2026-02-11 13:01:00 Automobile

TÜV-Datenreport: Pkw-Führerschein boomt wie eh und je

Carzoom.de
Fotos: Auto-Medienportal.Net/TÜV Rheinland

Die Zahl der Führerscheinprüfungen in Deutschland ist im Jahr 2025 erneut gestiegen. Über alle Klassen hinweg sind 2,04 Millionen Theorieprüfungen abgelegt worden – ein Plus von 1,6 Prozent oder rund 33.000 Prüfungen im Vergleich zum Vorjahr. Bei den praktischen Fahrerlaubnisprüfungen fiel der Anstieg noch deutlicher aus: Mit rund 1,89 Millionen Praxisprüfungen sind etwa 90.000 Prüfungen mehr durchgeführt worden als im Jahr 2024 (plus 4,9 Prozent). Das zeigt der aktuelle Datenreport des TÜV-Verbands.

Demnach bleibt der Pkw-Führerschein die mit Abstand beliebteste Fahrerlaubnisklasse: 80 Prozent der theoretischen und 73 Prozent der praktischen Prüfungen entfielen auf die Klassen B und BF17 (Führerschein mit 17). „Der Führerschein boomt wie eh und je“, sagte Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug & Mobilität beim TÜV-Verband, bei der Vorstellung der Führerscheinstatistik. „Ohne Fahrerlaubnis ist individuelle Mobilität für viele Menschen kaum möglich.“ Das gilt vor allem für junge Menschen. Laut TÜV-Datenreport waren gut zwei von drei Prüfungsteilnehmern (68 Prozent) jünger als 25 Jahre. Bei 28 Prozent der abgelegten Prüfungen waren die Fahrschüler sogar unter 18 Jahre alt.

Die Pläne des Verkehrsministeriums zur geplanten Novelle der Fahrschulausbildung zeigen aus Sicht des TÜV-Verbandes Licht und Schatten. Positiv sei, dass digitale Lernmittel und klare Ausbildungsprozesse gestärkt werden sollen. Kritisch sind Vorschläge, die auf eine pauschale Absenkung von Anforderungen bei der Fahranfängervorbereitung hinauslaufen und damit die Verkehrssicherheit gefährden. Vor allem fehlt in den Reformentwürfen ein wesentliches Element. „Digitale Lernstandskontrollen sollten bundesweit einheitlich und verpflichtend zur Voraussetzung für die Prüfungszulassung werden“, sagt Goebelt. Denn diese „Vortests“ könnten „die hohe Zahl der Wiederholungsprüfungen, die für den Einzelnen zu unnötigen Zusatzkosten führen“ reduzieren.

Zwar bestehe die Mehrheit der Fahrschüler die Prüfung in den Klassen B/BF17 im ersten Anlauf. Im Jahr 2025 lagen die Bestehensquoten im Erstversuch bei 63 Prozent in der Theorie und bei 65 Prozent in der praktischen Prüfung. Allerdings prägen inzwischen Wiederholungsprüfungen das Prüfgeschehen stark. Im vergangenen Jahr war fast jede dritte praktische Prüfung (31 Prozent) in Klasse B/BF17 ein Wiederholversuch, in der Theorie sogar 38 Prozent.

Dabei waren die Erfolgsquoten in den Wiederholversuchen sogar noch einmal deutlich schlechter. So lag die Bestehensquote bei 44 Prozent in der Theorieprüfung und bei 58 Prozent in der Praxis. „Die Mehrheit ist motiviert, lernstark und besteht bereits bei der ersten Prüfung“, sagt Goebelt. „Aber die Gruppe der Wiederholenden tut sich schwer und scheitert häufig sogar mehrfach.“ Jede nicht bestandene Prüfung bedeute eine zusätzliche mentale, finanzielle und zeitliche Belastung für die Betroffenen. Goebelt: „Wer den Führerscheinerwerb effizienter und kostengünstiger gestalten will, muss alles daransetzen, den ersten Prüfungsversuch zum Erfolg zu machen.“

Grundsätzlich zeige sich angesichts der Rekordzahlen bei den Fahrprüfungen aber die Leistungsfähigkeit des deutschen Fahrerlaubnissystem in punkto Verkehrssicherheit, so Goebelt. Das belegten nicht zuletzt die aktuellen Unfallstatistiken. So ist die Zahl der im Straßenverkehr getöteten 18- bis 25-Jährigen in den rund 20 vergangenen Jahren um 70 Prozent gesunken (von 1072 in 2005 auf 319 in 2024). Und auch die Unfälle mit Personenschaden, bei denen 18- bis 20-jährigen Pkw-Fahrer die Hauptverursachenden waren, hätten sich seit 2010 von 25.015 auf 13.862 im Jahr 2024 reduziert – ein Rückgang von 45 Prozent. (aum)

Veröffentlicht am 11.02.2026

UnternehmenTÜV-VerbandMarkt & StatistikSicherheit & VerkehrFührerscheinprüfungReformentwurf


 
Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzbedingungen, sowie kontaktiert zu werden.Mit (*) markierte Felder sind Pflichtfelder.