2026-01-24 09:26:00 Automobile

Im Rückspiegel: Der W 123 ist bis heute beliebt

Carzoom.de
Fotos: Mercedes-Benz via Autoren-Union Mobilität

Er ist heute einer der beliebtesten Autoklassiker: Im Januar 1976 wurde der Presse im südfranzösischen Bandol die neue Limousine der oberen Mittelklasse von Mercedes-Benz vorgestellt, heute besser bekannt als W 123. Die Journalisten hoben damals vor allem das Design sowie die aktive und passive Sicherheit des Vorgängers der E-Klasse hervor. Noch vor der offiziellen Markteinführung war die erste Jahresproduktion bereits ausverkauft.

Der W 123 war der Nachoger des „Strich-Acht“ und griff auf viele Konzept- und Stilelemente der damaligen S-Klasse (W 116) zurück. Er bot eine gute Fahrwerksabstimmung, ein großzügige Raumgefühl im Inneren, eine neu entwickelte Sicherheitslenksäule und direkt an den Sitzbeschlägen montierte Gurtschlösser. Das Urteil im ersten Fahrbericht der „Auto, Motor und Sport“ war eindeutig: „Überdurchschnittlich gut“. Als entscheidende Faktoren nannte der Artikel „wohldosierten Fortschritt, gezielte Weiterentwicklung und die kompromisslose Bereitschaft zur Qualität“. Ab 1980 führte Mercedes-Benz bereits das Antiblockiersystem ABS in der Baureihe ein, zwei Jahre später folgte der Fahrerairbag.

Der W 123 prägte rasch das Gesicht der Marke – und das Straßenbild. Der Limousine folgte im Frühjahr 1977 das Coupé (C 123). Im September 1977 schließlich feierte dann noch der Kombi T-Modell (S 123) seine Premiere. Mit ihm legte Mercedes den Schwerpunkt auf Freizeit und Sport. So gab es das T-Modell auch mit einer zusätzlichen und ausklappbaren Zweiersitzbank im Kofferraumboden gab, die entgegen der Fahrtrichtung zeigte. Dazu kamen als weitere Versionen eine verlängerte Limousine (V 123) und teilkarossierte Fahrgestelle (F 123). Mit insgesamt fast 2,7 Millionen Fahrzeugen wurde die bis 1986 produzierte Baureihe zur bis dahin erfolgreichsten von Mercedes-Benz. Von der Limousine sind es 2.375.440 Stück. Der am häufigsten produzierte 123er war die Limousine vom Typ 240 D mit 448.986 Fahrzeugen. Am seltensten ist das Coupé 280 C mit 3704 gebauten Exemplaren.

1977 rückte die Baureihe sogar ins Rampenlicht des internationalen Motorsports: Bei der Langstreckenrallye London–Sydney, einem strapaziösen Rennen über sechseinhalb Wochen und 30.000 Kilometer quer durch Europa, Asien und Australien, setzen sich zwei Mercedes-Benz 280 E gegen eine starke Konkurrenz durch. Das Siegerfahrzeug des Teams Andrew Cowan/Colin Malkin/Mike Broad steht heute im Stuttgarter Mercedes-Benz-Museum. Das Motorenprogramm des W 123 reichte vom 200 D, der unter anderem als Taxi sehr beliebt und auch Nicht-Autofans vertraut war, über den 300 D Turbodiesel bis zum 280 E mit seinem starken, sportlichen Reihensechszylinder. 1982 bot Mercedes-Benz auch ab Werk einen bivalenten Motor an, der LPG und Benzin nutzen kann. Und im Versuch liefen Fahrzeuge mit Wasserstoff sowie mit batterieelektrischem Antrieb.

Zukunft hin oder her, der E-Klasse-Vorläufer wurde zu einem Symbol deutscher Automobilkultur und entwickelte sich ab den späten 1980er-Jahren nach und nach zum beliebten Youngtimer und schließlich zum vielseitigen Klassiker. Das liegt auch daran, dass Mercedes-Benz Classic bis heute neu aufgelegte Ersatz- und Verschleißteile in Originalqualität anbietet. (aum)

Veröffentlicht am 24.01.2026

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