ZDK attackiert Energiesteuersenkung
ZDK-Präsident Thomas Peckruhn erklärte am Freitag in Berlin, die Maßnahmen stünden exemplarisch für eine „halbherzige Politik ohne nachhaltige Perspektive“. Statt punktueller Eingriffe brauche es einen echten Systemwechsel bei Energiesteuer und CO2-Bepreisung. Die Koalition habe erneut die Chance verpasst, strukturelle Reformen auf den Weg zu bringen.
Zwar bringe die geplante Steuersenkung von 17 Cent brutto je Liter Benzin und Diesel kurzfristig eine Entlastung. Aus Sicht des ZDK bleibt der Effekt jedoch begrenzt. Der Verband fordert deshalb, die Energiesteuer dauerhaft auf das europäische Mindestniveau zu senken. Angesichts von derzeit rund 47 Cent Steuer pro Liter Diesel und etwa 65 Cent bei Benzin sieht der Verband dafür erheblichen Spielraum. Kritisch bewertet der ZDK auch die ebenfalls beschlossene Entlastungsprämie von 1000 Euro für Arbeitnehmer. Diese sei realitätsfern, weil viele Betriebe wirtschaftlich nicht in der Lage seien, zusätzliche Leistungen dieser Größenordnung zu stemmen.
Besonders deutlich fällt die Kritik des ZDK an der CO2-Bepreisung aus. Der CO2-Preis müsse konsequenter als Steuerungsinstrument genutzt werden, um CO2-neutrale Kraftstoffe wie Bio- und synthetische Kraftstoffe schneller wettbewerbsfähig zu machen. Der Verband fordert zudem mehr Technologieoffenheit und spricht sich für eine zügige Einführung von E20 aus.
Positiv bewertet der ZDK dagegen die Anhebung der Treibhausgasminderungsquote für Kraftstoffe im Straßenverkehr auf 65 Prozent bis 2040. Das stärke die Planungssicherheit für Elektromobilität und alternative Kraftstoffe. (aum)
Veröffentlicht am 24.04.2026
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