Ratgeber: Urlaubsfahrt ohne Überraschungen
Gerade Urlaubsfahrten sind für Fahrzeuge oft anspruchsvoller als der Alltag: hohe Temperaturen, lange Autobahnetappen, Stop-and-go im Stau, Gebirgspassagen und zusätzliche Beladung setzen Reifen, Fahrwerk, Bremsen und Kühlsystem stärker unter Druck. Auch die Experten der Gesellschaft für Technische Überwchung (GTÜ) berichten immer wieder, ein kurzer Vorab-Check hilft Probleme aus dem Weg zu gehen. Er ersetzt zwar keine Wartung oder Inspektion. Er kann aber offensichtliche Mängel rechtzeitig sichtbar machen.
1. Reifen: Der wichtigste Sicherheitsfaktor
Der erste Blick sollte den Reifen gelten. Sichtbare Schäden wie Schnitte, Beulen, Risse oder eingefahrene Fremdkörper sind Warnsignale. Zusätzlich lohnt ein Blick auf die Profiltiefe.
Zwar sind europaweit mindestens 1,6 Millimeter vorgeschrieben, nicht nur für längere Reisen empfiehlt sich jedoch deutlich mehr Reserve, besonders bei Regenfahrten. Auch der Luftdruck verdient Aufmerksamkeit: Voll beladene Fahrzeuge benötigen häufig höhere Werte als im Alltagsbetrieb. Die passenden Angaben finden sich meist an der Türsäule, in der Tankklappe oder in der Betriebsanleitung.
2. Licht: Schnell geprüft, oft unterschätzt
Gute Sichtbarkeit bleibt einer der wichtigsten Faktoren für sicheres Reisen. Ein defektes Leuchtmittel fällt im Alltag nicht immer auf. Bei der Urlaubsfahrt kann es dagegen schnell problematisch werden. Abblendlicht, Rückleuchten, Bremslicht, Blinker und Warnblinkanlage sollten vor dem Start einmal komplett durchgeprüft werden. Wer allein unterwegs ist, kann sich mit einer Garagenwand oder einer spiegelnden Fläche behelfen.
3. Flüssigkeiten: Kleine Kontrolle, große Wirkung
Nicht jedes Fahrzeug erlaubt heute noch die klassische Kontrolle unter der Motorhaube. Wo möglich, sollten Ölstand und Scheibenwaschwasser geprüft werden. Vor allem ausreichend Wischwasser sollte an Bord sein. Der Verbrauch bei langen Etappen wird oft unterschätzt: Insektenreste, Staub und Straßenschmutz können die Sicht schnell beeinträchtigen.
Ein zusätzlicher Blick unter das Fahrzeug lohnt ebenfalls – frische Flecken könnten auf Undichtigkeiten hinweisen.
4. Freie Sicht statt Ablenkung
Saubere Scheiben und funktionierende Wischer sind kein Komfortthema, sondern Sicherheitsausstattung. Schlieren oder verschlissene Wischerblätter werden häufig erst bei tief stehender Sonne oder Gegenlicht zum Problem. Auch Smartphone-Halterungen, Navis oder Vignetten sollten so platziert sein, dass sie das Sichtfeld nicht einschränken.
5. Gepäck richtig sichern
Urlaubsgepäck verändert das Fahrverhalten. Und auch falsch verstautes Gepäck kann gefährlich werden. Schwere Gegenstände gehören möglichst tief und nah an die Rücksitzlehne geschoben. Lose Gegenstände im Innenraum können bei einer Vollbremsung erhebliche Kräfte entwickeln.
Wer mit Dachbox oder Fahrradträger unterwegs ist, sollte zusätzlich Befestigung, zulässige Lasten und die veränderte Fahrzeughöhe berücksichtigen. Warndreieck, Warnwesten und Verbandkasten müssen trotz voller Beladung jederzeit erreichbar bleiben.
Der gesamte Check dauert kaum länger als fünf Minuten – und kann helfen, Stress, ungeplante Werkstattstopps oder im schlimmsten Fall gefährliche Situationen zu vermeiden. Reifen, Licht, Flüssigkeiten, Sicht und Gepäck: Wer diese fünf Punkte vor dem Start abhakt, fährt entspannter in den Urlaub. (aum)
Veröffentlicht am 17.06.2026

