2026-10-18 14:56:00 Automobile

Eine Oldtimerfahrt im Winter kann durchaus sinnvoll sein

Carzoom.de
Fotos: GTÜ via Autoren-Union Mobilität

Die Oldtimer-Szene ist geteilter Ansicht: Die einen würden ihren Klassiker niemals winterlichen Straßenbedingungen aussetzen, andere hingegen finden das im betagten Roadster oder Cabriolet gerade reizvoll. Egal, wie alt das Auto ist, wichtig ist eine sorgsame Vorbereitung, betont die Gesellschaft für Technische Überwachung. Das fängt bei der passenden Bereifung und funktionierender Beleuchtung an. Und natürlich sollte – bei wassergekühlten Fahrzeugen – ausreichend Frostschutz im Kühlsystem vorhanden sein und die Bremsanlage gut in Schuss sein.

Salz birgt Risiken: Früher wie heute gilt, dass feuchtes Streusalz die Korrosion fördert, wenn es sich etwa in Radkästen, Schwellern, Fahrwerksteilen oder Bremsen einnistet. Wer das Fahrzeug nach einer Ausfahrt auf salzbehandelten Straßen gründlich und schonend reinigt und dabei insbesondere Unterboden und Radkästen berücksichtigt, verringert die Korrosionsgefahr. Bei häufiger Winternutzung sollten Salzrückstände regelmäßig entfernt werden, empfiehlt die GTÜ. Anschließend sollte das Fahrzeug am besten in einer trockenen und gut belüfteten Garage trocknen. Wer gründlich vorbeugen will, lässt den vorhandenen Korrosionsschutz einschließlich der Hohlraumkonservierung überprüfen und bei Bedarf erneuern.

Klar sein sollte jedoch auch: Klassiker in sehr gutem Zustand sind für Wintereinsätze zu schade.

Die Winter werden im langfristigen Mittel milder, zugleich haben ihre Niederschlagsmengen in Deutschland zugenommen. Ein Vorteil für Oldtimer: Kräftiger und anhaltender Regen kann Salzrückstände von der Fahrbahn spülen. Wie schnell dies geschieht, hängt jedoch von der Niederschlagsmenge, der vorherigen Salzbelastung und den örtlichen Bedingungen ab. Weiße oder hellgraue Schlieren auf trockener Fahrbahn können auf Streusalzrückstände hindeuten. Umgekehrt bedeutet das Fehlen solcher Spuren jedoch nicht, dass die Straße bereits salzfrei ist. Viele Oldtimer-Fahrer warten daher sicherheitshalber ein paar Tage bis zur nächsten Winterausfahrt.

Abgesehen von den wintertypischen Belastungen kann eine gelegentliche Ausfahrt dem technisch einwandfreien Klassiker durchaus guttun, so die Gesellschaft für Technische Überwachung. Vor allem dann, wenn Flüssigkeiten wie Öl oder Wasser auf einer längeren Fahrt ihre Normaltemperatur erreichen. Auch werden die Bremsen betätigt, Lager bewegt und Dichtungen beansprucht – das ist gut gegen Standschäden und fördert somit den Erhalt der Technik.

Die Reifen profitieren ebenfalls, wenn sie nicht monatelang an einer Stelle stehen. Immer zu beachten: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte schreibt die Straßenverkehrsordnung geeignete Winterreifen vor. Seit Oktober 2024 müssen diese grundsätzlich das Alpine-Symbol tragen. Die frühere M+S-Kennzeichnung allein genügt nicht mehr.

Besondere Vorsicht ist natürlich auf verschneiten Straßen geboten. Bei Oldtimern kommt erschwerend hinzu, dass viele keine Assistenzsysteme wie beispielsweise ABS, ESP und Traktionskontrollen haben – das sollte dem Fahrer stets bewusst sein. Auch Fahrwerk, Bremsanlage und Beleuchtung sind oftmals nicht auf dem heutigen Technikstand. Umso wichtiger ist vorausschauendes Fahren. (aum)

Veröffentlicht am 18.10.2026

Auto & MobilesOldtimer & HistorieRatgeberUnternehmen & MenschenUnternehmenGTÜWinterOldtimer


 
Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzbedingungen, sowie kontaktiert zu werden.Mit (*) markierte Felder sind Pflichtfelder.