2026-01-28 15:21:00 Automobile

DAT-Report 2026: Mehr Geld für Neuwagen, weniger für Gebrauchte

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Fotos: DAT via Autoren-Union Mobilität

Autofahrer in Deutschland haben 2025 etwa 1000 Euro mehr für einen Neuwagen ausgegeben als noch im Jahr zuvor. Gebrauchtwagen hingegen wurden etwas erschwinglicher. Dies berichtet der Marktbeobachter Deutsche Automobil Treuhand (DAT) aus Ostfildern bei Stuttgart im DAT-Report 2026. Für die repräsentative Umfrage wurden von Juli bis Oktober des vergangenen Jahres 2598 private Autokäufer zum Auto-Kauf befragt.

Demzufolge haben private Autokäufer im vergangenen Jahr durchschnittlich 44.560 Euro für einen Neuwagen bezahlt, was einem Anstieg von rund 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. 2024 hatte der Durchschnittpreis noch bei 43.530 Euro gelegen. Der geringe Anstieg ist darauf zurückzuführen, weil bei Benzinern günstigere Modelle erworben wurden, so die DAT. Einen Benziner ließen sich die Käufer im Schnitt 33.150 Euro kosten. Mehr als den Durchschnittspreis zahlten sie dagegen bei Plug-in-Hybriden (64.570 Euro), Dieselautos (50.030 Euro) und reinen E-Autos (47.160 Euro).

Ein Gebrauchtwagen wurde 2025 im Durchschnitt etwas billiger, der Preis lag im Schnitt bei 18.310 Euro, was einem Rückgang von rund 1,6 Prozent entspricht. Allerdings ist dieser Wert laut DAT weiter auf einem hohen Niveau. Seit 2022 (18.800 Euro) liegen die Gebrauchtwagenpreise bei den Erhebungen des Reports in Deutschland über 18.000 Euro. 2021 lag der Durchschnittspreis noch bei 15.740 Euro und 2016 bei 11.430 Euro.

„Die Ergebnisse des DAT-Reports 2026 bestätigen, dass die Zukunft des Automarkts nicht nur von Innovationen und regulativen Vorgaben oder politischen Beschlüssen abhängt, sondern vor allem geprägt wird von den tatsächlichen Einstellungen und Entscheidungen der Endverbraucher. Vom Vertrauen und der Zahlungsbereitschaft der Menschen, die ihren Pkw täglich nutzen“, kommentieren die Autoren des DAT-Reports, Uta Heller und Martin Endlein, bei dessen Vorstellung in Berlin.

Die Studie weist jedoch mehr als die Preisentwicklung nach. Aus der Befragung geht hervor, dass für über 80 Prozent der Fahrzeug-Halter das Auto nicht nur emotional bedeutsam, sondern im Alltag unverzichtbar ist, um die täglichen Mobilitätsbedürfnisse zu erfüllen. Dies bestätigt die 2025 zum zweiten Mal in Folge auf 13.140 Kilometer gestiegene Jahresfahrleistung der Menschen in Deutschland. Davon werden 4730 Kilometer oder 36 Prozent für den Arbeitsweg zurückgelegt. Rein privat fahren die Verbraucher 7750 Kilometer (59 Prozent), rein geschäftlich 660 Kilometer oder fünf Prozent der Jahresfahrleistung. Oftmals kann der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) den täglichen Mobilitätsbedarf nicht befriedigen und Alternativen wie Fahrrad, E-Bike, Auto-Abo oder Car-Sharing scheinen sich der großen Mehrheit der Menschen in Deutschland nicht anzubieten. Immerhin sind fast 90 Prozent aller Autos in Deutschland auf Privatpersonen zugelassen.

Insgesamt ist das Auto für 81 Prozent der Befragten unverzichtbar. 88 Prozent von ihnen leben in Klein-, 71 Prozent in Großstädten. Selbst bei einem gut bis sehr gut ausgebautem ÖPNV-Netz ist der eigene Wagen für 73 Prozent der Interviewpartner unverzichtbar, bei schlecht ausgebautem gaben 93 Prozent diese Antwort. 90 Prozent gaben an, ein eigenes Auto sei elementar und garantiere Freiheit und Unabhängigkeit. Ebenso viele sagten, ihr Fahrzeug müsse sich immer in einem technisch einwandfreien Zustand befinden. 76 Prozent werden ihr aktuelles Auto länger fahren, um technologische oder politische Entwicklungen der E-Mobilität abzuwarten, ein E-Auto kommt jedoch für 72 Prozent nicht infrage, solange sie über keine heimische Lademöglichkeit haben.

44 Prozent gaben an, ihr Auto stehen zu lassen, wann immer es geht, ebenso viele befürchten, sich wegen der aktuellen Entwicklung ein Auto nicht mehr leisten zu können. Die Anschaffung war für 90,8 Prozent der befragten Neuwagenkäufer alternativlos, bei Gebrauchtwagenerwerbern sogar für 97,2 Prozent. Die Entwicklung der Reparaturhäufigkeit straft die Argumentation der Versicherer lügen, deren erheblicher Anstieg wäre der Grund für höhere Policen. Die Reparaturanzahl hat sich im Vergleich zu 2024 von 0,41 auf 0,35 reduziert, die Kosten sanken von 610 auf 604 Euro. (aum)

Veröffentlicht am 28.01.2026

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