Volvo EX60: Premiere in Göteborg
Der Hoffnungsträger kommt mit besten Aussichten zu den Händlern. Noch vor dem offiziellen Verkaufsstart gingen bei den Schweden – auch aus Deutschland - so viele Bestellungen ein, dass die Produktionskapazitäten in Göteborg der Nachfrage angepasst werden mussten und die traditionelle Produktionspause im Sommer von vier auf drei Wochen verkürzt wurde.
Beim Design schufen die Kreativen in Göteborg eine typisch skandinavisch nüchterne Silhouette, wobei die ohnehin reduzierte Formensprache noch ein weiteres Mal auf das Wesentliche reduziert wurde. Auf Chromschmuck wurde vollständig verzichtet, und auch im Innenraum herrscht eine extrem sachliche Atmosphäre. Der Bildschirm vor dem Lenkrad wurde so platziert, dass er fast ein Head-up-Display ersetzt. Tasten sucht der EX60-Pilot vergeblich. Lediglich am unteren Rand des zentralen Bildschirms gibt es eine Leiste für die wichtigsten Funktionen. Die Materialien sind hochwertig und, wenig überraschend, bestens verarbeitet. Die für Volvo typische Sicherheitstechnik wurde durch die weltweit erstmals eingesetzten multiadaptiven Sicherheitsgurte für die Vordersitze weiter aufgewertet, die Daten von Innen- und Außensensoren nutzen, um die Gurtspannung und das Belastungsniveau den individuellen Verhältnissen anzupassen.
Der EX60 kommt in drei Leistungsstufen zu den Händlern. Bei der Basisversion treibt ein 275 kW (374 PS) starker Elektromotor die Hinterräder an. Als Energiespender ist ein 83 kWh starker Akku an Bord. Die Reichweite, so Volvo, liegt bei bis 611 Kilometer. Die Preisliste beginnt bei 62.990 Euro. Die nächst höhere Variante besitzt Allradantrieb und einen 375 kW (510 PS) starken Antrieb, der von einem 95 kWh starken Akku mit Energie versorgt wird. Die Reichweite, versprechen die Volvo-Verantwortlichen ist bei 660 Kilometer erreicht. Für diese Version wechseln mindestens 65.990 Euro den Besitzer. Topmodell ist der 375 kW (510 PS) starke Allradler, bei dem ein 117 kWh starker Akku eine Reichweite von 810 Kilometer ermöglichen soll. Diese Variante kostet mindestens 71.990 Euro.
Alle Versionen nutzen die 800-Volt-Technik und können mit bis zu 350 kW beim Fronttriebler oder 400 kW bei den Allradler geladen werden. Am Schnelllader vergehen zwischen 16 und 19 Minuten, bis der Akku von zehn auf 80 Prozent geladen ist. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei allen Versionen bei 180 km/h erreicht, und außerdem stehen vier Fahreinstellungen bereit, mit denen sich die Komfort-, Effizienz- und Leistungseigenschaften des EX60 individuell gestalten lassen.
Die guten Reichweitenwerte sind unter anderem auch Neuerungen bei der Produktion des EX60 geschuldet. So wird die Batterie als tragendes Teil in das Chassis integriert, und beim hinteren Unterboden beschreiten die Schweden neue Wege, um Produktionskosten und Gewicht einzusparen. Der hintere Unterboden wird in Göteborg im sogenannten Mega-Casting-Verfahren hergestellt. Mit dieser Technik werden Karosserieteile, die bisher in mehreren und zeitaufwendigen Schritten produziert wurden, in einem Teil gegossen. Die vom Schweizer Spezialisten Bühler gelieferte Anlage arbeitet mit Schließkräften von 8400 Kilogramm und kann innerhalb weniger Millisekunden mehr als 200 Kilo flüssiges Aluminium verarbeiten. Das Ergebnis ist ein einzelnes großes Bauteil, das direkt weiterverarbeitet werden kann. Gleichzeitig reduziert sich das Gewicht und die Steifigkeit wird verbessert. Aktuell werden ausschließlich die hinteren Elemente des EX60 so gefertigt. (aum)
Veröffentlicht am 24.04.2026
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