Slate: Der Preis ist heiß
Slate startet in einem schwierigen Umfeld: Seit die US-Regierung die Subventionen für Elektroautos heruntergefahren hat, ist ihr Marktanteil auf unter 5 Prozent geschrumpft. Unter anderen Umständen hätte der Slate zu einem Massenauto avancieren können; jetzt ist er eher ein Zweit- oder Drittwagen, ein Lifestyle-Accessoire. Doch auch dies kann angesichts der schieren Größe des US-Markts eine einträgliche Nische sein.
Slate macht vieles anders als herkömmliche Hersteller. Der kleine Pritschenwagen ist maximal reduziert, er läuft unlackiert vom Band; Stahlfelgen und klassische Fensterkurbeln prägen seinen Auftritt. Slate setzt auf nachträgliche Individualisierung: Die schiefergrauen Spritzguss-Paneele lassen sich für knapp 500 Dollar (ca. 440 Euro) folieren, verschiedene Anbauteile sorgen je nach Geschmack für einen rustikalen, modischen oder klassisch-eleganten Auftritt. Schon zum Marktstart gibt es mehr als 200 Zubehörteile, von denen mehr als 80 Prozent weniger als 500 Dollar kosten.
Nur die Karosserieform sollte ab Werk vorbestellt werden: Sowohl das aufrechte SUV-Heck namens Squareback als auch die Coupé-Variante, die auf den Namen Fastback hört, kommen nicht nur mit einer zweiten Sitzbank, sondern auch mit zusätzlichen Airbags.
In den USA ist der Slate ein kleines Auto, aber in Europa würde er sich völlig problemlos ins Straßenbild einfügen: Er ist 4,43 Meter lang, 179 Zentimeter breit und 176 cm hoch. Der vordere Kofferraum fasst 198 Liter, auf der kurzen Pritsche ist Raum für weitere 1047 Liter Gepäck. Als SUV sind es hinten - ohne Rückbank - noch immer 963 Liter.
Auch die Motorisierung ist mehr als ausreichend: Ein im Heck eingebauter 150 kW (204 PS) starker Elektromotor treibt den Slate in rund 8 Sekunden von 0 auf 100 km/h, abgeregelt wird bei 144 km/h. Es gibt einen 52,7-kWh- und einen 84,3-kWh-Akku. Mit der kleineren Batterie sind bereits rund 330 Kilometer Reichweite realistisch. Einen Allradantrieb gibt es ebensowenig wie einen benzingetriebenen Range Extender.
In den USA beginnen die Auslieferungen noch vor Jahresende. Bleibt die Frage, ob der sympathische Pick-up eines Tages nach Europa kommt. Aktuell will die Marke nichts davon wissen – schade eigentlich. (aum)
Veröffentlicht am 10.07.2026












