Wie alles bei Peugeot begann
Der Club „Deutsches Peugeot Vorkriegs-Register“ zeigt auf seinem rund 150 Quadratmeter großen Stand auf der Klassikwelt Bodensee gleich vier historische Zweiräder: ein Damenrad aus dem Jahr 1902, ein 2¾-HP-Motorrad von 1922, ein Moped der Baureihe „Bima“ aus den 1950er Jahren und ein Florence-Fahrrad aus den späten 1990er Jahren. Abgerundet wird die Ausstellung durch vier historische Autos aus den 1920er bis 1970er Jahren. Zu sehen sind ein Typ 161, ein 302 und ein 402 sowie ein 404 Camionette.
Das Damenrad von 1902 besitzt noch den Originallack mit Jugendstilornamenten sowie die originalen Horngriffe und die Kerzenlampe. Es ist mit einer Stempelbremse ausgerüstet und die Metallteile sind vernickelt.
Das 2 3/4-HP-Motorrad war in den frühen 1920er Jahren die Antwort auf das Bedürfnis nach alltagstauglicher Mobilität der französischen Bevölkerung nach dem Ersten Weltkrieg. Der 250-Kubik-Zweitaktmotor lieferte 3,5 PS (2,6 kW). Das Bima („Bicyclette à Moteur Auxiliaire“ = „Fahrrad mit Hilfsmotor“) besteht im Wesentlichen aus einem verstärkten Fahrradrahmen, in den ein 49 Kubikzentimeter großer Zweitaktmotor integriert ist. Damit erreichte das Gefährt Geschwindigkeiten von bis zu 35 km/h. Es schloss als frühes Mofa in den 1950er Jahren die Lücke zwischen Fahrrädern und den deutlich teureren Motorrädern und ist heute ein gefragtes Sammlerstück.
Das Fahrrad Peugeot Florence war in den 1990er Jahren im Freizeit- und Alltagssegment der Mittelklasse angesiedelt. Es galt als sehr robustes Trekking-/Cityrad mit komfortorientiertem Aufbau für längere Touren.
Neben den historischen Zweirädern stellt das Deutsche Peugeot Vorkriegs-Register historische Automobile aus: Als ältestes Automobil wird ein Peugeot Typ 161 Quadrilette aus dem Jahr 1921. Er gilt als eines der frühen Erfolgsmodelle der Marke. Durch seine besondere Konstruktion und niedrigen Unterhaltskosten bot der Quadrilette vergleichsweise erschwingliche Mobilität und machte das Automobil für deutlich mehr Menschen finanziell erreichbar. Bis Ende 1922 wurden rund 3500 Exemplare verkauft.
Ebenfalls ausgestellt werden ein Peugeot 302 und ein 402 – beide aus dem Jahr 1937. Sie stehen auch beispielhaft für die elegante Linienführung der 1930er Jahre. Besonders der 402 mit seiner stromlinienförmigen Karosserie und den hinter dem Kühlergrill integrierten Scheinwerfern zählt zu den stilprägenden Fahrzeugen seiner Zeit. Der 302 übernahm dieses Designelement in vereinfachter Form.
Abgerundet wird die Präsentation durch einen 404 Camionette von 1978 und damit aus dem letzten europäischen Baujahr des Modells. Der robuste, leichte Pritschen-Lieferwagen verkörperte den wirtschaftlichen Aufschwung der Nachkriegszeit. (aum)
Veröffentlicht am 11.06.2026





