Umfrage: Autofahrer fordern geringere Abgaben auf Kraftstoffe
60 Prozent der Befragten fordern außerdem die Abschaffung der im April eingeführten 12-Uhr-Regel, da sie sich kaum positiv auf die Kraftstoffpreise auswirkt. Auch der Bundesverband Energie Mittelstand, der für über zwei Drittel aller Tankstellen in Deutschland steht, spricht sich klar dagegen aus und wertet das als Eingriff in die freie Preisbildung und in die unternehmerische Freiheit.
Die Autobesitzer sprechen sich in der Umfrage auch mit großer Mehrheit für eine Kurskorrektur in der Antriebsfrage aus. 81 Prozent von ihnen finden, dass die Bundesregierung im Straßenverkehr alle technischen Lösungen beim Erreichen der Klimaziele in gleicher Weise unterstützen und nicht ausschließlich Elektromobilität fördern sollte. Ein De-facto-Neuzulassungsverbot für Verbrenner mit Benzin- oder Dieselmotor ab 2035 in der EU unterstützen lediglich 29 Prozent der Befragten. 60 Prozent fordern dagegen, dass sich die Bundesregierung bei der EU für die Rücknahme des Zulassungsverbots neuer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor einsetzt.
Die Autobesitzer selbst zeigen sich offen in der Antriebsfrage: Wenn sie möglichst klimafreundlich Auto fahren und dabei zwischen einem mit erneuerbaren Kraftstoffen betriebenen Diesel- oder Benzinauto und einem Elektroauto wählen müssten, würden sich 48 Prozent für den Verbrenner und 46 Prozent für das Elektroauto entscheiden.
Mehr als zwei Drittel der befragten Autobesitzer (72 Prozent) befürchten zudem den Verlust von Arbeitsplätzen in der Automobilindustrie in Deutschland, wenn Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor verboten werden.
„Die Ergebnisse der Forsa-Umfrage zeigen, dass sich die Politik in Deutschland in ihrem Handeln und ihren Positionen weit von den Anliegen und Interessen der vielen Millionen Autofahrer hierzulande entfernt hat. Die Bundesregierung sollte dringend gegensteuern“, so Uniti-Hauptgeschäftsführer Elmar Kühn zu den Ergebnissen. Kühn fordert: „Die 12-Uhr-Regel muss abgeschafft und die Steuer- und Abgabenlast auf Kraftstoffe nicht nur temporär, sondern dauerhaft reduziert werden. Im Rahmen der aktuellen Verhandlungen in Brüssel über eine Anpassung der EU-Flottenregulierung sollte sich die Bundesregierung außerdem für die Rücknahme des Neuzulassungsverbots von Verbrennern einsetzen und sich auf europäischer sowie nationaler Ebene entschlossen für den Hochlauf erneuerbarer Kraftstoffe engagieren.“ (aum)
Veröffentlicht am 05.10.2026
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