2026-03-13 13:36:00 Automobile

Im Rückspiegel: 75 Jahre Allrad bei Alfa Romeo

Carzoom.de
Fotos: Stellantis via Autoren-Union Mobilität


Beim Begriff Allrad fällt nicht unbedingt sofort der Name Alfa Romeo. Dennoch blickt die Marke inzwischen auf 75 Jahre 4x4-Antrieb zurück. Bereits in den 1920er Jahren experimentierten die Ingenieure bei Prototypen mit dieser Technologie. Das erste Serienfahrzeug von Alfa Romeo mit Allradantrieb war 1951 der Geländewagen 1900 M. Aufgrund seiner beeindruckenden Fähigkeiten erhielt er den Spitznamen „Matta“ (Verrückter).

In den 1980er Jahren rückte die 4x4-Technik auch bei den Personenwagen stärker in den Fokus. Ab 1984 setzte der Alfa Romeo 33 4x4 auf Allradantrieb. Zunächst im Kombi, später auch in der Limousine, übertrug eine elektromagnetische Kupplung die Antriebskraft zusätzlich auf die Hinterräder.

Das Jahr 1991 stellte für Alfa Romeo einen Wendepunkt in der Entwicklung dieser Technologie dar. Das Konzeptfahrzeug Protéo verfügte erstmals über einen permanenten 4x4-Antrieb mit moderner Viscokupplung. Praktisch zeitgleich führte Alfa Romeo dieses System im Serienmodell 33 Permanent 4 ein. Ab 1992 trugen alle Allradversionen von Alfa Romeo den Namenszusatz Q4, zunächst in den Baureihen 33, 155 und 164. Die Leistungsfähigkeit dieser Technologie bewies die Marke auch im Motorsport: Rennwagen auf Basis des Alfa Romeo 155 Q4 gewannen 1992 die italienische Superturismo-Meisterschaft und 1993 die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft (DTM).

In den folgenden Jahren wurde die Technologie weiterentwickelt und ausgebaut. Beim Alfa Romeo 156 entstand daraus die spezielle Modellversion Crosswagon, während bei den Baureihen 159 und Brera der Allradantrieb für weite Teile der Modellpalette verfügbar war. Zum ersten Mal bot Alfa Romeo außerdem das Cabriolet-Modell Spider mit Allradantrieb an.

Im Zeichen der Elektrifizierung steht Q4 bei Alfa Romeo heute auch für eine neue technologische Generation. Bei den Hybridversionen Alfa Romeo Junior Ibrida Q4 überträgt der Verbrennungsmotor seine Leistung auf die Vorderachse, während die Hinterachse elektrisch angetrieben wird. Da beide Achsen nicht mechanisch miteinander verbunden sind, spricht das 4x4-System schneller an und das Gewicht wird reduziert.

Alfa Romeo Giulia und Alfa Romeo Stelvio setzen dagegen auf einen mechanischen Vierradantrieb. Ihr Q4-System verfügt über ein Active Transfer Case (ATC), das beide Achsen verbindet und das Motordrehmoment in Echtzeit verteilt. Unter normalen Straßenbedingungen überwiegt der Hinterradantrieb, was für Präzision beim Einlenken sorgt. Bei Bedarf wird das Motordrehmoment progressiv und stufenlos an die Vorderachse übertragen.

Im vergangenen Jahr machten die Q4-Versionen weltweit 26 Prozent der Fahrzeugverkäufe aus. Deutlich höhere Werte registrierte Alfa Romeo bei den Modellen Stelvio (90 Prozent) und Giulia (52 Prozent). Beim Tonale betrug der Anteil der 4x4-Versionen 28 Prozent, der Alfa Romeo Junior kam auf sechs Prozent. (aum)

Veröffentlicht am 13.03.2026

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