2026-06-22 08:07:00 Automobile

Smart #2: Der Kleine ist wieder da

Carzoom.de
Fotos: Mercedes-Benz via Autoren-Union Mobilität

Zum ersten Mal gezeigt wurde der Kleine in China bei der Beijing Auto Show, die Serienversion wird im Oktober in Paris auf der Mondial de l’Automobile vorgestellt, und in Rom durften nun europäische Journalisten den noch als „Concept Smart #2“ getarnten Zweisitzer in Augenschein nehmen. Mit dem neuen Modell kehrt die Marke zu ihren Wurzeln zurück, die bis ins lothringische Hambach reichen, wo der Ur-Zweisitzer 1998 zum ersten Mal vom Band lief.

Damals weihte Bundeskanzler Kohl zusammen mit dem Mercedes-Benz-Vorstand die Fabrik ein. Inzwischen gehört Smart zu einem 50:50-Gemeinschaftsunternehmen zwischen dem Stuttgarter Konzern und der chinesischen Geely-Gruppe. Die Idee für das damals neue Fahrzeugkonzept hatte der Gründer der Swatch-Gruppe Nicolas Hayek, der sich aber bald aus dem gemeinsamen Unternehmen im Streit zurückzog.

Mit dem kleinen #2 rundet Smart seine Modellpalette nach unten ab. Aktuell stehen drei E-SUV-Modelle im Angebotsprogramm, sauber durchnummeriert vom #1, über den #3 bis zum #5. Logisch, dass der #2 die Reihe vervollständigt, obwohl er deutlich kürzer ist als der #1, also dann doch nicht logisch. Logisch hingegen, dass der Smart Concept #2 in Rom seinen ersten europäischen Auftritt feierte. In der Ewigen Stadt ist der Vorgänger allgegenwärtig. „Allein in Italien haben wir 650.000 Smart Fortwo abgesetzt, und 90 Prozent sind noch heute zugelassen. In Deutschland sind heute noch 300.000 Smart fortwo zugelassen“, erklärt Deutschlandchef Florian Niemitz. Keine Frage, die Römer lieben den Kleinen, der sich perfekt durch die engen Gassen schlängelt.

Wahrscheinlich werden die Römer auch beim elektrisch angetriebenen Nachfolger zugreifen, zumal sich die Abmessungen und das Design nicht übermäßig vom Klassiker unterscheiden. Beim Außendesign gelang es den Kreativen im Daimler-Designbüro in Nizza, die vertraute in eine modernere Form zu übertragen. Die zweifarbige Lackierung, sowie die rahmenlosen Türen und die Detailarbeit an den Oberflächen bringen eine gewisse Eleganz auf die kleine Karosserie. Dabei galt das Leitprinzip „Function becomes Fashion“ – passt auch zu den modebewussten Römern und natürlich auch zu den Kunden in den anderen Metropolen Europas. Beim ersten Smart folgten die Designer dem Ziel „Reduced to the Max“. Der #2 ist auf Anhieb als Nachfolger des Stadtflitzers zu erkennen. Bei den Abmessungen ist er um zehn Zentimeter auf 2,79 Meter gewachsen, in der Breite legt er um zwölf Zentimeter zu, der Radstand wächst auf 1,90 Meter, und die elektrische Reichweite soll, verspricht Smart, bei rund 300 Kilometern liegen – mehr als genug für einen Cityflitzer. Auch der versprochene Wendekreis von 6,95 Metern dürfte die urbane Kundschaft ebenfalls erfreuen.

Die gewachsenen Abmessungen kommen vor allem dem Innenraum zugute, wo eine durchgehende Sitzbank ein Comeback feiert. Vor dem Menschen hinter dem Lenkrad und der Begleitung schwingt sich ein helles Cockpit in S-Form über die gesamte Breite mit der üblichen Beigabe eines großen Monitors für Infotainment und die wichtigsten Bedienelemente. Die Rückbesinnung auf die Sitzbank soll, so die Vorstellungen der Designer, die bisher übliche Trennung von Fahrer und Beifahrer aufheben und so ein gemeinsames Fahrerlebnis erzeugen. Auf jeden Fall, das zeigte eine erste Sitzprobe in dem noch nicht für die Veröffentlichung freigegebenen Interieur, erreicht der Innenraum ein deutlich großzügigeres Raumerlebnis als beim Vorgänger, bei dem eben das Konzept „auf das Maximale reduziert“ war. Hier ist nichts reduziert, fühlt sich der Innenraum nicht wie der eines Kleinwagens an, sondern eine Nummer größer.

Technische Basis ist die neue ECA-Plattform, die von dem internationalen Smart-Entwicklungsteam speziell für ein ultrakompaktes vollelektrisches Fahrzeug konstruiert wurde. Der Akku des Smart #2 leistet 35,7 kWh und lässt sich an einer DC-Schnellladestation in weniger als 20 Minuten von zehn auf 80 Prozent aufladen. Bei der Sicherheitsarchitektur optimierten die Smart-Entwickler die ursprüngliche Tridion-Zelle weiter.

Die Plattform ist modular ausgelegt, so dass sie als Basis für weitere Modelle mit einem Radstand von 1,87 Meter bis 2,50 Meter dienen kann. Es sind also weitere Versionen des #2 wie zum Beispiel ein Kleintransporter für die Stadt denkbar, doch darüber schweigen sich die Verantwortlichen noch aus. Erst eimal rollt der Smart #2 in der ersten Jahreshälfte 2027 auf den Markt. (aum)

Veröffentlicht am 22.06.2026

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