2025-10-01 17:06:00 Automobile

ZF plant Abbau von rund 7600 Stellen

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Fotos: ZF via Autoren-Union Mobilität

Nach intensiven Verhandlungen hat sich der Technologie-Zulieferer ZF mit dem Gesamtbetriebsrat und der IG Metall auf ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Restrukturierung der Division Elektrifizierte Antriebstechnologien (Division E) verständigt. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des größten Geschäftsbereichs des Konzerns aus eigener Kraft zu sichern und eine Ausgliederung abzuwenden. Damit bleibt die Pkw-Antriebstechnik integraler Bestandteil des Unternehmens.

Kern der Neuausrichtung ist die strategische Straffung des Produktprogramms. Während Entwicklungstätigkeiten etwa für On-Board Charger, Gleichspannungsrichter und elektrische Starrachsen eingestellt werden, setzt ZF verstärkt auf zukunftsträchtige Technologien wie das Thermomanagementsystem „TherMaS“ oder das Plug-in-Hybridgetriebe „8HP evo“. Zudem sollen „Ökosystem-Partnerschaften“ in Teilbereichen Impulse für Innovation und Wachstum liefern.

Um die Restrukturierung zu ermöglichen, wurde ein umfangreiches Sparprogramm vereinbart. Dazu zählen eine temporäre Absenkung der Arbeitszeit um rund sieben Prozent, das Verschieben von tariflichen Gehaltserhöhungen und das Aussetzen der Entgeltüberprüfung für außertariflich Beschäftigte. Insgesamt will der Konzern so bis 2027 Einsparungen von über einer halben Milliarde Euro erzielen. „Ziel ist, unsere Position als technologisch führender Top-Player im Markt langfristig zu stärken und unsere Wettbewerbsfähigkeit deutlich zu steigern“, sagt ZF-Vorstandschef Mathias Miedreich zum Abschluss der Verhandlungen. „Uns ist bewusst, dass der Weg dorthin mit harten Einschnitten für unsere Mitarbeitenden einhergeht.“

Besonders einschneidend ist der geplante Abbau von rund 7600 Stellen in der Division E bis 2030. Dieser soll jedoch ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen. ZF will stattdessen auf ein Freiwilligenprogramm, Altersteilzeit, Abfindungsangebote sowie Qualifizierungs- und Transfermaßnahmen setzen. Gesamtbetriebsratschef Achim Dietrich hob hervor, dass „der Pkw-Antrieb – das Herzstück unseres Unternehmens – auch weiterhin eine Zukunft bei ZF hat und die Ausgliederung der Division E vom Tisch ist“. Auch IG-Metall-Bezirksleiterin Barbara Resch erwartet mit Blick auf die Zugeständnisse der Arbeitnehmerseite, „dass ZF als Beschäftigungsmotor und Garant für gute Arbeitsbedingungen zukunftsfest aufgestellt wird. Daran werden wir ZF messen“. (aum)

Veröffentlicht am 01.10.2025

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