2026-09-15 15:15:00 Automobile

IAA Transportation 2026: Stellantis mit neuem Service und einer rollenden Kiste

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Fotos: Stellantis via Autoren-Union Mobilität

Mit dem neuen Dienst Pro One Next geht der Stellantis-Konzern einen weiteren Schritt, um seine Transporter-Kunden mobil zu halten. „Wenn ein Transporter wegen eines Defekts ausfällt, wird kein Geld verdient, und deshalb haben wir uns entschlossen, unseren Kunden mit Pro One Next die Möglichkeit zu geben, die Ausfallzeiten zu reduzieren“, erklärt Eric Laforge, Global Senior Vice President von Stellantis Pro One, auf der bis Sonntag dauernden der IAA Transportation in Hannover. In der Einheit Pro One sind die Nutzfahrzeugaktivitäten des Vielmarken-Konzerns zusammengefasst.

Mit Pro One Next verlässt der Konzern seine Rolle als klassischer „Fahrzeugverkäufer“ und startet ein neues System der Kundenbetreuung. Die vernetzten Fahrzeuge können nicht nur über „over the air“ aktualisiert werden, mit der neuen Dienstleistung werden die Transporter in Echtzeit von den Spezialisten in den Kontrollstellen überwacht, und bei Bedarf wird ein Termin in einer der 21.000 Servicepunkte vereinbart.

Dank der Vernetzung der Fahrzeuge – aktuell sind 800.000 leichte Nutzfahrzeuge der Stellantis-Marken weltweit vernetzt – und mit Hilfe der Künstlichen Intelligenz können Defekte bereits identifiziert werden, bevor sie den Transporter lahmlegen. Die möglichen Ausfallursachen werden von Leitstellen – die ersten sind bereits in den USA und Großbritannien eingerichtet, und weitere werden folgen – analysiert und den Flottenbetreibern mitgeteilt. In Großbritannien werden aktuell seit April 18.000 Vans betreut. „Wenn zum Beispiel die Reifen getauscht werden müssen, können wir das dem Fahrer oder dem Flottenmanager mitteilen und einen Termin für den Wechsel festlegen. So können der Einsatz des Fahrzeugs besser geplant und die Ausfallzeiten reduziert werden,“ so Laforge. In den kommenden Monaten werden europaweit weitere Leitstellen eingerichtet werden.

In Deutschland wird die erste derartige Zentrale Anfang kommenden Jahres an den Start gehen. „Wir werden dann“, so Laforge, „mit ausgesuchten Händlern und größeren Flotten starten.“ Der für den Flottenbetreiber kostenlose Service wird später auf alle Kunden ausgedehnt, die einen vernetzten Transporter einsetzen. Neben den Defekt-Warnungen kann Pro One Next auch ein Flottenmanagement anbieten. Das kostet dann allerdings extra. Um dem Datenschutz Genüge zu tun, müssen die Fahrer und die Besitzer der Fahrzeuge zustimmen. Der Service ist für alle Marken des Konzerns möglich.

Während Pro One Next in den nächsten Monaten an den Start geht, wird die „Box on Wheels“ (BOW) erst in einer ferneren Zukunft auf die Straßen rollen. BOW ist eine Lösung für die letzte Meile in Städten. Das autonom fahrende vollelektrische Fahrzeug ist vor allem für städtische Zonen mit Zugangsbeschränkungen und Umweltzonen entwickelt worden. Auf der IAA Transportation in Hannover ist die Studie bereits auf dem Außengelände unterwegs. Entstanden ist das Vehikel in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Unternehmen UQI Robotics und eignet sich auch für den Einsatz auf Fabrikgeländen oder Flughäfen.

UQI Robotics wurde 2020 von Ubtech und Miracle Automation gegründet und hat bereits mehr als 7000 Roboter in 66 Städten und Regionen zum Einsatz gebracht. Stellantis Pro One wird in den kommenden Jahren den autonomen Transporter für die europäischen und internationalen Märkte anpassen und gleichzeitig ein unterstützendes Netzwerk für die Kunden aufbauen.

„Wir glauben an dieses Konzept. BOW kann außerdem eine Antwort auf den Mangel an Fahrern werden“, blickt Laforge in Zukunft. Die Weiterentwicklung von BOW ist auch eine Reaktion auf entsprechende chinesische Fahrzeuge. „In China gibt es keine Modelle wie den Citroën Berlingo der den Fiat Doblò. Wenn es die europäischen Vorschriften ermöglichen, diese autonomen Fahrzeuge nach Europa zu bringen, werden sie damit kommen. Wir müssen also darauf vorbereitet sein.“

In China ist BOW bereits unterwegs, und laut Laforge werden „in diesem Jahr dort 150.000 derartige Transporter verkauft werden“. In Europa wird noch einige Zeit vergehen, bis die ersten Waren mit BOW ausgeliefert werden. Die maximal 45 km/h schnelle „Box auf Rädern“ muss noch auf die europäischen Vorschriften angepasst werden.

Die „Box on Wheels“ ist Teil der „Fastlane 2030“-Strategie des Konzerns und untersucht, wie autonome Logistik, künstliche Intelligenz. Elektrifizierung und Dienstleistungen in die das Transportwesen der Zukunft integriert werden können. (aum)

Veröffentlicht am 15.09.2026

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