2026-04-23 09:01:00 Automobile

Starker WEC-Start für Genesis in Imola 2026

Carzoom.de
Fotos: Matthias Knödler via Autoren-Union Mobilität

Mit einem starken ersten Auftritt in der FIA World Endurance Championship (WEC) hat Genesis Magma Racing der jungen Marke nicht nur weitere internationale Sichtbarkeit, sondern auch echten Respekt in der Motorsportwelt verschafft. Beim Auftaktrennen auf dem legendären Autodromo Enzo e Dino Ferrari in Imola brachten beide GMR-001 Hypercars das Rennen souverän zu Ende – ein beeindruckendes Ergebnis für ein Programm, das erst vor rund 500 Tagen ins Leben gerufen wurde.

Die Startnummer 17 erreichte einen sehr guten 15. Platz und mischte während des Rennens phasenweise sogar in den Top 10 mit. Die Schwesterwagen mit der Nummer 19 kämpften sich trotz eines längeren Reparaturstopps – verursacht durch einen kleinen, aber schwer zu tauschenden Sensor - auf den 17. Rang vor. Über 20 Runden Rückstand schlugen am Ende zu Buche, doch das Auto fuhr nach sechs harten Stunden dennoch ins Ziel.

Die Leistung des Teams ist vor allem vor dem Hintergrund seiner kurzen Geschichte bemerkenswert. In so kurzer Zeit ein komplettes Hypercar-Programm mit zwei Wagen auf die Beine zu stellen, in einer der anspruchsvollsten Rennserien der Welt mit aktuell 14 Herstellern anzutreten und dabei sofort beide Autos ins Ziel zu bringen, gleicht einer modernen Herkulesaufgabe. 75 Teammitglieder aus 16 Nationen haben in kürzester Zeit ein homogenes, hochmotiviertes Team geformt.

Durch das Balance of Performance (BoP)-Reglement der WEC mussten die beiden GMR-001 mit maximalem Zusatzgewicht und Leistungsdrosselung ins Rennen gehen. Dennoch waren die Rundenzeiten durchweg konkurrenzfähig. „Das Ziel war klar: Erfahrung sammeln, sechs Stunden durchfahren und beide Autos ins Ziel bringen“, so die interne Devise. Dieses Ziel wurde zur vollsten Zufriedenheit erreicht. Ab dem nächsten Rennen in Spa-Francorchamps wird das BoP angepasst - dann starten die Magma Racing Hypercars auf Augenhöhe.

Ein nicht zu unterschätzendes Pfund sind die beiden erfahrenen Piloten: André Lotterer, dreifacher Le-Mans-Sieger, und Pipo Derani, der mit zahlreichen Siegen bei den 12 Stunden von Sebring und den 24 Stunden von Daytona seine Klasse im Langstreckensport mehrfach unter Beweis gestellt hat. Sie bilden zusammen mit dem restlichen Fahreraufgebot wichtige Fixpunkte des Programms.

Vor Ort in Imola beeindruckt nicht zuletzt der außergewöhnlich gute Teamgeist. Und dazu trägt maßgeblich die Rennsport-Legende Jacky Ickx bei: Lange Jahre dem Volkswagen-Konzern verbunden, stellt er nun seine Expertise dem koreanischen Team zur Verfügung - und das nicht nur als Markenbotschafter, sondern auch bei Strategie und Entwicklung.

In Imola zeigte sich Ickx begeistert von der Atmosphäre und dem Zusammenhalt des Teams. Mit 25.000 Testkilometern im Vorfeld war der GMR-001 technisch gut vorbereitet - doch ein echtes 6-Stunden-Rennen mit allen Unwägbarkeiten und dem menschlichen Faktor lässt sich eben nur schwer simulieren.

Optisch setzt der GMR-001 klare Akzente: Viele Beobachter bezeichnen ihn bereits als den attraktivsten LMDh-Boliden im gesamten Feld. Die markante Doppelleuchte, das unverkennbare Genesis-Designmerkmal, macht die Wagen auf der Strecke sofort erkennbar.

Auch das Rennen in Imola schrieb Rekorde: Über 92.000 Zuschauer vor Ort sorgten für eine einzigartige Atmosphäre, weltweit verfolgen 439 Millionen Motorsport-Fans die WEC. Auf heimischem Ferrari-Boden siegte überraschend Toyota auf den Plätzen 1 und 3, Ferrari wurde Zweiter.

Für Genesis ist der Motorsport-Einstieg Teil einer bewusst gewählten, langfristigen Strategie, hinter der vor allem Konzern-Chefdesigner und Chief Creative Officer von Genesis, Luc Donckerwolke, steckt: Der Motorsport fordert von Designern und Ingenieuren das äußerste, und er soll das Markenimage nachhaltig prägen. Das klare Saisonziel von Genesis Magma Racing lautet, bis zum Ende der Saison regelmäßig in den Top 5 mitzumischen. Und die Ambitionen für die Zukunft reichen ungleich weiter.

In den Nordamerika und Asien ist Genesis längst etabliert, jetzt soll Europa zu einem weiteren zentralen Pfeiler der Marke werden. Gerade erst wurde die erste Niederlassung in Amsterdam eröffnet, Italien und Frankreich folgen in Kürze. Das Händler- und Servicenetz wird behutsam aufgebaut.

Die Verbindung zum Rennsport manifestiert sich unterdessen im Modellprogramm der Marke. Die sportlichen Spitzenmodelle hören auf den Namen Magma - genau wie das Renn-Team. Seit zwei Wochen läuft die Produktion des ersten Magma-Modells, des vollelektrischen GV60 Magma; im Nahen Osten gibt es eine sportliche Kleinserie der Limousine G80 mit klassischem Antrieb. Doch das ist nur der Anfang. Sportwagen und Oberklasse-Coupés sind denkbar, und auch die Kombi-Studie G90 Wingback könnte auf den Markt kommen. (aum)

Veröffentlicht am 23.04.2026

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