2026-08-25 11:52:00 Automobile

Opel will in der Formel E an die Spitze

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Fotos: via Autoren-Union Mobilität

Opel kann auf eine lange Geschichte im Motorsport zurückblicken, doch nach der Epoche mit Walter Röhrl in der Rallye-Weltmeisterschaft und der erfolgreichen Zeit in der DTM wurde es in der Rennabteilung in Rüsselheim leise. Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen, denn Opel verband sein Engagement im Rennsport mit dem Einstieg in die Elektromobilität und schickte den elektrischen Corsa auf die Rallyepisten.

Jetzt steigt die deutsche Marke im Stellantis-Konzern in die erste Liga der elektrischen Variante des internationalen Motorsports ein und geht demnächst im saudi-arabischen Jeddah beim ersten Rennen der Saison 2026/27 um die Formel-E-Weltmeisterschaft an den Start – vorausgesetzt, das Rennen findet angesichts des Konflikts mit dem Iran statt.

Obwohl Opel in der Stellantis-Hierarchie als regionale Marke definiert wurde, startet das Opel GSE Formula E Team in der globalen Rennserie, doch das ist aus Sicht der Marketingchefin Rebecca Reinermann kein Widerspruch: „Unsere wichtigsten Märkte liegen in Europa und dem Mittleren Osten und Afrika. Und dort finden zahlreiche Rennen der Rennserie statt. Außerdem wird der Motorsport wie Opel nach und nach elektrisch, und deshalb gehen wir dort an den Start.“

Das Engagement in der elektrischen Rennserie wird offensichtlich von der Opel-Gemeinschaft positiv gesehen. „Nachdem wir unseren Start in der Formel E bekanntgegeben hatten, haben wir bei den Opel-Fans eine Zustimmung von 94 Prozent erreicht“, berichtet Rebecca Reinermann.
Die ersten Überlegungen, sich in der Formel E zu engagieren begannen vor drei Jahren, und vor 18 Monaten wurde der Start in der Serie endgültig beschlossen. Neben Opel ist auch noch Citroën in der Rennserie unterwegs, allerdings geht Opel mit einem eigenen Werksteam an den Start. „Das war uns wichtig“, erklärt Opel-Motorsportchef Jörg Schrott. Das Citroën-Team gehört zur Monaco Sports Group.

Mit Mitch Evans gelang es Opel, einen der erfahrensten Piloten der Serie unter Vertrag zu nehmen. Evans kommt von Jaguar, wo er seit zehn Jahren unterwegs war und bis heute die meisten Siege (16) eingefahren hat. In seiner Sammlung fehlt „nur“ noch der Weltmeistertitel. „Ich möchte mit Opel eine starke Rolle in der Formel E spielen,“ blickt der neuseeländische Pilot nach vorne. Neben Evans geht der junge Franzose Théo Pourchaire an den Start. Opel hätte gerne einen deutschen Piloten ins Cockpit gesetzt, doch angesichts der mangelhaften Nachwuchsförderung kam kein Fahrer in Frage. Die einzigen beiden möglichen Kandidaten Mick Schumacher und Nico Hülkenberg sind in anderen Rennserien unterwegs Das „deutsche Element“ erfüllt Sophia Flörsch, die als Test- und Entwicklungsfahrerin das Team ergänzt.

In Jeddah wird Opel mit der jüngsten Generation der Formel-E-Boliden am Start stehen. Die aktuelle „GEN4-Generation“ „ist“, so Schrott, „im Vergleich zu den Vorgängern ein gewaltiger Schritt nach vorne. Wir kommen der Formel 1 immer näher.“ Der Opel-Rennwagen besitzt eine vollkommen neue Aerodynamik, geht mit Allradantrieb auf die Piste, beschleunigt dank des 800 PS starken Antriebs in 1,8 Sekunden von Null auf 100 km/h.

Dieser Leistungsschub hat Konsequenzen und passt in Zukunft allerdings nicht mehr zu den bisher üblichen Stadtkursen. „Deshalb wird das britische Rennen in der neuen Saison zum Beispiel nicht mehr in London, sondern in Brands Hatch stattfinden,“ blickt Schrott in die Zukunft. In Deutschland bleibt es beim Rennen auf dem Tempelhofer Feld. Opel geht mit einem klar definierten Ziel an den Start. „Wir wollen nicht um Platz zehn kämpfen. Wir kommen in die Weltmeisterschaft, um an der Spitze zu fahren“, blickt Schrott nach vorne. (aum)

Veröffentlicht am 25.08.2026

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