2026-09-16 10:40:00 Automobile

Tanken: Der AvD fordert faire Preise für bezahlbare Mobilität

Carzoom.de
Fotos: Autoren-Union Mobilität/Frank Wald

Die Kraftstoffpreise in Deutschland haben in den vergangenen Tagen neue Höhe erreicht – und ein Ende ist angesichts der Eskalation im Nahen Osten nicht abzusehen. Bundeskanzler Friedrich Merz hat gestern Entlastungen angekündigt, aber keine konkreten Maßnahmen genannt. Aus Sicht des Automobilclubs von Deutschland (AvD) sind „ein Mix aus kurzfristiger Entlastung und dauerhaften strukturellen Maßnahmen“ am sinnvollsten.

Der AvD plädiert für eine zeitlich begrenzte Senkung staatlicher Abgaben auf Treibstoff, mehr Transparenz bei der Preisbildung und eine konsequente Wettbewerbsaufsicht. Auch eine Übergewinnsteuer hält Deutschlands ältester Automobilclub für ein effektives Mittel, deren Einnahmen dann den Verbrauchern zugutekommen sollten.

Deutschland gehört beim Tanken zu den teuersten EU-Ländern, wobei die Nettopreise an der Zapfsäule laut Wirtschaftsverband Fuels und Energie weit unter dem europäischen Durchschnitt liegen. Der Grund für die hohen Preise sind nicht zuletzt die staatlichen Steuern und Abgaben. Sie machen laut AvD bei Super E10 mehr als die Hälfte aus, bei Diesel sind es über 40 Prozent: Die Mineralöl- und Ökosteuer beträgt regulär 65,5 Cent je Liter Super E10 und 47 Cent je Liter Diesel. Hinzu kommen 19 Prozent Mehrwertsteuer auf den Endpreis und die CO₂-Abgabe, die rund 16 Cent je Liter Super E10 beziehungsweise etwa 17 Cent bei Diesel ausmachen kann.

„Die Politik muss die Verbraucher jetzt spürbar entlasten und gleichzeitig für fairen Wettbewerb sorgen“, fordert AvD-Präsident Lutz Leif Linden. Bezahlbare Mobilität dürfe nicht zum Spielball „überhöhter Gewinninteressen“ werden. (aum)

Veröffentlicht am 16.09.2026

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