicht über scharfe Kanten geführt werden und zur jeweiligen Ladung passen. Gegebenenfalls sollte ein Kantenschutz verwendet werden.

Die Lehne der Rücksitzbank bildet eine wichtige Barriere zwischen Kofferraum und Fahrgastzelle. Wird sie für lange Gegenstände umgeklappt, geht diese Schutzfunktion verloren. Dann heißt es, besonders sorgfältig zu sein. Lange Teile sollten nicht frei in den Innenraum ragen und stets so befestigt werden, dass sie weder nach vorn rutschen noch sich seitlich bewegen können. Scharfkantige Gegenstände sollten zusätzlich mit Decken oder Kantenschutz gesichert werden, rät die GTÜ.

Vor der Abfahrt lohnt sich eine kurze Kontrolle. Lässt sich die Ladung bereits mit der Hand leicht verschieben, ist sie in der Regel nicht ausreichend gesichert. Nach einigen Kilometern kann eine erneute Überprüfung sinnvoll sein, insbesondere wenn Kartons, Möbelstücke oder andere unregelmäßig geformte Gegenstände transportiert werden. Denn die Gurte könnten sich während der Fahrt gelockert haben – dann sollten sie einfach nachgezogen werden.

Zur Ladungssicherung gehört außerdem, die spezifischen Fahrzeugvorgaben einzuhalten. Das zulässige Gesamtgewicht darf nicht überschritten werden, denn bei voller Beladung verändern sich Fahrverhalten und Bremsweg. Bei Bedarf ist zudem der Reifendruck entsprechend den Herstellerangaben anzupassen. Die entsprechenden Daten finden sich meist auf einem Aufkleber in der Nähe der Fahrertür oder im Tankdeckel. Zudem müssen Sicht und Bedienbarkeit jederzeit gewährleistet sein: Scheiben, Spiegel, Schaltung, Pedale und sicherheitsrelevante Einrichtungen dürfen durch die Ladung nicht beeinträchtigt werden. Und: Warndreieck, Warnweste und Verbandkasten sollten auch bei vollem Kofferraum erreichbar bleiben. (aum)

Veröffentlicht am 02.06.2026

UnternehmenGTÜSicherheit & VerkehrRatgeberLadungssicherung


 
Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzbedingungen, sowie kontaktiert zu werden.Mit (*) markierte Felder sind Pflichtfelder.