Im Rückspiegel: Kleine Sportskanone mit 120 PS
Mit dem 1986 auf den Markt gebrachten AX bzw. dem AX Sport und dem AX GTi etablierte sich Citroën im Segment der sportlichen Stadtautos. Der im Februar 1996 eingeführte Saxo (die beiden mittleren Buchstaben verweisen auf das Vorgängermodell) löste zunächst den AX als Einstiegsmodell der Marke ab. Im selben Jahr feierte der Saxo VTR mit einem 1,6-Liter-8-Ventil-Motor mit 66 kW (90 PS) sein Debüt, dem wenig später der VTS folgte.
Während die Gesamtlinienführung des Saxo das Werk des italienischen Designers Donato Coco war, wurde ein sehr junger Designer mit der sportlichen Variante betraut. Gilles Vidals allererster Auftrag für Citroën im Jahr 1996 bestand genau darin, das VTS-Karosserie-Kit zu entwickeln. Es war eine akribische Arbeit, die unter anderem sorgfältig in die Schweller integrierte Kotflügelverbreiterungen und verbreiterte Stoßfänger hervorbrachte. An den hinteren Kotflügeln verläuft die Verlängerung vom Radhaus bis zum Türausschnitt und gleitet unter der seitlichen Schutzleiste hindurch. Weitere Attribute waren ein 16V-Emblem an den hinteren Kotflügeln, eine verchromte Auspuffblende und spezielle Leichtmetallfelgen mit belüfteten Scheibenbremsen vorne.
Seine Spitzenleistung erreichte der VTS bei 6600 Umdrehungen in der Minute, die Drehzahlgrenze lag bei 7300 U/min. In Kombination mit einem Fünf-Gang-Getriebe und kürzerer Achsübersetzung beschleunigte der flotte Citroën auf eine Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h und ermöglichte eine Sprintzeit von 0 auf 100 km/h in rund acht Sekunden.
Ende 1997 wurde die sportliche Modellreihe im Rahmen einer ersten Modellpflege neu aufgestellt, und das 16-Ventil-Modell übernahm das „16V“-Emblem, das zuvor dem ZX vorbehalten war. Dies war für Citroën auch eine Gelegenheit, die VTS-Bezeichnung stärker zu verbreiten. Während die 16V-Version das Topmodell blieb, wurden der sportliche Look und das Fahrwerk des VTS nun mit erschwinglicheren Motoren kombiniert, um eine breitere Kundschaft anzusprechen, der der äußere Anschein auch mit weniger PS genügte. Die VTS-Reihe wurde um den 90 PS (66 kW) starken 1.6i aus dem VTR, die 100-PS-Version (73 kW) desselben Motors und sogar den 75 PS (55 kW) leistenden 1.4i erweitert.
1999 folgte ein umfangreiches Facelift mit mandelförmigen Scheinwerfern in der Front, einer gewölbten Motorhaube und einem Kühlergrill mit großem Doppelwinkel. Der Saxo VTS wurde bis Juni 2003 im Werk Aulnay-sous-Bois produziert.
Lorbeeren sammelte der Saxo VTS auch bei Rallyes, im Rallycross, auf der Rennstrecke oder auf Eis. Die Sportabteilung schuf mit Saxo Cup, Saxo Challenge, Saxo Rallycross und Saxo Glace rund um den potenten Kleinwagen ein ganzes Motorsport-Ökosystem. Es gab zwar in jeder Serie andere Regeln, aber eins blieb immer gleich: Gefahren werden durfte ausschließlich mit dem Serienmotor. Die Wettbewerbsserien legten auch den Grundstein für so manche spätere Rennfahrerkarriere. So wurde beispielsweise im Jahr 2001 Sébastien Loeb mit Co-Pilot Daniel Elena in einem Saxo Super 1600 Junior-WRC-Weltmeister.
Heute ist der Saxo VTS zu einem begehrten Sammlerstück geworden. Gut erhaltene Exemplare werden immer seltener, und Liebhaber reisen teilweise quer durch Europa, um ein Exemplar in gutem Zustand zu finden. Der Name taucht auch heute immer noch hin und wieder auf der einen oder anderen Teilnehmerliste einer regionalen Rallye auf. (aum)
Veröffentlicht am 03.05.2026





