Im Rückspiegel: Opels sportliche Goldstücke
Die Schweizer „Automobil Revue“ schrieb damals: „Das leichtfüssig-elegante Coupé dreht sich an erhöhtem Platz auf einer Scheibe, so den Salonbesuchern als Blickfang dienend. (…) Front und Heck sind spitz auslaufend mit integrierten Stossfängern gestaltet. Sämtliche Fensterflächen, auch die seitlichen, sind stark gewölbt.“ Möglich machte diese Form das „Opel Advanced Design“-Team um Erhard Schnell gewählte Material Fiberglas.
Der Genève kam ursprünglich als „GT-W“ auf die Welt. Unter diesem Arbeitstitel wurde das Coupé 1972 in Rüsselsheim entworfen. Als Antrieb für den flachen Mittelmotor-Sportwagen war ein Zweischeiben-Wankelaggregat vorgesehen, daher das „W“ in der Bezeichnung. Doch als Folge der Ölkrise wurde das Kreiskolbenmotor-Projekt 1974 gestoppt. Weiterleben durfte der Opel dann in modifizierter Form und unter dem passend zu seinem ersten öffentlichen Auftrittsort gewählten neuen Namen Genève. Noch im selben Jahr sollte eine weitere Opel-Studie Aufsehen erregen: Für die IAA im September 1975 hatte sich Opel die Weltpremiere des futuristischen und ebenfalls goldenen GT2 vorbehalten. Dieser war mit funktionierenden Schiebetüren, ausgestaltetem Innenraum und funktionsfähigem Antriebsstrang deutlich detaillierter ausgeführt.
Während der GT2 im Mai 1978 dem Deutschen Museum in München gestiftet wurde, blieb der goldfarbene Genève viele Jahre als Schauobjekt in der Opel-Designabteilung. Er wurde 1977 neu lackiert und präsentiert sich seitdem in einem leuchtenden Orange. Mittlerweile ist die Studie eines der Highlights der Opel-Classic-Sammlung. (aum)
Veröffentlicht am 17.03.2025











