Caravaning-Markt: Verkäufe im September stark rückläufig
Allerdings betrifft das Minus auch das Gesamtjahr 2026. Von Januar bis September 2026 wurden 57.890 Reisemobile neu zugelassen, so der CIVD. Das entspricht einem Rückgang von 7,2 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025. Die Caravanverkäufe waren weniger stark betroffen15.396 Wohnwagen kamen seit Januar neu auf die Straßen, was ein Minus von 4,8 Prozent bedeutet.
Für die Branche sind das Alarmzeichen. Denn Reisemobile bleiben das dominantere und vor allem anfälligere Segment. Die Kapitalbindung und damit die Zinsbelastung für Hersteller und Händler fällt hier deutlich höher aus. Der Grund sind die Kosten der zugekauften Fahrgestelle, die finanziert werden müssen. Ein einfaches Basisfahrzeug für ein Reisemobil kostet etwa 20.000 Euro, ein Caravan-Chassis ist für einen Bruchteil davon zu haben.
Dazu kommt, dass die rückläufige Entwicklung bereits seit dem vergangenen Sommer anhält. Besonders betroffen sind der Juli und der August, einst die absatzstärksten Monate. 6.265 Reisemobile wurden im Juli neu zugelassen, was einem Minus von 16,4 Prozent gegenüber 2025 entspricht. Um 22,3 Prozent sackte der Absatz im August ab, nur 4.287 Fahrzeuge fanden einen Käufer. Insgesamt lag der Absatz von Reisemobilen im dritten Quartal bei 14.037, das sind 22,2 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2025.
Glimpflicher kamen die Caravans davon. Im September wurden 1044 Wohnwagen neu zugelassen, das sind 1.278 Einheiten oder 18,3 Prozent weniger als im gleichen Monat 2025. Im Juli erreichten sie mit 2.055 Fahrzeugen das Niveau des Vorjahres. Im August jedoch machte der Rückgang 20,8 Prozent aus, mit einem Einbruch um 4.240 Caravans und einem Minus von 11,1 Prozent endete das dritte Quartal.
Aufgrund der angespannten Lage erwarten vielen Marktbeobachter in naher Zukunft zunehmende Insolvenzen. Das Überangebot an Fahrzeugen, das aufgrund zu hoher Absatzerwartungen der Hersteller entstanden ist, schmälern die Liquidität der Handelsbetriebe. Vor allem der Überschuss an Fahrzeugen, die bereits seit mehr als 24 Monaten auf Halde stehen, belastet das Geschäft. Diese lassen sich nur mit hohen Rabatten absetzen und bedürfen aufgrund der langen Standzeit obendrein umfangreicher und kostspieliger Überarbeitungen. (aum/mk)
Veröffentlicht am 26.10.2026
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