An der Autobahntankstelle kostet der Liter im Schnitt 33 Cent mehr
Während des zweiwöchigen Erhebungszeitraums im April – noch ohne Tankrabatt – gab es auf dem Kraftstoffmarkt als Folge des Irankriegs erhebliche Preisturbulenzen. An den Autobahntankstellen kostete Super E10 während dieser zwei Wochen im Schnitt 2,43 Euro je Liter, an den Straßentankstellen 2,10 Euro. Genauso groß war die Preisdifferenz bei Diesel: 2,61 Euro je Liter mussten Autofahrer im Schnitt an der Autobahn bezahlen, abseits davon waren 2,28 Euro fällig.
Allerdings gab es auch unter den Autobahntankstellen erhebliche Preisunterschiede, wie die ADAC-Auswertung zeigt. So reichte die Preisspanne bei Super E10 von durchschnittlich 2,06 Euro je Liter bis zu 2,54 Euro, was eine Differenz von 48 Cent je Liter ausmachte. Bei Diesel wurde das Minimum bei 2,25 Euro je Liter registriert. Die im Schnitt teuerste Autobahntankstelle verlangte 2,75 Euro. Damit war sie um 50 Cent teurer.
Trotz des insgesamt hohen Preisniveaus an Autobahntankstellen gab es erhebliche regionale Abweichungen: In den ostdeutschen Bundesländern sowie im Saarland waren sowohl Super E10 als auch Diesel auf der Autobahn günstiger als in anderen Bundesländern. Einziger Ausreißer: Sachsen, das sich am teuren Ende neben Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern einreihte. Umgekehrt sah es bei den Straßentankstellen aus: Diese waren im Südwesten durchschnittlich am preiswertesten, im Osten am teuersten.
Somit zahlte es sich ganz besonders in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen aus, von der Fernstraße abzufahren und an einer Tankstelle neben der Autobahn zu tanken. Bis zu 43 Cent betrug hier die Ersparnis, unabhängig vom Kraftstoff. Am wenigsten Preisersparnis brachte die Abfahrt in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, wo sich aber immer noch rund 17 Cent beim Tanken sparen ließen – auch hier lohnte es sich also, abzufahren.
Laut ADAC beruht die Höhe der Preise an den Autobahnen nicht zuletzt darauf, dass bei Autofahrern insbesondere auf längeren Fahrten eine gewisse Zahlungsbereitschaft vorausgesetzt wird. Zudem sind häufig gewerbliche Fahrzeugnutzer auf den Autobahnen unterwegs, die die höheren Spritkosten als Betriebsausgabe geltend machen können. Bei den Straßentankstellen ist jedoch der lokale Wettbewerb mit den Ausweichmöglichkeiten zu anderen Tankstellen der entscheidende Faktor, der die Preise günstiger hält.
Eine begleitende Umfrage des ADAC zum Tankverhalten zeigt, dass 63 Prozent der Autofahrer wegen der Preise von der Autobahn abfahren würden, 42 Prozent davon bereits bei einer Ersparnis von 10 Cent je Liter. Im Umkehrschluss zeigt dies aber auch, dass rund ein Drittel der Befragten bereit ist, die oftmals deutlich höheren Autobahnpreise zu bezahlen, obwohl der Umweg zu einer günstigen Tankstelle oft nur wenige 100 Meter beträgt. (aum)
Veröffentlicht am 07.07.2026



